Nahost-Experte: „Erdogans Sorge in Kurden-Frage ist nachvollziehbar“

Epoch Times20. Juli 2017 Aktualisiert: 20. Juli 2017 11:59
"Die PKK wird vom Westen gefördert, ausgebildet und mit Waffen beliefert", meint der Nahost-Experte Peter Neumann. Diese Waffen könnten sich nach dem Sieg über den IS gegen die Türkei richten. Erdogans Sorge sei daher nachvollziehbar, so der Experte.

Die Kurden-Frage wird den Nahen Osten in den nächsten Konflikt stürzen, meint der Londoner Politikwissenschaftlers Peter Neumann.

Auch wenn der IS besiegt ist, wird es in der Region keine Ruhe geben: „Die nächste Runde größerer Konflikte in der Region wird um die kurdische Frage gehen“, sagte der Nahost-Experte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagsausgabe).

„PKK wird vom Westen gefördert, ausgebildet und mit Waffen beliefert“

Bei den kurdischen Verbänden, die derzeit die syrische IS-Hochburg Rakka angreifen, dürfe man nicht vergessen, dass es sich letztlich um die auch im Westen als Terrororganisation eingestufte PKK handele.

„Das muss man einfach mal eingestehen, dass die PKK vom Westen gefördert, ausgebildet und mit Waffen beliefert wird“, sagte Neumann.

„Erdogans Sorge ist nachvollziehbar“

„Am Ende dieses Konfliktes werden wir eine Situation haben, in der die Kurden im Norden Syriens bis an die Zähne bewaffnet sind und auch das politische Kapital haben, ganz neue Forderungen aufzustellen.“

Insofern sei die Sorge des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, dass die gelieferten Waffen später gegen die Türkei gerichtet werden könnten, nachvollziehbar.

Im Irak muss viel getan werden – Politische Probleme „absolut nicht gelöst“

Im Irak müsse zudem sichergestellt werden, dem IS abgenommene Gebiete wie Mossul zu stabilisieren. In diesem Zusammenhang könne man sich „durchaus darüber unterhalten, ob muslimische Truppen, aus Jordanien, der Türkei oder anderen muslimischen Staaten, eine sinnvolle Unterstützung sein könnten“.

Außerdem müsse Druck auf die irakische Regierung ausgeübt werden, „eine Art von politischem System zu schaffen, in dem sich die Sunniten wiederfinden“, forderte Neumann. Die Marginalisierung der Sunniten, die zu den Anfangserfolgen des IS beigetragen habe, bestehe weiter. Die politischen Probleme des Landes seien „absolut nicht gelöst“. (dts)

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