„Nein, ich lüge nicht bewusst!“ – ARD-Moderatoren im Dialog mit kritischen Zuschauern + VIDEOS

Epoch Times31. Mai 2017 Aktualisiert: 1. Juni 2017 20:07
„Sag‘s mir ins Gesicht“ – unter diesem Motto stellten sich drei ARD-Moderatoren je eine Stunde lang kritischen Zuschauern im Live-Interview. Das Ergebnis überraschte sie selbst.

Am Sonntag, Montag und Dienstagabend begaben sich Kai Gniffke von den Tagesthemen, Panorama-Moderatorin Anja Reschke und die WDR-Journalistin Isabel Schayani jeweils eine Stunde lang per Skype-Chat in direkten Dialog mit ihren Zuschauern.

Offizieller Hintergrund war, dass Moderatoren der Öffentlich-Rechtlichen immer häufiger im Internet beschimpft werden. Die Aktion sollte „für eine bessere Diskussionskultur im Netz“ sorgen.

„Wenn die den Eindruck haben, da krieg ich so ´ne Meinung untergejubelt, dann werden die Leute richtig sauer“, stimmte Kai Gniffke denn auch einem Zuschauer zu, der die Trump-Berichterstattung der ARD etwas einseitig fand. (Minute 2:17)

„Lügen Sie bewusst, oder haben Sie nicht recherchiert?“

Schwerer hatte es da schon Anja Reschke:

„Lügen Sie bewusst, oder haben Sie nicht recherchiert?“, bohrte bei ihr ausgerechnet der Youtuber Oliver Janich zum Thema Ausländerkriminalität nach. (Minute 1.05)

„Nein, ich lüge nicht bewusst!“, meinte Reschke sofort. Es gebe aber „einen sehr großen Unterschied zwischen der Aussage, die ich getätigt habe und der Aussage, die Sie tätigen …“, so die Moderatorin, die daraufhin klarstellte, wo ihrer Meinung nach Rassismus anfängt.

Wenn Hatespeech mit Kritik vermengt wird …

„Ich hatte ein Problem damit, wie Hatespeech mit Kritik vermengt wird, und wie man versucht Kritik als Hatespeech abzutun …“, so ein anderer User.

Reschke: „Ich weiß nicht genau, was Sie meinen …“

https://youtu.be/geFmh-_daEU?t=9

Sie haben inhaltlich Ihre Position dargelegt. Die kann ich nicht teilen, aber das ist auch nicht so wichtig“, meinte Isabel Schayani zu einem Zuschauer, der den Öffentlich-Rechtlichen Einseitigkeit und zu große Staatsnähe vorwarf. Wichtig sei an dieser Stelle ob er denn schon mal so etwas wie eine beleidigenden Kommentar gegen sie geschrieben habe, wollte die Moderatorin wissen.

Positiv überrascht

Nach der Aktion gaben alle drei auf Tagesschau.de noch mal ein Interview, indem sie ihre Erfahrungen mit den Zuschauern in Worte fassten und sich positiv überrascht über den Umgangston der Anrufer zeigten.

Kai Gniffke sagte: „Ich wollte denen zeigen, dass wir keine Mimosen sind, die sich zu fein dafür sind, auch mal Diskussionen zu führen, die etwas schärfer sind.“

Er hatte den Anfang der Reihe gemacht und war darauf gefasst gewesen, „dass das Ganze auch tosend in die Hose gehen kann“, was erfreulicherweise nicht passierte.

Anja Reschke meinte: „Damit kann man den Leuten das Gefühl geben, dass ich keine komische ARD-Marionette bin, die hinter dem Moderationstisch steht und den Leuten irgendetwas erzählt, sondern auch versuche zu diskutieren.“

„Ein Anrufer aus Göttingen, der sich als Wutbürger bezeichnete, hat in einem höflichen Ton mit mir gesprochen. Das habe ich noch nicht so oft erlebt“, freute sich WDR-Journalistin Isabel Schayani.

Sie fand es auch gut, „dass einige Leute mit nicht biodeutschem Hintergrund angerufen und ihre Verfasstheit beschrieben haben. Die haben beschrieben, was sie emotionalisiert und was sie ungerecht finden an unserer Berichterstattung. Dass sie das sehr artikuliert und sehr klar dargestellt haben, das war sehr wertvoll.“

Hier in voller Länge:

„Sag´s mir ins Gesicht“ mit Kai Gniffke

„Sag´s mir ins Gesicht“ mit Anja Reschke

„Sag´s mir ins Gesicht“ mit Isabel Schayani

Siehe auch:

Weltrekord! 98% aller ARD-Berichte über Donald Trump sind negativ

(rf)

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