Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.Foto: Lior Mizrahi/Getty Images

Netanjahu wirft Europäern im Streit um Jerusalems Status „Scheinheiligkeit“ vor

Epoch Times10. Dezember 2017 Aktualisiert: 10. Dezember 2017 19:59
Die europäischen Staaten hätten Donald Trumps Entscheidung zu Jerusalem verurteilt, meinte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Doch bei den Raketenangriffen auf Israel habe es keine Verurteilungen gegeben.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Europäern „Scheinheiligkeit“ im Streit um den Status Jerusalems vorgeworfen.

Während die Europäer US-Präsident Donald Trump kritisierten, weil er Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt habe, seien ihm keine „Verurteilungen“ aus Europa von palästinensischen Raketenabschüssen auf israelisches Gebiet bekannt geworden, erklärte Netanjahu in der Nacht zum Sonntag.

Der israelische Regierungschef wird am Sonntag zu einem Gespräch mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Paris und am Montag in Brüssel erwartet.

„Obwohl ich Europa respektiere, bin ich nicht bereit, von dieser Seite Doppelmoral hinzunehmen“, sagte Netanjahu. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hatte die Entscheidung Trumps, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, am Donnerstag kritisiert. Trumps neuer Kurs könne „uns in noch dunklere Zeiten zurückzuschicken als die, in denen wir bereits leben“, sagte Mogherini. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ ihren Sprecher Steffen Seibert bereits am Mittwochabend erklären, die Bundesregierung unterstütze Trumps Entscheidung nicht.

Netanjahu sagte, das für Montag in Brüssel geplante Treffen mit den EU-Außenministern sei das erste derartige Treffen zwischen der EU und einem israelischen Regierungschef seit 22 Jahren. Die Verabredung des Treffens erfolgte vor Trumps Jerusalem-Entscheidung. Netanjahu hatte Trumps Äußerungen vom Mittwoch als „historische Erklärung“ begrüßt.

Die internationale Gemeinschaft favorisiert eine Einigung zwischen Israel und den Palästinensern auf eine Zwei-Staaten-Lösung, bei der Israel Jerusalem als seine Hauptstadt beanspruchen könnte, die Palästinenser aber zugleich das Recht erhielten, den von Israel besetzten Ostteil der Stadt zu ihrer Hauptstadt zu erklären.

Das israelische Militär gab am Sonntag die Zerstörung eines weiteren Tunnels bekannt, der vom Gazastreifen mehrere hundert Meter weit in das israelische Staatsgebiet hinein gegraben worden war. Militärsprecher Jonathan Conricus sagte, ihm sei nicht bekannt, dass bei der Zerstörung Menschen zu Schaden gekommen seien. Er beschuldigte die radikalislamische Hamas, die den Gazastreifen beherrscht, den Tunnel gegraben zu haben. Israel zerstörte in den vergangenen Jahren wiederholt Tunnelbauten, die nach israelischen Geheimdiensterkenntnissen das Staatsgebiet Israels erreicht hatten. (afp)

Mehr dazu:

Tschechiens Präsident kritisiert EU wegen Haltung zu Jerusalem-Frage als „feige“

US-Präsident Trump: „Jerusalem ist die Hauptstadt, die das jüdische Volk im Altertum gegründet hat“

Moskau betrachtet West-Jerusalem schon seit April als Hauptstadt Israels

Ruhani spricht von „großer Verschwörung“: Iran wird Trumps Entscheidung zu Jerusalem nicht hinnehmen



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion