Niederlage des IS? – Terroristenführer Al-Baghdadi hält Abschiedsrede

Epoch Times2. März 2017 Aktualisiert: 2. März 2017 10:00
Ist die Terrormiliz Islamischer Staat am Ende? Zumindest soll ein Auftritt ihres Anführers diesen Eindruck erwecken. Ein russischer Nahost-Experte zeigt sich jedoch skeptisch.

Einem TV-Bericht zufolge hielt der Chef der Dschihadistenmiliz al-Baghdadi eine Abschiedsrede. Er habe die Niederlage des IS eingestanden und seine Kämpfer dazu aufgerufen, sich im Irak und in Syrien in den Bergen zu verschanzen, berichtete „Sputnik“ unter Berufung auf den TV-Sender „Alsumaria“.

Im Gespräch mit „Sputnik“ bezweifelt der russische Nahost-Experte Sergej Demidenko jedoch, dass der Islamische Staat so einfach aufgibt.

Ihm zufolge habe der Dschihadistenführer nur eine strategische Neuausrichtung verkündet: „Der IS wird seine Strategie neu formatieren. Die Terrormiliz zieht sich zurück, um sich neu zu formieren und dann mit geballten Kräften erneut zuzuschlagen“, so Demidenko. Die Ideologie der radikalen Islamisten sei auf ewigen Kampf ausgerichtet.

Deshalb werde die Doktrin des IS, solange dieser nicht vollständig vernichtet ist, weiterbestehen.

Der Experte vergleicht die derzeitige Lage mit der in Afghanistan 2001 und im Irak 2007. Nach den US-Angriffen hätte sich die Taliban zunächst zerstreut, dann aber neu gruppiert und den Partisanenkampf von neuem angefangen. Auch damals sei die Rede davon gewesen, dass die islamistische Gefahr vorbei sei. Mit dem IS habe die Ideologie jedoch ihr Comeback erlebt, so Demidenko.

Er ist auch überzeugt, dass weiter Terroranschläge nicht nur in Europa, sondern auch in Asien zu erwarten sind. „Diese Ideologie ist auf Krieg eingestellt.“ (so)

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