Obama würdigt Castro als „einzigartige“ Persönlichkeit – Trump nennt ihn einen „brutalen Diktator“

Epoch Times26. November 2016 Aktualisiert: 26. November 2016 17:59
US-Präsident Obama würdige Fidel Castro und reicht dem kubanischen Volk "die Hand der Freundschaft". Der künftige US-Präsident Donald Trump nennt ihn einen Diktator, "der sein eigenes Volk fast sechs Jahrzehnte lang unterdrückt hat".

US-Präsident Barack Obama hat nach dem Tod des kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro die engen Beziehungen zum Nachbarland betont. Die USA reichten dem kubanischen Volk „die Hand der Freundschaft“, erklärte Obama am Samstag.

„Die Geschichte wird den enormen Einfluss dieser einzigartigen Figur auf die Menschen und die Welt um ihn herum beurteilen“, fügte der scheidende US-Präsident offenbar in Anspielung auf Castros berühmte Aussage „Die Geschichte wird mich freisprechen“ hinzu.

Obama hatte zusammen mit dem kubanischen Staatschef Raúl Castro die Annäherung der jahrzehntelang verfeindeten Nachbarstaaten vorangetrieben. Im Juli 2015 nahmen Kuba und die USA ihre diplomatischen Beziehungen wieder auf.

Seine Regierung habe „hart dafür gearbeitet, die Vergangenheit hinter uns zu lassen“, und die Gemeinsamkeiten zwischen den USA und Kuba als „Nachbarn und Freunde“ in den Vordergrund zu stellen, erklärte Obama.

Trump nennt Fidel Castro einen „brutalen Diktator, der sein eigenes Volk fast sechs Jahrzehnte lang unterdrückt hat“

Der künftige US-Präsident Donald Trump hofft nach dem Tod des kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro auf eine neue Ära in Kuba. Seine Regierung werde „alles“ dafür tun, um dazu beizutragen, dem kubanischen Volk den Weg „in Richtung Wohlstand und Freiheit“ zu ebnen, erklärte Trump am Samstag.

Er bezeichnete Castro als einen „brutalen Diktator, der sein eigenes Volk fast sechs Jahrzehnte lang unterdrückt hat“.

Kuba sei nach wie vor ein „totalitärer“ Staat, erklärte Trump. Er hoffe, dass der kommunistische Karibikstaat nun vor einer Zukunft stehe, in der „das wundervolle kubanische Volk endlich in Freiheit leben kann“.

Trump hatte im Wahlkampf wiederholt Bedenken wegen der Annäherung mit Kuba geäußert. Er kündigte an, die von US-Präsident Barack Obama eingeleiteten Schritte wieder rückgängig zu machen, falls Havanna nicht auf die Forderungen seiner Regierung hinsichtlich der Menschenrechtslage in Kuba eingehe.

Amnesty International weist auf die Unterdrückung im Land hin

Während Kubas ehemaliger Staatschef Fidel Castro nach seinem Tod am Freitag von vielen als unbeugsamer Revolutionsheld gewürdigt worden ist, hat Amnesty International die Menschenrechtsverstöße während seiner langjährigen Herrschaft hervorgehoben.

„Die Errungenschaften von Fidel Castro, der Millionen Kubanern Zugang zu staatlichen Leistungen verschafft hat, wurden aufgewogen durch eine systematische Unterdrückung der Grundrechte während seiner Zeit an der Macht“, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Samstag in London.

Amnesty erinnerte daran, dass während der von Castro angeführten Revolution in Kuba hunderte Gegner hingerichtet worden seien. Die Menschenrechtsorganisation lobte zwar „bedeutende Fortschritte beim Zugang zum Gesundheitssystem und zu Wohnungen“ sowie beispiellose Erfolge im Kampf gegen Analphabetismus.

„Allerdings waren die 49 Jahre der Herrschaft von Fidel Castro trotz der Erfolge im sozialen Bereich gekennzeichnet von einer brutaler Unterdrückung der Meinungsfreiheit“, bilanzierte die Amnesty-Chefin für die Region Amerika, Erika Guevara-Rosas. „Der aktuelle Zustand der Meinungsfreiheit in Kuba, wo Aktivisten weiter wegen ihrer Positionierung gegen die Regierung festgenommen oder Opfer von Belästigungen werden, ist das dunkelste Erbe von Fidel Castro.“

Amnesty hat nach eigenen Angaben hunderte Fälle von Inhaftierungen in Kuba wegen friedlicher Meinungsäußerungen dokumentiert. Nun stelle sich die Frage, wie die Menschenrechtslage im Kuba von morgen aussehe. „Viele Leben hängen davon ab“, mahnte Guevara-Rosas.

Castro war am späten Freitagabend (Ortszeit) im Alter von 90 Jahren in Havanna gestorben. Die kubanische Führung rief eine neuntägige Staatstrauer aus. (afp)

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