Opec-Mitglieder beraten über Drosselung der Ölproduktion

Epoch Times6. December 2018 Aktualisiert: 6. Dezember 2018 20:43
In Wien beraten die Opec-Staaten über die Fördermengen von Erdöl und Erdgas im kommenden Jahr. "Wir werden eine Senkung haben", kündigte bereits der Ölminister Omans, Mohammed bin Hamad Al-Rumhi, an.

Auf der 175. OPEC-Konferenz der Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC) beraten am 5. und 6. Dezember 2018 die Staaten über die künftigen Fördermengen. Sie sprechen sich überwiegend für eine Drosselung der Produktion von Rohöl aus.

Angestrebt werde eine „ausreichende Senkung“, sagte der saudiarabische Energieminister Chaled al-Faleh am Donnerstag in Wien.

„Wir werden eine Senkung haben“, hatte im Vorfeld auch der Ölminister Omans, Mohammed bin Hamad Al-Rumhi, angekündigt. Auch Nigerias Ölminister Emmanuel Ibe Kachikwu sprach sich für eine niedrigere Fördermenge aus. Iran, drittgrößter Produzent, forderte wegen der US-Sanktionen eine Ausnahme.

Die Förderländer könnten das Fördervolumen auf dem aktuellen Niveau halten oder noch weiter drosseln, um die Preise zu stabilisieren. US-Präsident Trump hatte die OPEC noch am Mittwoch aufgefordert, keine Drosselung zu beschließen. „Hoffentlich wird die Opec den Ölfluss beibehalten, nicht einschränken“, schrieb er auf Twitter. „Die Welt will und braucht keine höheren Ölpreise!“

Saudi-Arabien reagierte darauf am Donnerstag mit dem Hinweis, dass die USA nicht in der Position seien, dem weltgrößten Ölproduzenten vorzuschreiben, was dieser tun solle. „Wir brauchen für Kürzungen von niemandem die Erlaubnis“, sagte Energieminister al-Faleh.

Trump wirft der OPEC vor, die Preise künstlich hochzuhalten

Trump hat dem Ölkartell wiederholt vorgeworfen, die Preise künstlich hochzuhalten. In den vergangenen zwei Monaten sank der Preis um mehr als 30 Prozent. Grund dafür ist, dass Händler ein Überangebot bei gleichzeitig nachlassender Nachfrage wegen der sich abschwächenden Konjunktur erwarten.

Am Donnerstag gab der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar um mehr als vier Prozent nach und sank unter die Schwelle von 60 Dollar. Händler werteten die Aussage al-Falehs zu einer „ausreichenden Senkung“ der Förderung dabei als zu zurückhaltend.

Saudi-Arabien steht bei der Ölproduktion vor dem Dilemma, nicht den Zorn Trumps auf sich ziehen zu wollen, da die bilateralen Beziehungen nach der Tötung des regierungskritischen saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi ohnehin schon belastet sind.

In Deutschland können Autofahrer nach Angaben des ADAC indes wieder etwas entspannter an die Tankstellen fahren als noch im November. Ein Liter Super E10 kostete im Bundesdurchschnitt gut zwei Cent weniger als in der vergangenen Woche, wie der Automobilclub am Mittwoch mitgeteilt hatte.

Im vergangenen Monat hatten die Kraftstoffpreise trotz der sinkenden Rohölpreise dem ADAC zufolge erneut einen Jahreshöchststand erreicht, der „weder mit dem Wetter noch mit dem Niedrigwasser an Rhein und Main, das zu punktuellen Lieferschwierigkeiten führte, hinreichend zu erklären“ sei. (afp)

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