Oscar Pistorius: Nachbarin, die Schreie hörte, brach nach dem Kreuzverhör zusammen

Am zweiten Tag im Mordprozess von Oscar Pistorius herrschte eine angespannte Lage. Der Wortwechsel zwischen Verteidiger Barry Roux und der ersten Zeugin, Universitätslehrerin Michelle Burger – die bezeugte, blutrünstige Schreie aus dem Hause Pistorius am Tag des Mordes gehört zu haben – war geladen. Der Verteidiger scheute sich nicht, die Zeugin zum Weinen zu bringen.

Roux versuchte krampfhaft, die Aussage von Michelle Burger ins Wanken zu bringen. Er unterstellt ihr, dass die Aussagen von ihr und ihrem Mann löchrig wären. Er versuchte sie dazu zu bringen, ihre Aussagen zu ändern. Sie solle "zugeben", dass sie keine Schüsse gehört hätte, sondern den Versuch von Pistorius, die Badezimmertür mit einem Cricketschläger einzuschlagen.  Der Anwalt wollte Burger auch dazu bringen zu sagen, dass die Schreie nicht von Steenkamp, sondern von Pistorius stammten.

Roux entschuldigte sich bei Burger für seinen sarkastischen Ton, nachdem der Staatsanwalt Einspruch eingelegt hatte. Nachdem Roux während des Kreuzverhörs Burger die gleiche Frage acht Mal stellte – eindeutig nicht zufriednen mit ihren Antworten – wies Richter Thokozile Masipa die Zeugin an mit "ja", "nein" oder "ich weiß es nicht" zu antworten.

Als Roux die Zeugin aus dem Zeugenstand entließ, fragte sie der Staatsanwalt, Gerrie Nel, zusätzlich noch ein paar Fragen, da einige Antworten aus dem Kreuzverhör nicht eindeutig waren. Ob es nun der sanftere Ton von Nel war, oder der Stress, den ihr Roux im Kreuzverhör machte, ist es schwer zu sagen – aber an diesem Punkt, nachdem Burger die ganze Zeit durchgehalten hatte, fing sie zu weinen an. (so)

Quelle: https://www.epochtimes.de/politik/ausland/oscar-pistorius-nachbarin-die-schreie-hoerte-brach-nach-dem-kreuzverhoer-zusammen-a1135090.html