Osteuropa: USA erwägen vorübergehende Stationierung von Raketenabwehrsystem im Baltikum

Epoch Times10. Mai 2017 Aktualisiert: 10. Mai 2017 16:27
Die USA wollen vorübergehen ein Patriot-Raketenabwehrsystem in Litauen stationieren. Es soll bis zu den Nato-Manövern im Sommer dort bleiben. Die Aktion könnte zu weiteren Spannungen zwischen Russland und der Nato führen.

Die USA erwägen die vorübergehende Verlegung eines Patriot-Raketenabwehrsystems in die baltischen Staaten.

Es gehe um die mögliche Stationierung einer Raketenbatterie im Zuge von Nato-Manövern im Sommer, sagten Vertreter des US-Militärs am späten Dienstagabend in der litauischen Hauptstadt Vilnius.

Die vorübergehende Stationierung würde inmitten anhaltender Spannungen mit Russland erfolgen. Russland hat für den September großangelegte Militärmanöver in Weißrussland und der russischen Exklave Kaliningrad angekündigt, die an Litauen und Polen grenzt.

Mattis: Russlands Stationierung von Iskander-Raketen bei Kaliningrad ist „destabilisierend“

Im vergangenen Jahr stationierte Moskau Iskander-Raketen bei Kaliningrad, die Atomsprengköpfe tragen können. Dies alarmierte die Nato-Mitglieder in der Region.

„Solche Stationierungen sind einfach destabilisierend“, sagte US-Verteidigungsminister James Mattis, der am Mittwoch seinerseits Litauen besuchte.

Mattis wollte sich allerdings nicht dazu äußern, ob Litauen eine dauerhafte Stationierung des Raketen- und Flugabwehrraketensystems angefragt habe.

„Wir werden diese Entscheidungen in Abstimmung mit der litauischen Regierung treffen“, sagte der Pentagon-Chef. „Jeder weiß, dass dies keine offensiven Waffensysteme sind.“

Nato möchte Truppenpräsenz in Osteuropa erhöhen

Für Mattis ist es der erste Besuch in Osteuropa seit seinem Amtsantritt. Das Treffen mit Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite, einer entschiedenen Kritikerin des russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin, kann als Signal an Moskau verstanden werden.

Auf seinem Programm steht auch ein Besuch des von Deutschland geführten Nato-Bataillons in dem baltischen Land.

Die Nato hatte im vergangenen Jahr auf ihrem Gipfeltreffen in Warschau beschlossen, ihre Truppenpräsenz in Osteuropa zu erhöhen. Hintergrund ist die Krim-Krise und der bewaffnete Konflikt in der Ostukraine.

Zu dem Maßnahmenpaket gehört auch die Stationierung von vier sogenannten Battlegroups im Baltikum sowie in Polen. (afp)

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