Papst befürchtet „gefährliche Allianzen gegen Flüchtlinge“ zwischen Mächten der G20-Gruppe

Epoch Times8. Juli 2017 Aktualisiert: 8. Juli 2017 12:19
"Ich fürchte die Bildung sehr gefährlicher Allianzen zwischen Mächten, die ein verzerrtes Weltbild haben: die USA und Russland, China und Nordkorea, Putin und Assad im Syrien-Krieg", so der Papst.

Papst Franziskus hat vor „sehr gefährlichen Allianzen“ zwischen den Großmächten der G20-Staaten gewarnt, die sich „gegen die Flüchtlinge weltweit“ richten könnten.

„Ich fürchte die Bildung sehr gefährlicher Allianzen zwischen Mächten, die ein verzerrtes Weltbild haben: die USA und Russland, China und Nordkorea, Putin und Assad im Syrien-Krieg“, sagte der Papst in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der italienischen Zeitung „La Repubblica“.

Das Hauptproblem in der heutigen Welt sehe er im Schicksal „der Armen, Schwachen, Ausgegrenzten, zu denen die Migranten gehören“, sagte Franziskus. „Deshalb beunruhigt mich G20: Das trifft vor allem die Migranten.“ Mit Blick auf Europa, „den reichsten Kontinent der Welt“, mahnte der Papst, kein europäischer Staats- oder Regierungschef dürfe sich der Illusion hingeben, dass eine Schließung der Grenzen das Problem beseitige.

Die EU-Staaten sehen sich seit 2015 mit der Ankunft von hunderttausenden Flüchtlingen aus den Krisen- und Kriegsregionen der Welt konfrontiert. Der Umgang mit den Flüchtlingen hat zwischen den EU-Staaten zum Zerwürfnis geführt. Hauptankunftsländer wie Italien und Griechenland fordern die Solidarität ihrer EU-Partner, während insbesondere einige osteuropäischen Mitgliedstaaten eine Sicherheitspolitik verfolgen.

Beim G20-Gipfel in Hamburg dringt Deutschland darauf, dass sich die großen Industrie- und Schwellenländer zumindest dazu bekennen, Fluchtursachen gemeinsam bekämpfen zu wollen. Dazu gehört auch ein Plan für eine engere Partnerschaft mit Afrika, um etwa Investitionen und wirtschaftliche Entwicklung auf dem von Krisen und Konflikten geplagten Kontinent zu fördern. Nicht allen G20-Staaten ist Afrika jedoch so nah wie den Europäern. (afp)

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