Papst beklagt Berichterstattung über Migranten: Zuwanderer „werden beschmutzt“

Epoch Times13. Februar 2018 Aktualisiert: 13. Februar 2018 12:14
Nach den Schüssen auf Afrikaner in der italienischen Stadt Macerata hat Papst Franziskus einen Teil der Medien für ihre Berichterstattung über Zuwanderer scharf kritisiert. Manche Berichte über Einwanderer würden diese "beschmutzen", klagte er.

Nach den Schüssen auf Afrikaner in der italienischen Stadt Macerata hat Papst Franziskus einen Teil der Medien für ihre Berichterstattung über Einwanderer scharf kritisiert.

Manche Berichte über Migranten würden diese „beschmutzen“ und die Wahrheit verdrehen, klagte Franziskus am Montag im Vatikan bei einer Veranstaltung zum Umgang mit Menschen.

Vor einigen Monaten habe er in einer Zeitung einen Bericht über ein kleines Dorf in Italien gelesen, erzählte Franziskus in seiner Rede. Der Titel des Berichts habe gelautet: „Dies ist das Dorf mit den meisten Vergewaltigungen in diesem Jahr – und 40 Prozent der Vergewaltiger waren Zuwanderer“.

Franziskus zeigte sich verärgert über den Titel: „Das ist eine Art, Zuwanderer zu ‚beschmutzen‘.“ Er frage sich, wer die übrigen 60 Prozent der Vergewaltiger gewesen seien. „Italiener“, sagte Franziskus. „Es gibt eine Art die Dinge zu zeigen, durch die sich die Wahrheit verändert“, fügte das Kirchenoberhaupt hinzu.

Italien befindet sich derzeit im Wahlkampf und wird überdies seit zwei Wochen von einem rassistischen Vorfall in Macerata aufgewühlt. Dort hatte Anfang des Monats ein Rechtsextremer aus einem fahrenden Auto das Feuer auf Schwarze eröffnet und in einem Zeitraum von zwei Stunden sechs Afrikaner  – fünf Männer und eine Frau – verletzt.

Der 28-Jährige handelte nach eigenen Angaben aus Rache für den gewaltsamen Tod einer 18-Jährigen, nachdem ein nigerianischer Asylbewerber und Drogenhändler als Verdächtiger festgenommen worden war.

Später wurden noch zwei weitere Nigerianer festgenommen. Die Schüsse des Mannes wenige Wochen vor der Parlamentswahl am 4. März setzten das Thema Einwanderung wieder ganz oben auf die Agenda. (afp)



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