Eine Messe im Vatikan gehalten von US-Kardinal Bernard Law am 11. April 2005. Auch gegen Law gab es Proteste als er Erzbischof in Boston war und ihm vorgeworfen wurde, nicht ausreichend gegen sexuelle Straftaten vorgegangen zu sein.Foto: Joe Raedle/ Getty Images

Papst Franziskus‘ „Kirchenanwalt“ in Missbrauchsvertuschungen verwickelt – mit Untersuchungen der Sexverbrechen im Vatikan beauftragt

Epoch Times24. November 2014 Aktualisiert: 24. November 2014 15:00

Papst Franziskus ernannte den Priester Robert Geisinger im September diesen Jahres dazu, die Sexualverbrechen im Vatikan aufzuklären. Den jüngsten Berichten zufolge versuchte der amerikanische Reverend jedoch, Missbrauchsvorwürfe gegen Priester zu vertuschen. 

Rechtsdokumente, die von The Boston Globe überprüft wurden, belegen, dass Geisinger von den sexuellen Missbrauchsbeschwerden gegen Reverend Donald McGuire wusste. 1995 wurde Geisinger mit den Vorwürfen gegen McGuire konfrontiert, versäumte es aber, die Polizei einzuschalten oder die Öffentlichkeit zu informieren.

Zu dieser Zeit war Geisinger der zweitranghöchste Ordensträger der Chicago Jesuiten. Aber erst im August 2002 beauftragte er die Kirchenvertreter McGuire zu "disziplinieren". 

Die brisanten Dokumente beinhalten kirchliche Aufzeichnungen von mehreren Klagen gegen McGuire wegen sexuellen Missbrauchs. Derzeit verbüßt McGuire eine 25-jährige Haftstrafe wegen sexueller Belästigungen. Die Aufzeichnungen zeigen auch, dass die ersten Missbrauchsbeschwerden gegen McGuire schon in den 1960er Jahren eingereicht wurden.

Nachdem der Boston Globe-Bericht veröffentlicht wurde, sagte David Clohessy, der Direktor des Survivors Network, welches für die Opfer sexueller Übergriffe durch Priester ins Leben gerufen wurde, dass er die Entscheidung des Papstes, Geisinger mit den Missbrauchsuntersuchungen zu beauftragen, in Frage stellt.  

"Warum wählt man jemanden aus, der sich offensichtlich und wiederholt weigerte, die Behörden zu informieren oder die Wahrheit über diese inzwischen inhaftierten Serientäter an die Öffentlichkeit zu bringen?" fragte Clohessy in einem Statement.

Im vergangenen Jahr, bezahlten die Jesuiten über 19 Millionen Doller an sechs Männer, die gegen die katholische Ordensgemeinschaft Klage eingereicht hatten. McGuire hatte diese Männer zwischen 1975 und den frühen 2000er Jahren angeblich missbraucht.

Anfang diesen Jahres warnte Franziskus die Geistlichen, dass es "keine Privilegien" für die Bischöfe geben würde, die in Sexualstraftaten verwickelt sind. Als Reaktion auf die Vorwürfe, der Vatikan würde Sexverbrechen vertuschen, versprach der Papst weitere Maßnahmen einzuleiten. (so) 

Quelle: 

http://www.bostonglobe.com



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