Prekäre Lage: Russland stoppt Plutonium-Vernichtung und fordert Abzug der US-Truppen aus Osteuropa

Epoch Times4. Oktober 2016 Aktualisiert: 4. Oktober 2016 15:24
Die Lage zwischen Russland und den USA spitzt sich zu. Russland gab nun bekannt, die Vereinbarung mit den USA zur Vernichtung von atomwaffenfähigem Plutonium auszusetzen. Die Vereinbarung werde erst wieder aufgenommen, wenn die USA alle Sanktionen gegen Russland aufhebt und sich aus den Nato-Staaten in Osteuropa zurückzieht.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat nun Gegenmaßnahmen zu den US-Truppenverlagerungen in die osteuropäischen Nato-Länder eingeleitet und die Vereinbarung mit den USA zur Vernichtung von atomwaffenfähigem Plutonium ausgesetzt. In einem entsprechenden Erlass schrieb Präsident Wladimir Putin als Begründung von „unfreundlichen Handlungen der USA“ gegen Russland und von einer Bedrohung der strategischen Stabilität, berichte „Die Zeit“.

Die Nato habe sich in den vergangenen Jahren ausgedehnt und US-Truppen seien in den neuen Nato-Staaten massiv präsent, so die Kritik aus Russland. Die Vereinbarung mit den USA werde erst wieder aufgenommen, wenn die Regierung in Washington alle Sanktionen gegen Russland aufhebt und sich aus den Nato-Staaten in Osteuropa zurückzieht, teilte ein Präsidialamtssprecher mit.

Zudem beklagt Russland, die russische Regierung habe Anlagen eingerichtet, in denen das Plutonium etwa zu Brennstoff für zivile Atomkraftwerke umgewandelt werden könne. Die USA hingegen hätten diesen Schritt nicht gemacht. „Russland ist es nicht mehr möglich, dieses Abkommen alleine umzusetzen“, sagte ein Kremlsprecher so die „Zeit“.

Russland und die USA hatten im Jahr 2000 das Abkommen unterzeichnet, das beide Seiten dazu verpflichtet, jeweils 34 Tonnen hoch radioaktives Plutonium zu entsorgen oder zu entschärfen. Erst 2010 war das Abkommen in Kraft getreten.

Die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton meinte damals, dass mit dem Material rund 17.000 Atomsprengköpfe gebaut werden könnten. Die Kosten für die Beseitigung des Plutoniums wurden von Clinton auf 5,7 Milliarden Dollar geschätzt. Aktuell sollen die Kosten wesentlich höher liegen.

Angespannte Lage wegen Syrien

Die Beziehungen zwischen Russland und den USA verschärfen sich wegen dem Krieg in Syrien zusehends. Die direkten Gespräche zwischen den beiden Ländern zur Schaffung einer Waffenruhe in Syrien sind bereits gescheitert.

Washington hat den direkten Draht nach Moskau abreißen lassen. Man habe alles dafür getan, gemeinsam mit Moskau die Gewalt in dem Kriegsland zu beenden, erklärte Außenamtssprecher John Kirby. Russland sei aber seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen. Moskau gab dagegen den USA die Schuld am Scheitern der Verhandlungen. (so/dpa)

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