Princeton-Studie belegt: US-Politik vertritt Interessen der Wirtschafts-Eliten, nicht des Volkes

Epoch Times27. Juli 2015 Aktualisiert: 27. Juli 2015 16:02
Eine Studie der Princeton Universität belegt, dass die US-Politik nicht vom Volk bestimmt wird, sondern von Lobbyisten und einer kleinen Wirtschafts-Elite.

Zwei Wissenschaftler der Universität Princeton haben untersucht, welchen Gruppen die politischen Entscheidungen in den Vereinigten Staaten wirklich dienen. 

Das Ergebnis des Studienautors Martin Gilens, der die Untersuchung gemeinsam mit Benjamin I. Page von der Northwestern Universität durchgeführt hat besagt, dass die US-Politik nicht dem Volk, sondern einer kleinen Wirtschafts-Elite dient. 

Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten haben einige Auszüge der Studie ins deutsche Übersetzt: 

"Das zentrale Ergebnis unserer Forschung ist, dass die Wirtschafts-Eliten und organisierte Gruppen, die Wirtschafts-Interessen vertreten, einen substantiellen unabhängigen Einfluss auf die Politik der US-Regierung haben. Gruppen, die die Interessen der Masse der Amerikaner vertreten sowie einzelne, durchschnittliche Bürger, haben dagegen wenig bis gar keinen Einfluss auf die Politik."

Für die Studie wurden Meinungsumfragen von normalen Bürger und Elite-Gruppen analysiert. Die Forscher fanden heraus, dass die Ergebnisse der Umfragen normaler Bürger keinen Einfluss auf die politischen Entscheidungen haben. Das Ergebnis bei den Umfragen der Elite-Gruppen fiel jedoch ganz anders aus. Die Wünsche der Elite schaffen es beständig die Politik der Regierungen zu beeinflussen.

Die Studie ist erstaunlich: Sie widerlegt die Ergebnisse handelsüblicher Untersuchungen, die der Bevölkerung versichern, die Regierung tue alles im Interesse der Bürger. 

In einem weiteren Auszug aus Gilens Studie heißt es:  

"In den Vereinigten Staaten regiert die Mehrheit nicht, zumindest nicht in dem Sinn, dass es eine Kausalität zwischen den Wünschen der Bevölkerung und den Gesetzen gibt. Sobald eine Mehrheit anderer Meinung ist als die Wirtschafts-Eliten oder organisierte Gruppen, verliert die Mehrheit. Obwohl in den USA das Mehrheitsprinzip in die Verfassung eingebaut ist, stellen wir fest: Selbst wenn ziemlich große Mehrheiten eine bestimmte Politik wollen, bekommen sie sie nicht."

Die Studie zeigt weiters, dass "die Mehrheit der Amerikaner tatsächlich wenig Einfluss auf die Politik ausübt, die von der Regierung betrieben wird." Es gäbe zwar das Wahlrecht, die Rede- und Versammlungsfreiheit doch glauben die Wissenschaftler: "Wenn die Gesetzgebung von mächtigen Wirtschafts-Organisationen und einer kleinen Gruppe von einflussreichen Amerikanern dominiert wird, dann ist die Behauptung Amerikas, eine demokratische Gesellschaft zu sein, ernsthaft gefährdet,"  zitiert "DWN" die Analyse.

Die Studie ist auch für Europa relevant, da sie zeigt, wie vorsichtig Medien und Politiker bei den Vereinbarungen mit den USA sein sollten. Da sie Studie belegt, dass die US-Regierung nicht im Auftrag der Wähler sonder im Auftrag der Eliten handelt, dürften verschiedene Vereinbarungen, wie das Freihandelsabkommen TTIP, die nur den Interessen einiger Großkonzerne und Lobbyisten dient, nicht von der EU unterzeichnet werden. 

Auch bei den US diktierten Russlandsanktionen wird ersichtlich, dass hier nicht die Interessen europäischer Arbeitnehmer, Klein- und Mittelstandsbetriebe vertreten werden, sondern das Interesse der amerikanischen Außenpolitik. 

Das Ergebnis der US-Studie lässt sich auch bei der derzeitigen Flüchtlings-Situation anwenden. Die meisten Migranten kommen aus Syrien und Libyen. Seit dem Sturz Muammar Gaddafi’s durch amerikanische Streitkräfte versinkt das Land im Chaos. Es entstand ein Nährboden für radikale Gruppen wie den Islamischen Staat. Die Interessen des Volkes werden auch hier nicht beachtet sondern nur jene einflussreicher Gruppen.  

In der Griechenland-Krise zeigt es sich auch, dass es nur um die Interessen einer kleinen Elite wie dem IWF, der EZB und den Banken geht. Keines der milliardenschweren "Rettungspakete" ist beim griechischen Steuerzahler angekommen sonder bei ausländischen Investoren und Banken. 

Ob sich diese Entwicklung noch umkehren lässt liegt an den zukünftigen Entscheidungen der Bürger. (so) 

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