Privatbank Rothschild als Berater: Für Monsanto-Kauf stürzt sich Bayer in Schulden

Epoch Times30. Mai 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 14:58
Unglaubliche 55 Milliarden Euro will sich Bayer die Monsanto-Übernahme kosten lassen. Der US-Agrar-Riese lehnte ab. Doch die Verhandlungen laufen auf Hochtouren. Bayer stimmt nun vor allem US-kanadische Anleger auf den Deal ein. Beraten wird der Konzern auch vom Bankhaus Rothschild. Das Hauptargument: Bayer will die Ernten steigern und die Welt ernähren.

Auf amerikanischem Boden hat der Monsanto-Deal den stolzen Preis von 62 Milliarden US-Dollar. Auf die Aktie gerechnet sind das 122 US-Dollar. Dabei notiert die Aktie an der Börse derzeit nur mit etwa 110 US-Dollar.

Der deutsche Life-Science-Konzern will mit dem Deal auch im Agrarsektor eine Führungsrolle spielen. So wie die US-Konzerne Dupont und Dow Chemical sowie Chemchina und die Schweizer Syngenta zusammengehen, will sich Bayer Monsanto einverleiben.

Dabei hatte im April noch Monsanto-Chef Hugh Grant Bayer Crop Science kaufen wollen, wie aus einem Artikel des “Manager-magazin.de” hervorgeht. Doch Geld regiert die Welt. Egal ob auf Pump – der gewaltigen Summe von 62 Milliarden US-Dollar wird der Monsanto-Kopf anscheinend nicht widerstehen können.

Bayer weiß um das riskante Geschäft, das Umweltschützer erzürnt und die Aktien in den vergangenen Tagen deutlich fallen ließ. „Uns ist bewusst, welcher Ruf Monsanto vorauseilt“, sagte Vorstandschef Werner Baumann der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” und will mit den Monsanto-Gegnern in Dialog treten.

Bayer will die Welt ernähren

„Lassen Sie uns darüber reden, wie wir die Landwirtschaft leistungsfähiger machen, um eine wachsende Weltbevölkerung mit sich ändernden Ernährungsgewohnheiten zu versorgen. Gemeinsam mit Monsanto wollen wir helfen, die Ernten weiter zu steigern”, erklärte Baumann.

„Unsere Art, Geschäfte zu führen, ist möglicherweise eine andere als die von Monsanto. Ich kann Ihnen zusichern, dass wir auch diese Geschäfte nach den gleichen Maßstäben führen würden wie unsere anderen auch”, betonte der CEO und fügte hinzu, er werde die gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen.

„Die Marke Bayer hat weltweit eine hervorragende Reputation und Stahlkraft. Dies gilt es zu nutzen”, zitierte ihn die “FAZ”.

Ein großer Schuldenberg für Bayer

Nur ein Viertel der Summe kann Bayer selbst aufbringen. Den Anlegern drohe daher eine enorme Kapitalerhöhung. Für den Rest sollen die Bank of America und die Schweizer Credit Suisse aufkommen, wie “Rt.com” berichtet.

Bayer hat 300.000 Aktionäre. Privatanleger sind davon aber nur rund 11 Prozent. Dahingegen sind rund 80 Prozent der Aktien in den Händen von sogenannten institutionellen Anlegern (Fonds, Versicherungen, Banken, Finanzinvestoren), so das “Manager-magazin.de”.

Aufgeschlüsselt nach Regionen entfällt auf Anleger aus den USA und Kanada mit 27,7 Prozent das meiste Aktionärskapital. Deutschland ist mit 20,6 Prozent dabei und Frankreich, Spanien, Italien, Portugal mit insgesamt 10,7 Prozent, das “Manager-magazin.de” weiter.

Recht aufschlussreich: Die Privatbank Rothschild wird Bayer beratend zur Seite stehen, so “Rt.com”.

„Natürlich thematisieren die Investoren auch den Punkt Reputationsrisiken, aber sie stehen nicht im Vordergrund“, erklärte Bayer-Vorstandschef Werner Baumann gegenüber der “Frankfurter Allgemeinen”.

Zahlreiche Proteste gab es rund um den Globus, als die Verhandlungen öffentlich wurden. Demonstrationen fanden in 46 Ländern statt, darunter in Mexiko, Argentinien, Kanada, den USA, den Niederlanden, Kroatien, der Schweiz und China. Zumeist wurde das weltweit am meisten eingesetzte und glyphosathaltige Herbizid “Roundup” angeprangert, das von Monsanto hergestellt wird, schreibt “Rt.com”. (kf)

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