Proteste der „Gelbwesten“ nun auch in Kanada

Von 19. Dezember 2018 Aktualisiert: 19. Dezember 2018 19:57
Kanadier demonstrieren gegen die CO2-Steuer, die Unterzeichnung des UN-Migrationspaktes durch Kanada und die Verzögerungen beim Bau von Pipelines.

TORONTO – Die Proteste der sogenannten Gelbwesten, die seit Wochen in Frankreich wüten und sich sogar auf die europäischen Nachbarländer ausgedehnt haben, haben nun auch die andere Seite des Atlantiks erreicht. In mehreren Städten in ganz Kanada fanden vor kurzem themenähnliche Demonstrationen statt – wenn auch in viel kleinerem Ausmaß als in Europa.

In gelb fluoreszierenden Westen fanden sich Demonstranten am 15. Dezember in Toronto, Calgary, Alberta, Edmonton, Alberta, Winnipeg, Manitoba, Regina, Saskatchewan und weiteren kanadischen Städten zusammen, um gegen die CO2-Steuer, die Unterzeichnung Kanadas des globalen Migrationspaktes sowie die Verzögerungen beim Pipeline-Bau zu protestieren.

Die Proteste in Frankreich begannen Mitte November 2018 wegen einer geplanten Benzinsteuererhöhung im Rahmen der Klimaschutzpolitik von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Bald entwickelten sie sich zu einer großangelegten Basisbewegung, um Bedenken über Politik und Steuerreformen zu äußern. Letztere hätten die Lebenshaltungskosten erhöht, äußerten Demonstranten. Die Proteste sind mittlerweile in vielen Fällen gewalttätig und haben bisher acht Tote gefordert.

Lokalen Berichten zufolge verliefen die Proteste in Kanada größtenteils friedlich, mit Ausnahme eines Vorfalles in Edmonton. Dort brachen Kämpfe mit einer Gruppe von Gegenprotestanten aus, die die „Gelbwesten“ beschuldigten, gegen Einwanderung zu sein. Von welcher Seite die Gewalt ausging, ist nicht bekannt.

Gelbwesten protestieren in vielen kanadischen Städten gegen die Trudeau-Politik https://t.co/vwgwTwfOG7. — CTV News (@CTVNews), 16. Dezember 2018

Eine Facebook-Seite namens „Yellow Vests Canada“ mit über 75.000 Mitgliedern sagt, ihre Mission bestehe darin, „gegen die CO2-Steuer und den Verrat unserer Politiker zu protestieren, die so dreist sind, die Souveränität unseres Landes an die globalistische UNO und ihre tyrannische Politik zu verkaufen“.

James Hoskins, der sich den Protesten in Halifax, Neuschottland, angeschlossen hat, sagte gegenüber „CTV News“: „Ich bin noch keinem Kanadier begegnet, der versteht, wie eine CO2-Steuer die CO2-Emissionen reduzieren soll.“

Man hätte die Kanadier nicht hinreichend einbezogen, bevor die Regierung den Migrationspakt der Vereinten Nationen unterschrieben hat, so Rhonda Cwynar aus Regina in der Prärie im Westen Kanadas gegenüber „CBC News“. „Wir sind besorgt, dass Kanada nicht mehr über sich selbst herrscht, sondern von einer globalen Regierung beherrscht wird.“

Die von der UNO ausgehandelte Migrationsvereinbarung, offiziell bekannt als „Global Compact for Safe, Orderly, and Regular Migration“, ist ein rechtlich nicht bindender Pakt, der sämtliche Aspekte der internationalen Migration umfasst.

Der Pakt enthält einige umstrittene Ziele, darunter eine Vorgabe, „die Grenzen auf eine integrierte, sichere und koordinierte Weise zu handhaben“. Nach Ansicht von Kritikern gibt dies länderübergreifenden Organisationen die Kontrolle darüber, wie die Länder ihre eigenen Grenzen verwalten.

Ein anderes Ziel des Paktes besteht darin, die Regierungen dazu aufzurufen, in „ethische Berichtsnormen und Werbung“ zu investieren und öffentliche Mittel für „Medien, die Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und andere Formen der Diskriminierung von Migranten systematisch fördern“ zu kürzen. Kritiker, darunter der Vorsitzende der konservativen Oppositionspartei Kanadas Andrew Scheer, halten dies für den Versuch, eine unabhängige Berichterstattung zu beeinflussen.

In Fort McMurray, Alberta, der wichtigsten Ölförderregion Kanadas, hielten Demonstranten Schilder mit der Aufschrift „Hebt die Anti-Pipeline-Gesetzesvorlage C-69 auf“, „Stoppt die CO2-Steuer” und „sheep no more, asleep no more“, berichtete „Fort McMurray Today“. Die dort einst blühende Energiewirtschaft geriet wegen der niedrigen Ölpreise in den letzten Jahren ins Schwanken. Der von der kanadischen Regierung eingebrachte Gesetzesentwurf C-69 erweitert die Umweltprüfung auf große Energieprojekte, einschließlich der Ölpipelines.

Laut der Facebook-Seite „Yellow Vests Canada“ sollen am 22. Dezember eine Reihe von Protesten in mehreren kanadischen Städten stattfinden, darunter in Calgary, Regina, Saskatoon, Saskatchewan, Moncton, New Brunswick und weiteren kleineren Städten in den Provinzen Ontario, Alberta und British Columbia.

Das Original erschien in der amerikanischen „The Epoch Times“ (deutsche Bearbeitung von aw). Originalartikel: Yellow Vest Protests Come to Canada

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