Ein Versuch, die Epoch Times in Hongkong zum Schweigen zu bringen

Epoch Times16. August 2019 Aktualisiert: 16. August 2019 14:19
Die Printausgabe der Epoch Times wurde in Hongkong ohne Angabe von Gründen aus den Regalen von 7-Eleven-Stores und Kiosken genommen. Doch "wir weigern uns, in diesem kritischen Moment zum Schweigen gebracht zu werden" , sagt Cheryl Ng, Sprecherin der ET Hongkong.

Der Druck auf alle in Hongkong, die nicht pro-chinesisch denken und für die Kommunistische Partei Chinas agieren, ist extrem hoch. Das spürt auch die Epoch Times in ihrer Printausgabe in Hongkong – die ohne Angabe von Gründen aus den Regalen von 7-Eleven-Stores und Kiosken in der ganzen Stadt genommen wurden.

„Reporter ohne Grenzen“ fordert die Holdinggesellschaft von 7-Eleven, die unsere Printausgabe listet, auf, „ihre Entscheidung zu überdenken und keinem Druck nachzugeben, den sie in Zukunft erhalten oder erhalten hätten“.

„Wir sehen keinen Grund außer dem Druck der chinesischen Behörden für diesen Rückzug“, sagte Cédric Alviani, Büroleiter für Ostasien bei „Reporter ohne Grenzen“. Die Einstellung der Verteilung in vielen 7-Eleven-Filialen sei ein Verlust eines „positiven Elementes der Vielfalt der Medien“.

Cheryl Ng, die Sprecherin des Hongkonger Büros der Epoch Times, bittet daher lokale Unternehmer und Privatpersonen auf einer Pressekonferenz in Hongkong am 15. August, Teil des Vertriebsnetzes der Zeitung zu sein und ihre Verbreitung zu fördern.

Sie fügte hinzu, dass die Epoch Times sich weigert „in diesem kritischen Moment zum Schweigen gebracht zu werden“. Die Epoch Times wird der Öffentlichkeit weiterhin als „Zeugnis der Geschichte“ dienen, unabhängig von den Kosten. „Freiheit gibt es nicht kostenlos“, sagte Ng.

Die Umsätze lagen deutlich über dem Mindestziel

Ab April 2019 begann die Epoch Times mit dem Verkauf von Tageszeitungen in 7-Eleven-Stores und Kiosken in der ganzen Stadt (zuvor gab es eine kostenlose Printausgabe).

Dazu schloss die ET Hongkong einen über acht Monate laufenden Vertrag mit der Holdinggesellschaft von 7-Eleven, Dairy Farm Company Ltd. ab, welcher dazu dient, die Zeitung in 500 Filialen der Kette anzubieten. Die Convenience-Store-Kette 7-Eleven ist in Hongkong sehr beliebt, der Verkauf der Zeitung lag deutlich über dem vereinbarten Mindestziel. 7-Eleven lizenziert Franchiseunternehmen auf der ganzen Welt über Partnerschaften mit lokalen Marken.

Am 15. Juli teilte 7-Eleven formal mit, dass die Printausgabe der Epoch Times ab dem 16. August vollständig aus den Regalen genommen wird – ohne eine Erklärung. Anfragen an das Management sowie die britische Muttergesellschaft Jardine Matheson blieben bislang ergebnislos.

„Diese Art von Verhalten ist in der Geschäftswelt höchst ungewöhnlich, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Umsätze deutlich über dem Mindestziel lagen“, sagte Cheryl Ng, Sprecherin des Hongkonger Büros der Epoch Times auf der Pressekonferenz in Hongkong am 15. August.

Epoch Times Hongkong vermutet, dass diese Entscheidung auf den Druck Chinas zurückzuführen ist, die die Verbreitung der Wahrheit in Hongkong unterbinden will. Die Hongkonger Ausgabe der Epoch Times berichtet möglichst genau und unabhängig von den Protesten und liefert Informationen sowie Hintergründe.

Die Behinderungen begannen bereits kurz nach dem Vertragsabschluss

Nach dem Vertragsabschluss 2019 wurde das Büro in Hongkong auch unerwartet mit einer Reihe strikter Forderungen durch Dairy Farm, dem Eigentümer der Convenience-Store-Kette, konfrontiert.

So reduzierte Dairy Farm zwei Monate nach Vertragsabschluss abrupt die Zahl der Vertriebsstellen von 500 auf 150 – angeblich wegen einem geringen Umsatzvolumen. Choo Peng Chee, CEO der Dairy Farm North Asia Region, bezeichnete es in einem E-Mail-Austausch mit der Epoch Times Hongkong am 12. Juni als eine geschäftliche Entscheidung.

Jedoch habe der Verkauf der Zeitungen die Ziele weit übertroffen, so die Sprecherin der Epoch Times Hongkong. Sie fügte hinzu, dass die Handlungen von Dairy Farm widersprüchlich seien: Dairy Farm entfernte die Printausgabe ausgerechnet aus den Geschäften, in denen die Zeitungen die höchsten Umsätze erzielten – aus denen, die sich innerhalb oder in der Nähe von U-Bahn-Stationen befanden.

Hinzu kam, dass die Convenience-Store-Kette der Epoch Times verbot, das Logo oder den Namen von 7-Eleven deutlich sichtbar anzubringen, um die Leser zu informieren, wo sie erhältlich sei. Auch auf der Webseite durfte nicht darauf hingewiesen werden. Lediglich vage Formulierungen wurden erlaubt.

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„Aufgrund dieser Einschränkungen … und der Tatsache, dass wir unsere Zeitungen nicht mehr frei auf der Straße verteilen, war die Epoch Times praktisch verschwunden“, sagte Ng.

Eine unlogische und rein politische Entscheidung

Der ehemalige Abgeordnete Leung Kwok beklagt, dass die Handlungen von 7-Eleven die Hongkonger ohne eine unabhängige Nachrichtenquelle über die Proteste zurücklassen würde.

Die ET-Ausgabe in Hongkong erlaubt „den Menschen, mehr Informationen und Erkenntnisse zu sehen …[und] hat in den letzten 10 Jahren die Kommunistische Partei Chinas und ihre Unterdrückung verschiedener Gruppen ins Visier genommen“, sagte Leung auf einer Pressekonferenz zu dem Vorfall. Er fügte hinzu, dass er selbst ein treuer Leser der Zeitung sei.

Er nannte die Erklärung der Dairy Farm für ihre Entscheidung „unlogisch“ und „rein politisch“ und stellte fest, dass mehrere lokale pro-chinesische Zeitungen, wie Ta Kung Pao und Wen Wei Po, in 7-Eleven-Läden ohne Probleme verkauft werden. „Wie kommt es, dass 7-Eleven sie nicht stört?“

Unternehmen werden von der KP Chinas unter Druck gesetzt – Entlassungen bei Airline wegen Teilnahme an anti-chinesischen Protesten

Der in Hongkong ansässige China-Experte Cai Yongmei sagte, dass die Annullierung den verschärften Einfluss des chinesischen Regimes auf Hongkong widerspiegelt.

„Sie wollen die Proteste der Hongkonger unterdrücken. … Wenn Sie Geschäfte mit chinesischen Unternehmen machen, werden sie Sie unter diesem Aspekt unter Druck setzen“, sagte Cai zu The Epoch Times. Chai Yongmei berichtet, dass Cathay Pacific, Hongkongs führende Fluggesellschaft, kürzlich mehrere Mitarbeiter entlassen hat, die an den jüngsten Protesten teilgenommen haben.

Leung fügte hinzu: „Hongkong befindet sich in einer schwierigen Zeit. Die Epoch Times Hongkong ist ein Spiegel dessen. Wenn sie so behandelt werden, könnten auch andere Medien verstärkt unter Druck gesetzt werden.“

Die chinesischsprachige Zeitung der Epoch Times wurde erstmals im Jahr 2000 von einer Gruppe chinesischer Amerikaner gegründet, die eine unabhängige Quelle für Nachrichten unabhängig vom Einfluss des chinesischen Regimes bieten wollten. Im Jahr 2002 wurde das Büro in Hongkong gebildet und zunächst eine kostenlose Printzeitung herausgegeben.

(ks, mit Material der ET Hongkong)