Putin an Nation: „Elite der Türkei wird noch lange bereuen“

Epoch Times3. Dezember 2015 Aktualisiert: 3. Dezember 2015 12:40
Wladimir Putin hat sich in seiner Rede an die Nation klar zum Kampf gegen den Terrorismus geäußert. Die "regierende Clique der Türkei" werde "noch lange bereuen, was sie getan" habe, als sie den russischen Kampfjet abschoss.

Inmitten internationaler Konflikte hielt der russische Präsident Wladimir Putin heute seine traditionelle Rede an die Nation.

Zusammenfassung von Putins Ansprache:

(Übersetzt von der Übertragung von Ruptly TV)

„Zuerst möchte ich den russischen Soldaten danken, die den internationalen Terrorismus bekämpfen“, begann Putins Rede.

Hier in dieser Halle sind heute Soldaten versammelt, die an dem Anti-Terror-Einsatz in Syrien und Irak teilnehmen.

Er dankt den Ehefrauen und Eltern der gefallenen Russen. Er bittet um einen Schweigemoment für die Gefallenen und russischen Opfer des Terrorismus.

„Russland hat lange an vorderster Front gegen den Terrorismus gekämpft – für Gerechtigkeit, Glück, die Zukunft unseres Volkes und die gesamte Zivilisation.“

Er zählt verschiedene islamistische Terrorangriffe auf, die in Russland seit Mitte der 90er Jahre stattfanden. Dies hätten Tausende Menschenleben gekostet, so Russlands Präsident. „Wir werden immer in Erinnerung behalten, was damals passiert ist.“

Er erwähnt auch den Flugzeug-Abschuss über dem Sinai.

„Es ist unmöglich, den internationalen Terrorismus im Alleingang zu besiegen“ , so Putin, „insbesondere wenn die Grenzen offen sind und die Welt Massenmigrationen von Land zu Land erlebt – und in einem Moment, wo Terroristen massive finanzielle Unterstützung erhalten.“

Das Problem in Afghanistan sei noch nicht gelöst. Die Situation dort sei weit entfernt davon, Gutes zu verheißen.

Eindeutige Spitze in Richtung USA

„Länder des Mittleren Ostens, wie Irak, Libyen und Syrien und Irak, die bis vor kurzem noch ziemlich gut aussahen, sind nun Orte der Anarchie, die eine Bedrohung für die ganze Welt darstellen. Und wir wissen, warum das passiert ist." Dies liege daran, dass die dortigen Regierungen mit Absicht destabilisiert worden seien.

"Wir wissen, wer es war und wer entschieden hat, die Regierungen in diesen Ländern auszuwechseln und ihnen ihre eigenen Regeln aufzudrücken. Sie haben uns in dieses Schlamassel gebracht und diese Staaten zerstört. Und dann distanzierten sie sich selbst von der Situation dort und öffneten Terroristen und Extremisten den Weg.“

„Die Terroristen in Syrien stellen eine besondere Bedrohung dar“, unter ihnen seien viele Leute aus Russland und anderen Ländern, so Putin. „Sie erhalten Geld und Waffen, sie bauen ihre Streitkräfte auf, und falls sie in Syrien gewinnen sollten, werden sie auch nach Russland kommen und hier ihre terroristischen Aktivitäten fortsetzten“

„Wir müssen vorbereitet sein und sie eliminieren, bevor sie hier auftauchen.“

Deshalb habe man sich für eine Militäroperation entschieden, basierend auf der Anfrage der legitimen Regierung Syriens.

Der russische Kampf gegen den Terrorismus finde in erster Linie zur Verteidigung Russlands und des russischen Volkes statt. Armee und Luftwaffe hätten ihre Effektivität gezeigt.

"Wir müssen aus der Geschichte lernen"

"Im Kampf gegen die Terror handelte Russland extrem verantwortungsvoll. Unsere Entscheidung zum Handeln wurde vom russischen Volk unterstützt. Unser Volk weiß um die umfassende Bedrohung, die vom Terrorismus ausgeht. Seine Haltung ist patriotisch und moralisch."

"Ich glaube fest daran, dass wir unser Erbe schützen müssen, unsere Kultur, unsere Geschichte. Wir müssen aus den Lektionen der Vergangenheit lernen und wir sehen historische Parallelen zum 20. Jahrhundert: Als die Völker nicht willens waren, mit ihren Streitkräften in den Kampf gegen den Nazismus einzutreten, bezahlten sie das mit Zigmillionen unschuldigen Leben.

Putin nennt IS-Ideologie "barbarisch"

Heute stehen wir dieser neuen, barbarischen Ideologie gegenüber und wir dürfen nicht zulassen, dass diese Leute ihre Ziele erreichen. Wir sollten alle unsere Meinungsverschiedenheiten beiseite legen und unsere Kräfte zu einer Anti-Terror-Front vereinigen, die unter internationalem Recht und UN-Mandat agiert. Jede zivilisierte Nation heutzutage sollte einen Beitrag leisten, um den Terror zu besiegen. „Wir brauchen keine Erklärungen. Wir brauchen spezifische Handlungen. Das heißt, dass es keine sicheren Häfen für Terroristen geben sollte, keine Doppelstandards und keinerlei Kontakt zu irgendeiner Terror-Organisation, keine Versuche, sie zu Mitspielern zu machen und sie zum Erreichen eigener Ziele zu benutzen.

Wir wissen, wer in der Türkei profitiert, indem er Terroristen ihr geraubtes Öl verkaufen lässt.

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Die Terroristen verwenden dieses Geld, um neue Mitglieder zu rekrutieren und neue Attacken zu planen – gegen unser Volk, das Volk Frankreichs, Malis und anderer Länder.

Es war auch in der Türkei, wo Terroristen aus dem Nordkaukakus zu Flucht fanden. Einige von ihnen sind dort immer noch. Doch die Bevölkerung der Türkei ist gutherzig, talentiert und arbeitsam. „Wir haben eine Menge guter Freunde in der Türkei. Und die sollten wissen, dass wir sie nicht gleichsetzen mit einigen Leuten von der regierenden Elite, welche die direkte Verantwortung für den Tod unserer Soldaten tragen.“

An Türkei: "Wir werden nie vergessen"

„Wir werden nie vergessen, was sie taten und wie sie den Terroristen geholfen haben. Wir haben Verrat immer für die schändlichste Tat gehalten. Diejenigen, die unseren Piloten in der Türkei in den Rücken geschossen haben, sollten sich das vor Augen halten, auch diejenigen die versuchen, die Terroristen zu rechtfertigen. Ich verstehe selbst nicht mal, warum sie das getan haben – irgendwelche Probleme, irgendwelche Differenzen die uns nicht bewusst waren? Es hätte andere Wege gegeben, das zu lösen.“

Wir waren offen dafür, mit der Türkei auch in sensibelsten Belangen zu kooperieren. Wir waren sogar bereit, weiter zu gehen, als ihre Verbündeten es waren. Allah weiß vermutlich, warum sie das getan haben. Und vermutlich hat Allah auch beschlossen, die regierende Clique in der Türkei zu bestrafen, indem er ihr den Menschenverstand raubt.“

„Aber wir werden nicht auf nervöse oder gefährliche Art antworten.

Unsere Reaktion dient keinen kurzfristigen politischen Zielen … Unsere Reaktionen werden verantwortungsvoll sein – gegenüber unserem Volk und unseren Land. Wir wollen kein Säbelrasseln. Aber falls jemand denkt, dass er Kriegsverbrechen begehen und unsere Leute ermorden kann und dann mit einigen Restriktionen bei Tomaten-Importen oder Bauarbeitern davon kommt oder ähnlichem, dann hat er sich geirrt. Wir werden uns lange daran erinnern – und sie werden lange bereuen, was sie getan haben. Wir wissen, was da zu tun ist.“

Dann begann der innenpolitische Teil seiner Rede.

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Im innenpolitischen Teil der Rede werde es um Wirtschaft und soziale Fragen gehen, sagte der russische Parlamentsvorsitzende Sergej Naryschkin. Zur jährlichen Rede des Präsidenten im Moskauer Kreml eingeladen sind etwa 1000 Abgeordnete, Regierungsmitglieder, Gouverneure, Religionsführer und andere russische Würdenträger.

(dpa/mz / rf)