Im Jemen tobt seit 2014 ein Bürgerkrieg.Foto:  Yahya Arhab/dpa

Rotes Kreuz: Bereits mehr als 300.000 Cholera-Verdachtsfälle im Jemen

Epoch Times10. Juli 2017 Aktualisiert: 10. Juli 2017 20:00
Mehr als 1.700 Menschen sind bereits im Jeman an Cholera gestorben, es gibt über 300.000 Verdachtsfälle, meldet das Rote Kreuz in Genf. Das Gesundheitssystem im Jemen ist teilweise zusammengebrochen.

Die Zahl der Cholera-Verdachtsfälle im Jemen ist auf mehr als 300.000 gestiegen. Das teilte das Rote Kreuz am Montag in Genf mit und warnte davor, dass die Epidemie „außer Kontrolle“ gerate. Mehr als 1.700 Menschen seien bereits an der Krankheit gestorben. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen rief zu mehr internationaler Hilfe im Kampf gegen die leicht übertragbare Krankheit auf.

„Die Choleraepidemie breitet sich weiter auf unkontrollierte Weise aus“, erklärte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf. Es gebe bereits mehr als 1.700 Tote. Zunächst hatte die Hilfsorganisation am Montag von 1600 Todesopfern gesprochen.

Im Jemen kämpfen schiitische Huthi-Rebellen seit Anfang 2015 gegen Truppen des Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. Seit März 2015 fliegt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe gegen mutmaßliche Stellungen der Rebellen. Durch den Konflikt gab es rund 8.000 Tote und 45.000 Verletzte.

Das Gesundheitssystem ist teilweise zusammengebrochen

Wegen des Konflikts ist das Gesundheitssystem im Jemen teilweise zusammengebrochen. Mehr als die Hälfte der medizinischen Einrichtungen ist geschlossen. So kann sich die eigentlich leicht zu behandelnde Cholera rasch ausbreiten.

Ärzte ohne Grenzen erklärte in Berlin, die Region Abs im Nordwesten des Jemen sei am stärksten von der Cholera betroffen. Dort müsse vor allem die Versorgung der Menschen mit sauberem Wasser und sanitären Anlagen „dringend verbessert werden, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern“.

„Entweder es passiert jetzt etwas, oder in den nächsten Wochen und Monaten werden noch mehr Menschen erkranken“, mahnte der zuständige Programmleiter von Ärzte ohne Grenzen, Gabriel Sánchez. Die Logistik-Koordinatorin der Organisation, Christina Imaz, erläuterte, es müssten nicht nur Patienten behandelt, sondern auch Häuser desinfiziert und Wasserquellen mit Chlor behandelt werden.

Cholera ist eine hoch ansteckende, durch Bakterien übertragene Krankheit. Sie wird durch verschmutztes Wasser oder Nahrungsmittel übertragen. Die Erkrankten leiden unter starkem Brechdurchfall, der zum Tod führen kann. (afp)


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