Rotes Kreuz zu Übeschwemmung in Mosambik: Bereiten uns auf das Schlimmste vor

Epoch Times25. März 2019 Aktualisiert: 25. März 2019 16:15
In Mosambik, Simbabwe und Malawi kämpfen mehr als zwei Millionen Menschen mit den Folgen des Wirbelsturm "Idai". Die Behörden gehen von mindestens 705 Toten aus, es werden noch hunderte vermisst.

Nach dem Wirbelsturm „Idai“ befürchtet das Rote Kreuz den Ausbruch lebensgefährlicher Krankheiten in den betroffenen Ländern Mosambik, Simbabwe und Malawi. „Wir sitzen auf einer tickenden Zeitbombe“, sagte der Präsident der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRK), Elhadj As Sy, am Montag in Genf.

In der Großstadt Beira versuchen die Menschen, nach dem verheerenden Sturm wieder zu ihrem Alltag zurückzukehren. Im Gymnasium Samora Machel sollte der Unterricht am Montag wieder beginnen. Während die Turnhalle noch als Notunterkunft genutzt wird, kommen die ersten Kinder in Uniform wieder zur Schule. „Der Zyklon war sehr schlimm, aber jetzt muss es wieder weitergehen“, sagt der 16-jährige Jini. Die gleichaltrige Marie würde lieber noch zu Hause bleiben. „Unser Haus wurde beschädigt, und ich würde gerne helfen“, sagt sie.

Auch im Schulgebäude hat der Sturm Spuren hinterlassen. Draußen liegen abgerissene Äste, drinnen versuchen Angestellte mit Putzlappen und Chemie den Gestank zu vertreiben. Im Hof kochen Frauen, die in der Turnhalle Zuflucht gefunden haben, auf offenem Feuer. „Es stehen Prüfungen an, der Unterricht muss so schnell wie möglich wieder beginnen“, sagt der stellvertretende Schulleiter Saimon Militao. Doch dann wird klar, dass die Aufräumarbeiten so schnell nicht zu schaffen sind – der Neustart wird auf Dienstag verschoben.

Allmählich kehren auch die Straßenhändler von Beira auf die Bürgersteige zurück. „Ich verkaufe jetzt wieder Fisch“, freut sich Domingo Ruiz, der im Armenviertel Praia Nova Trockenfisch anbietet. „Tagelang hatten die Leute kein Geld, weil die Banken geschlossen waren.“

Besonders schwierig: Seuchengefahr

Hunderttausende Menschen seien dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Besonderes Augenmerk müsse dabei auf Hygiene-Einrichtungen und sauberes Wasser gelegt werden, sagte der IFRK-Präsident. Es bestehe ein „hohes Risiko für durch Wasser übertragbare Krankheiten“ wie Cholera oder Typhus. Die Regierung in Mosambik habe bereits Cholera-Verdachtsfälle registriert. Er könne diese Fälle jedoch noch nicht bestätigen, sagte Sy. „Wir bereiten uns schon auf das Schlimmste vor.“

Dies könne allerdings immer noch verhindert werden, betonte Sy. „Deshalb schlage ich Alarm. Viele über Wasser übertragbare Krankheiten sind ein großes Risiko, aber sie sind vermeidbar.“ Ob es zu Epidemien komme, hänge von der Qualität und Schnelligkeit der Hilfe vor Ort ab.

Mehr als zwei Millionen Menschen sind von den Folgen des Wirbelsturms betroffen, der vor zehn Tagen über das südliche Afrika zog. Die Behörden gehen von mindestens 705 Toten aus, in Mosambik und Simbabwe werden zudem mehrere hundert Menschen noch vermisst. (afp)

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