Rückschlag für Monsanto: Niederlande verbieten Privatnutzung von Glyphosat

Von 8. Juni 2015 Aktualisiert: 8. Juni 2015 12:30

Immer mehr Länder wachen auf und nehmen die Gefahr, die die Nutzung glyphosatbasierter Herbizide für die Umwelt sowie für die Gesundheit von Mensch und Tier darstellt, ernst. Letztes Jahr haben die Niederlande nach dem für Rotterdam erzielten Komplettverbot, ein landesweites Verbot erlassen: Leider nur für den Verkauf zum privaten Gebrauch von Glyphosat. Ein Gesetz zum vollkommenen Verbot ist jetzt gescheitert. 

Gemäß der Entscheidung des holländischen Parlaments ist ab Ende 2015 Schluss mit dem Verkauf glyphosatbasierter Unkrautvernichtungsmittel an Privatpersonen. Glyphosat, Hauptbestandteil von RoundUp, wird mit Krebs, Unfruchtbarkeit, Geburtsfehlern, Schäden des Nervensystems und Nierenerkrankungen in Zusammenhang gebracht.

Das Unkrautbekämpfungsmittel Roundup (Glyphosat) ist in den USA (und auch in Europa) in der Luft, im Regen, im Grundwasser, in der Erde und in den meisten Nahrungsmitteln zu finden. Und immer mehr wissenschaftliche Forschungen weisen auf dessen krebsfördernde Eigenschaften hin.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hatte eine Sitzung mit 17 Krebs-Experten aus 11 Ländern einberufen. Diese bewerteten aus den verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen von fünf verschiedenen Pestiziden, einschließlich Glyphosat, ob diese als krebserzeugend einzustufen sind. Krebserzeugende Stoffe sind Stoffe, die zu Krebs unter bestimmten Expositionsniveaus führen können.

Die IARC veröffentlichte in der medizinischen Fachzeitschrift “The Lancet” eine Studie, nach der Glyphosat „wahrscheinlich krebserzeugend” sei. Roundup könne bei Menschen etwa Lymphdrüsen- und Lungenkrebs auslösen. Die Folge: Die WHO hat Glyphosat in seinem Risikopotenzial hochgestuft: zu „probable or possible carcinogens” – also wahrscheinlich oder möglicherweise krebserregend.

Länder wie Sri Lanka und Bermudas haben bereits reagiert, El Salvador verbot Glyphosat bereits 2013. Toom Baumarkt wird ab Ende September kein Roundup mehr in seinen Baumärkten anbieten und auch in der Schweiz gab es die ersten Reaktionen. Coop hat per sofort Unkrautvertilger mit dem umstrittenen Stoff Glyphosat aus dem Sortiment genommen. Dies geschah, nachdem der WHO-Bericht zum Schluss kam, der Stoff sei wahrscheinlich krebserregend. Auch Migros verbannt Glyphosat. 

Mit einem generellen Verbot tun sich die Länder aber schwer- es scheint noch nicht ausreichende Beweise zu geben.

Auch in den Niederlanden will man noch kein komplettes Verbot für Glyphosat erlassen, jedoch wurde bereist 2014 Glyphosat, also Roundup für den Privatverbrauch ab 01.Januar 2016 verboten.

Vor sieben Jahre wollte das niederländische Unterhaus die Nutzung von Glyphosat in der Landwirtschaft verbieten, es ist nicht klar, warum sie es nicht komplett verbieten wollten – abgesehen vielleicht von Monsantos Einfluss und das warten auf die Europäische Kommission, wie diese reagiert.

Esther Ouwehand von der Partei für Tiere sprach von einer hormonstörenden, krebserregenden Substanz. „Die Niederlande sind auf dem dritten Platz, wenn es um den Gebrauch von Giften geht. Hat diese Regierung alles getan, um Risiken zu vermeiden?”

Es wurde nun vorgeschlagen, dass die Hersteller beweisen sollen, dass ihre Produkte nicht schädlich sind. Laut Minister Dijksma ist es anders auch nicht möglich, da sie sich an die europäischen Vorschriften halten müssen.

Gartencenter

Die Gartencenter Intratuin und DIY Praxis Ranzijn haben Roundup vom Markt genommen. Ein Verbot für die Verwendung auf dem Bürgersteig wird bald umgesetzt und eine Reihe von Parteien fordert auch ein generelles Verbot beim Verkauf von Glyphosat. Laut Umweltminister Mansveld ist ein Verkaufsverbot rechtlich möglich. Die Parteien sind sich einig, es geht um das Trinkwasser, die Gesundheit und um die Sportplätze, die ebenfalls betroffen sind.

Zur Zeit wird geprüft, welche Folgen die Ausbringung von Pestiziden auf die Oberflächenwasserressourcen hat. Die Beurteilung wird noch vor dem Sommer erwartet, also in Kürze.

Die PvDd, eine Partei, die sich für die Belange von Tieren einsetzt, wurde ins Kabinett aufgenommen, was es diesem sehr schwer macht, Umweltbelange, wie die extrem häufige Nutzung von Glyphosat, zu ignorieren. Die politischen Parteien PvdA, CU, 50+, GroenLinks, SP, und PVV unterstützen die Bewegung von Esther Ouwehand – einem der zwei Parlamentsmitglieder für die Tierpartei.

Niederlande: Sorge wegen Monsantos Roundup

Am 27. Juni 2013 stimmte der Stadtrat von Rotterdam dafür, zukünftig die Verwendung von Monsantos Roundup zu verbieten. Das Ersuchen wurde unterstützt von der Grünen Partei und der Kampagne „Non-toxic Sidewalks for Our Children.” (Ungiftige Gehwege für unsere Kinder). Eine Petition aktivierte 600.000 Unterstützer.

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Die Stadt erkannte, dass die Verwendung von Roundup umstritten und schädlich für die Umwelt ist. Außerdem kostet es Millionen Euros, die durch das Herbizid entstandene Verunreinigung des Grundwassers aus dem lokalen Trinkwasser zu entfernen.

Rotterdams „Grüne Initiative“ will neben dem Verbot von Roundup, auch neue Parks und Spielplätze errichten. Es sollen außerdem mehr Blumen gepflanzt und eine Schutzfläche für Bienen und Wildtiere gefördert werden. Die Stadt will sich an der Pflanzung von Obstbäumen beteiligen. 

El Salvador und Sri Lanka verbieten das Herbizid

Nachdem in El Salvador und Sri Lanka gehäuft Nierenerkrankungen auftraten und der Zusammenhang mit Glyphosat nachgewiesen werden konnte, verboten die Regierungen das Herbizid.

Glyphosat macht also nachweislich krank. Die WHO warnt vor der krebserregenden Wirkung von Glyphosat und beruft sich dabei auf drei Studien aus Kanada, Schweden und den USA. Demnach ist es erstaunlich, dass die in der EU zuständige berichterstattende Behörde Glyphosat "Harmlosigkeit" bescheinigte und keinerlei Bedenken gegen eine Neuzulassung, die 2016 ansteht, äußerte. 

Originalquelle: 

http://netzfrauen.org