Russland-Affäre: Wikileaks-Gründer zu Aussage bereit – Will Assange auch über den ermordeten Seth Rich sprechen?

Epoch Times9. August 2018 Aktualisiert: 10. August 2018 9:47
Wikileaks-Gründer Assange will womöglich vor einem Ausschuss zur angeblichen Einflussnahme Russlands auf die US-Präsidentschaftswahl aussagen. 

Der Geheimdienstausschuss des US-Senats hat Wikileaks-Gründer Julian Assange zu einer Aussage zu den angeblichen russischen Einmischungen in den US-Wahlkampf 2016 aufgefordert.

Die Enthüllungsplattform veröffentlichte am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter die vom Ausschussvorsitzenden Richard Burr unterschriebene Einladung. Die juristische Abteilung von Wikileaks prüft nach eigenen Angaben die Anfrage, betonte aber, die Bedingungen müssten einem „hohen ethischen Standard“ genügen.

Russland wird vorgeworfen im US-Wahlkampf einen Hackerangriff gegen die Parteizentrale der Demokraten gefahren haben. Wikileaks veröffentlichte kurz vor der Wahl E-Mails unter anderem der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton, die die Enthüllungsplattform aber nicht von der russischen Regierung haben will.

Seth Rich „ein Idealist, der die Welt verändern wollte“

Laut einem Bericht von Fox News übergab der in 2016 ermordete Demokraten-Mitarbeiter Seth Rich die E-Mails an Wikileaks. Er soll rund 44.000 E-Mails aus dem Kreis von Hillary Clinton an die Plattform übergeben haben, bevor er erschossen wurde. Dies sei von FBI-Insidern bestätigt, meinte ein Privatdetektiv, der den Fall „Seth Rich“ untersuchte. Doch wenig später revidierte der Detektiv diese Aussage.

Laut einem anonymen FBI-Ermittler, der von „Fox News“ zitiert wurde, waren auf Seth Richs Computer 44.053 E-Mails und 17.761 Anhänge, welche führende US-Demokraten zwischen Januar 2015 und Mai 2016 verschickten. Diese Mails habe Seth Rich an Wikileaks weitergeleitet.

Der 27-Jährige war ein Mitarbeiter der US-Demokraten und „ein Idealist, der die Welt verändern wollte“, hieß es damals. Rich stand in Kontakt mit Gavin MacFadyen, einem amerikanischen Investigativ-Journalisten und Redakteur von WikiLeaks in London, der mittlerweile ebenfalls tot ist. (MacFadyen starb vergangenen Oktober im Alter von 76 Jahren an Lungenkrebs.)

Rich habe die Mails an WikiLeaks gesendet, bevor er am 10. Juli 2016 erschossen wurde. Auswertungen von Richs Computer ergaben auch, dass er ein Unterstützer von Bernie Sanders war. Sanders war zwar im gleichen Lager wie Hillary Clinton, wurde von ihr jedoch übergangen. Eigentlich sollte Sanders für die Demokraten als Präsidentschaftskandidat aufgestellt werden.

Gerüchte, Rich könnte ein Informant von Wikileaks gewesen sein, verbreiteten sich im Internet und bekamen internationale Aufmerksamkeit, nachdem Wikileaks eine Belohnung von 20.000 Dollar für die Ergreifung der Mörder von Seth Rich ausgelobt hatte.

Wikileaks-Gründer Assange kommentierte dann im August 2016 den Mord an Seth Rich, wollte aber nicht bestätigen, dass der junge Mann tatsächlich ein Informant der Enthüllungswebsite war. Assange meinte im niederländischen Fernsehen, der Tod von Seth Rich habe Informanten von Wikileaks verunsichert.

Russland bestreitet eine Einmischung in den US-Wahlkampf

US-Präsident Trump weißt die Vorwürfe zurück, dass sein Wahlkampfteam mit Russland unter einer Decke gesteckt habe. Die Anschuldigungen bezeichnet er als Hexenjagd.

Russland bestreitet seinerseits eine Einmischung in den US-Wahlkampf. Die Russland-Affäre wird auch von Sonderermittler Robert Mueller untersucht. Konkrete Hinweise darauf, dass Trump an illegalen Absprachen mit Moskau beteiligt war, gibt es bislang nicht.

Assange sitzt seit Jahren in der Botschaft Ecuadors in London fest. Dorthin war er 2012 geflohen, um einer Auslieferung an Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen zu entgehen. Diese Vorwürfe wurden inzwischen fallen gelassen.

Der Australier befürchtet, an die USA überstellt zu werden, wo ihm ein Prozess wegen Geheimnisverrats und womöglich sogar die Todesstrafe droht. Die von ihm mitgegründete Enthüllungsplattform Wikileaks hatte 2010 geheime Dokumente des US-Militärs veröffentlicht. (afp/so)

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