Russland fordert neue Koalition zur ISIS-Bekämpfung: Putin will irakische Armeen, Kurden und Anrainerländer miteinbeziehen

Für eine wirksame Bekämpfung der Terrormiliz Islamischer Staat schlägt Russland jetzt eine neue Strategie vor. Dies berichtet das russische Nachrichtenportal Sputnik unter Berufung auf die Zeitung Kommersant.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow, sein US-amerikanischer Amtskollege John Kerry und Kollegen vom Persischen Golf sprachen am Montag in Doha über neue Wege für einen effektiveren Kampf gegen ISIS. 

Bei dem Treffen in der Hauptstadt von Katar erläuterte Lawrow den Plan des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der vorschlägt, eine große Koalition unter Teilnahme der syrischen und irakischen Armeen, der Kurden und der Anrainerländer zu bilden.

Lawrow: US-Strategie ist "kontraproduktiv" 

Unterdessen warnte Russland die USA vor den Folgen von Angriffen auf die syrische Armee. Ein solches Vorgehen würde den Kampf gegen islamistische Extremisten in Syrien erschweren, sagte der russische Außenminister nach einem Treffen mit Kerry.

"Wir verlangen, dass jede Einmischung von außen in die syrische Krise gestoppt wird und die syrischen Parteien zu gemeinsamen Verhandlungen gedrängt werden."

Lawrow bezog sich damit auf die Ankündigung der USA, verbündete Rebellen in Syrien zukünftig mit Luftschlägen gegen Angriffe "schützen" zu wollen. Dies soll auch dann gelten, wenn die von den USA ausgebildeten Kämpfer von Regierungstruppen angegriffen werden, berichtet die "Zeit". 

Der russische Außenminister kritisierte die Strategie der USA als "kontraproduktiv". Außerdem würde dies gegen das Völkerrecht verstoßen. Die Bildung einer "einheitlichen Front" gegen Gruppen wie den Islamischen Staat oder die Al-Nusra-Front werde dadurch erschwert.

Russland-Plan stößt auf taube Ohren

Der von Moskau vorgeschlagene Plan sei die einzige reale Alternative für eine direkte Einbeziehung der USA in einen Bürgerkrieg, sagte Lawrow. Der Vorschlag Russlands stoße bei den USA und ihren arabischen Verbündeten jedoch auf taube Ohren. Lawrow musste bei den Treffen mit Kerry und dem saudischen Chefdiplomaten Adel al-Dschubeir feststellen, dass Washington und Er-Riad nach wie vor den Rücktritt des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad anstreben und die Regime-Gegner unterstützen, so Sputniknews. 

Russland hält das Vorgehen der USA und ihrer Verbündeten für "zerstörerisch", besonders da es keine echten Fortschritte im Kampf gegen ISIS gibt. Russland und Unterstützerstaaten des Assad-Regimes beteiligen sich nicht an der US geführten Koalition, da diese nicht mit einer speziellen Resolution des UN-Sicherheitsrats ausgestattet ist. 

"Als die USA vor einem Jahr die Schaffung einer Koalition im Kampf gegen IS im Irak und Syrien ankündigten, erhielt Washington die Zustimmung der irakischen Regierung, fragte jedoch nicht nach der Zustimmung von Damaskus. Wir betonten schon damals, dass dieses Herangehen illegitim und kontraproduktiv ist", so Lawrow. 

Luftangriffe alleine würden nicht ausreichen, fuhr der russische Außenamtschef fort. Es müsse eine Koalition gebildet werden, die jene einschließt, die am Boden mit Waffen gegen die Terroristen kämpfen, so Lawrow. Dazu gehören die Kurden sowie die syrischen und irakischen Armeen. (so) 

Quelle: https://www.epochtimes.de/politik/ausland/russland-fordert-neue-koalition-zur-isis-bekaempfung-putin-will-irakische-armeen-kurden-und-anrainerlaender-miteinbeziehen-a1259298.html