UN-Bericht: Das Schweigen über die Massengräber in der Ukraine

Epoch Times9. Oktober 2014 Aktualisiert: 9. Oktober 2014 8:56

Vor einigen Monate wurden Massengräber im Osten der Ukraine entdeckt. Russische wie auch westliche Medien berichteten von Gräbern mit rund 400 Leichen. Prorussische Separatisten entdeckten die Gräber im Gebiet Donezk und berichteten davon, dass es sich meist um zivile Opfer handelte. Viele waren derartig zugerichtet, dass sie nicht einfach identifiziert werden konnten. Die Gräber befanden sich in Gebieten die zuvor von der ukrainischen Armee kontrolliert worden waren, sagte der Separatistenführer Andrej Purgin, berichtet das Nachrichtenprortal Stern.

Bislang gibt keine unabhängige Bestätigung der Zahl der Todesopfer. Die Führung in Kiew sagte, die Angaben der russischen Separatisten seien "Propaganda" und "russische Lügen". Das ukrainische Militär sollte damit nach dem Rückzug in ein schlechtes Licht gerückt werden.

Die Existenz der Massengräber im Konfliktgebiet sind jedoch schon von mehreren Seiten bestätigt worden. Auch Fotos von entstellten Leichen wurden in Internet verbreitet. Das russische Parliament sprach von "Kriegsverbrechen" und forderte eine internationale Untersuchung.

Massengräber im Osten der Ukraine gefunden 

Russische Separatisten fanden die Massengräber. Die Gräber befanden sich in Gebieten auf denen ukrainische Truppen stationiert gewesen waren. Am 23. September wurde berichtet, dass die Separatisten Grabstätten in der Nähe der Kommunarskaya-22 Mine sowie in der Nähe der Dörfer Kommunar und Nizhnyaya Krynka gefunden hatten. 

Forensische Experten überprüften die Gräber und stellten fest, dass die Menschen durch Schüsse in den Kopf aus nächster Nähe getötet worden waren. 

Letzte Woche startete die Polizei der selbsternannten Donetsk Volksrepublik (DPR) ein Strafverfahren im Zusammenhang mit der Entdeckung der Massengräber. 

Russlands Außenministerium, Parlamentarier, Menschenrechtler und öffentliche Organisationen forderten eine internationale Untersuchung der Massengräber. 

Der UNHCHR versicherte, dass seine Mitarbeiter die Verbrechen aus der Sicht der Menschenrechte untersuchen werden. Das Internationale Komitee des Roten Kreuz (IKRK) schickte seine Forensiker in die Ukraine um dabei zu Helfen die Leichen zu identifizieren. 

Untersuchungsbericht der UNHCHR

Das UN-Dokument befasst sich mit den Vorkommnissen in der Ukraine im Zeitraum vom 18. August bis zum 16. September 2014. Die identifizierten Massengräber im Südosten der Ukraine sind jedoch kein Bestandteil der Untersuchungen des UN-Menschenrechtsrates (UNHCHR), berichtet die russische Nachrichtenagentur TASS. 

Die UNHCHR stimme bereits zu einem früheren Zeitpunkt zu, die Menschenrechtsangelegenheiten in der Ukraine im sechsten UN-Bericht, seit dem Waffenstillstandsabkommen Anfang September, zu beleuchten. Der Bericht wird diese Woche veröffentlicht werden.

[–Situation im Südosten der Ukraine–]

Nach Angaben der UN sind im Ukrainekonflikt rund 3.500 Menschen getötet worden und Hunderttausende sind auf der Flucht. Ukrainische Truppen und lokale Milizen bekämpfen sich in den Regionen Donezk und Lugansk. Kiew versucht durch verschiedene Militäroperationen die Kontrolle über die abtrünnigen Gebiete, die sich selbst als die Republiken Donezk und Lugansk bezeichnen, zurückzugewinnen. 

Die Konfliktparteien in der Ukraine vereinbarten am 5.September 2014 eine Feuerpause. Diese Übereinstimmung wurde bei einem Meeting mit der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) getroffen. 

In dem UN-Bericht heißt es, dass ukrainische Streitkräfte für den "wahllosen Beschuss von Wohnquartieren in den umkämpften Gebieten im Osten des Landes verantwortlich sind." 

UN-Experten sagen, dass allem Anschein nach die meisten zivilen Todesopfer durch den Artilleriebeschuss auf Wohnvierteln und den Einsatz von schweren Geschützen verursacht wurden. 

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Der UNHCHR sagte, dass beide Parteien im Ukrainekonflikt Schuld an den vielen Toten in der Zivilbevölkerung haben. Es heißt, die Militanten verstecken sich unter den Zivilisten wodurch diese Ziele von Angriffen werden. 

Der Bericht befasst sich auch mit den Verbrechen die von den freiwilligen ukrainischen Bataillonen, welche vom ukrainischen Innenministerium kontrolliert werden, begangen worden sind. Die Kämpfer der Aidar, Dnepr-1, Kiew-1 und Kiew-2 Bataillone sind in Verbrechen wie Entführungen, willkürliche Festnahmen, Folter, Mord und Erpressung verwickelt. 

"Kiew hat keine Macht über die Militäreinheiten"

Ein ukrainischer Nationalgarde Soldat sagte, dass die ukrainischen Behörden die Militäreinheiten nicht steuern könnten, so TASS. 

Der UNHCHR hatte die ukrainische Regierung bereits mehrfach dazu aufgefordert seine Militäreinheiten, sowie die Freiwilligenbataillone besser zu kontrollieren. Die Ukraine müsse garantieren, dass es keine Verbrechen an der Zivilbevölkerung gäbe. 

In dem Bericht heißt es, dass von April bis September 2014 3.517 Menschen an den Folgen der Konfrontation zwischen den Regierungstruppen und den Milizen in der Ukraine gestorben seien und 8.200 Menschen verwundet wurden. Der UNHCHR aktualisierte diese Zahlen in der vergangenen Woche, und sagte, dass es mittlerweile 3.627 Todesopfer und 8.446 Verletzte gibt. Die genau Anzahl der Opfer ist allerdings nicht bekannt. (so) 

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