Sarrazin: „Kein Land der Welt kann die Probleme eines anderen Landes lösen“

Epoch Times7. November 2015 Aktualisiert: 7. November 2015 16:19
In 2010 erregte der Autor Thilo Sarrazin mit seinem Bestseller "Deutschland schafft sich ab" großes Aufsehen. Er erntete auch heftige Kritik. Heute, so Sarrazin, wäre alles noch schlimmer gekommen, als er es damals im Buch beschrieben hatte.

Der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin ist ein scharfer Kritiker der deutschen Flüchtlingspolitik. Zuwanderer aus dem Balkan sollten "im Wesentlichen" ohne Asylverfahren sofort abgeschoben werden, sagte Sarrazin in einem Gespräch mit der Wochenzeitung "Die Zeit" im September. Das Asylrecht müsse "so eingeschränkt werden, dass es für politische Aktivisten gilt oder für Menschen, die im Rahmen eines Völkermords verfolgt werden, aber nicht für jeden, der in einer Diktatur oder einer unvollkommenen Demokratie irgendwie unterdrückt wird", so Sarrazin.

"Ein Asylrecht wie das gegenwärtige bedeutet, dass im Grunde 80 Prozent der Weltbevölkerung wegen ihrer heimatlichen Verhältnisse bei uns sein können. Das ist auf Dauer nicht haltbar."

Die Medien würden mit Bildern der Flüchtlinge in Europa die Menschen beeinflussen. Denn die Leute die sich auf die Balkanroute machen, brechen im sicheren Nordirak auf oder in der sicheren Türkei. "Aus der Kriegsnot sind sie da bereits heraus. Wenn sie sich entscheiden, nach Deutschland zu gehen, spielen andere Gründe eine Rolle. Es ist eben angenehmer, Flüchtling in Hannover als in Erbil zu sein," kritisiert Sarrazin.

Auf die Frage des "Zeit"-Reporters ob er Angst vor der Zuwanderung in Deutschland habe, meinte der Autor des Bestsellers "Deutschland schafft sich ab": "Alles was ich in ‚Deutschland schafft sich ab‘ geschrieben habe, hat sich nicht nur voll bestätigt, es ist weitaus schlimmer geworden. Die Radikalisierung des Islams geht weiter, das Auseinanderklaffen in der Bildungsleistung, die Veränderung ganzer Stadtteile gehen unverändert weiter. Das wird sich jetzt alles noch verstärken durch die Zuwanderung. Insofern bin ich natürlich sehr besorgt".

Wie, so der Reporter, würde sich Sarrazin die enorme Hilfsbereitschaft in Deutschland gegenüber den Flüchtlingen erklären, wäre die Integrationserfahrung in Deutschland so verheerend? 

"Zunächst einmal ist es ja gut, dass Menschen anderen Menschen helfen. Aber die Frage nach der Hilfsbereitschaft ist von der Frage zu trennen, was für unseren Staat, für unsere Gesellschaft langfristig richtig ist", so der Ex-Politiker.

Verantwortung für die Flüchtenden trügen in erster Linie die arabischen Nachbarstaaten sowie die Golfstaaten und Saudi-Arabien, "die vor Geld stinken und keinen einzigen fremden Araber und Glaubensgenossen aufnehmen", sagte Sarrazin.

Es sei "ein Skandal politischer Unfähigkeit und Fantasterei, dass die Politik dreißig Jahre nach dem ersten Schengen-Abkommen nicht verstanden hat, dass man interne Grenzkontrollen nur abbauen kann, wenn man die äußeren Grenzen wirksam kontrollieren kann". Dies sei technisch "absolut möglich". Sarrazin forderte zudem eine Reihe von Maßnahmen, um den Zuzug weiterer Flüchtlinge zu stoppen.

Er meint: "Kein Land der Welt kann die Probleme eines anderen Landes lösen. Das muss aus dem Land selbst kommen".

Und wenn dies nicht gelinge? 

"Wir müssen unsere eigene Bevölkerung und unser Gesellschaftsmodell vor äußerer Bedrohung schützen. Dazu gehört auch ungeregelte, kulturfremde Einwanderung im Übermaß. Und zum anderen haben die Länder, in denen es schlecht läuft, die Aufgabe, sich selbst richtig zu entwickeln", ist der Autor überzeugt. Er fügt hinzu: "Singapur war im Jahr 1960 ärmer als Ghana, beide waren damals britische Kolonien, und sehen Sie, wo Singapur heute steht und wo Ghana. Das hat Singapur keiner äußeren Macht zu verdanken, sondern nur sich selbst". (so) 

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