Satellitendaten: Etwa 70 Prozent der Brände ereignen sich in Afrika, nicht in Südamerika – Aber was zählt als Brand?

Von 25. August 2019 Aktualisiert: 25. August 2019 23:42
Auch wenn die Welt auf das Amazonasgebiet schaut, finden etwa 70 Prozent der Brände der Welt in Afrika südlich der Sahara statt. Besonders betroffen sind die Demokratische Republik Kongo sowie Sambia und Angola. Die Frage ist: Was zählt als Brand?

Während die Informationen über die Brände im Amazonasgebiet weltweit verbreitet werden – oft mit einigen Ungenauigkeiten – herrscht um die Brände, die in Afrika heimsuchen, eine ohrenbetäubende Medienstille. Denn etwa 70 Prozent der Brände der Welt ereignen sich in Afrika südlich der Sahara (und vermutlich sind viele davon das Verbrennen von Hausmüll und Gartenabfällen).

Bilder von Satelliten-Waldbrandüberwachungssystemen zeigen, dass es viele Brände in den Regionen der Subsahara gibt und dass sie die Mehrheit bilden.

Auf Twitter kann man dazu lesen:

67% der Brände treten in Schwarzafrika auf, ein sehr kleiner Teil in Amazonien. Aber offensichtlich ist es für @EmmanuelMacron viel einfacher, den armen #Bolsonaro anzugreifen als die korrupten afrikanischen Diktatoren, mit denen er zusammenwirkt! https://t.co/gdS1jvlLvi pic.twitter.com/fAKdtEzP7I

– Napoleon (@tprinced love) 24. August 2019

Brände in Südamerika und Afrika 👉 https://t.co/M9a3O0YoS3 #Fire #SouthAmerica #Africa pic.twitter.com/VPCo3dY9je

– Valéry Rasplus (@ValeryRasplus) 21. August 2019

Im Original:

Laut „La Voix du Nord“ zeigen Karten, die von Messgeräten des europäischen Umweltforschungsdienstes Kopernikus erstellt wurden, dass diese afrikanische Region derzeit den größten Teil der Biomasseverbrennung weltweit ausmacht.

Besonders betroffen sind demnach die Demokratische Republik Kongo sowie Sambia und Angola. Der größte Teil der Biomasseverbrennung weltweit findet derzeit in den Regionen der Subsahara statt.

Laut einem NASA-Bericht machen Brände in Schwarzafrika etwa 70 Prozent der gesamten Brandgebiete der Welt aus.

Brände im Amazonasgebiet und in Afrika aus dem Weltraum gesehen #NASA #MODIS pic.twitter.com/lJgejQXDFc

Conor A Nixon (@Shamrocketeer) December 2, 2016

In den Publikationen von NASA-Analysten ist zu lesen, dass diese Brände „im Wesentlichen landwirtschaftlichen“ Ursprungs sind. Die US-Agentur sagt, dass Landwirte aus den Regionen südlich der Sahara Feuer benutzen, um ihr Land zu roden, Weiden zu reaktivieren und Abfälle von Ackerland vor der nächsten Vegetationsperiode zu verbrennen.

Doch: Was zählt als Brand?

Den Karten nach soll es in Paraguay (Südamerika) an vielen Stellen brennen. Vor Ort sieht es jedoch so aus, wie Lia und Chris, die aus Deutschland ausgewandert sind, in einem aktuellen Video berichten:

Die Karte, die auch im Video benutzt wird, fires.globalforestwatch.org, zählt für die Demokratische Republik Kongo zwischen dem 17. und 24. August in der Provinz Katanga 58.557 Brände. Vermutlich zeigen viele eingezeichnete Brände das Verbrennen von Hausmüll und Gartenabfällen.

Zum Vergleich die Daten von Brasilien im gleichen Zeitraum:

In den europäischen Medien (beispielsweise dem „Focus“) gibt es seltsamerweise kaum Zahlen über die Flächengröße der Brände. Normalerweise sind diese Angaben in Hektar oder Quadratkilometer besonders brisant und werden an vorderer Stelle in den Berichten genannt.

Eine Zahl gibt es: Am 21. August 2019 brannten 4.710 Quadratkilometer Regenwald (Quelle: kurier.at). Der Regenwald hat eine Fläche von rund 8.000.000 Quadratkilometer – anders gesagt, es brannten 0,059 Prozent in Brasilien, Bolivien und Paraguay.

Das Original erschien in The Epoch Times (Frankreich) (deutsche Bearbeitung von ks)
Originalartikel: Environ 70% des incendies de forêt ont lieu en Afrique noire d’après les données satellitaires

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