Saudi-Arabien lockert Geschlechtertrennung in der Gastronomie

Epoch Times9. Dezember 2019 Aktualisiert: 9. Dezember 2019 13:50
Restaurants und Cafés müssten in Zukunft in Saudi-Arabien keine separaten Eingänge mehr für Frauen haben. Es blieb zunächst unklar, ob auch die strenge Sitzaufteilung im Inneren der Gasthäuser gelockert wird.

Saudi-Arabien hat seine strengen Vorschriften über die Geschlechtertrennung in Restaurants und Cafés gelockert. Das Ministerium für Gemeinden und ländliche Angelegenheiten teilte am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, die Vorgaben für geschlechterspezifische Eingangstüren werde abgeschafft. Restaurants und Cafés müssen demnach zukünftig keine separaten Eingänge mehr für Frauen haben. Es blieb zunächst unklar, ob auch die strenge Sitzaufteilung im Inneren der Gasthäuser gelockert wird.

Die Ankündigung wurde in sozialen Netzwerken von jungen Saudi-Arabern begrüßt, erzkonservativ eingestellte Nutzer kritisierten die Reform jedoch und schrieben, sie verstoße gegen Regeln des Islams.

Bislang mussten Gastronomiebetreiber ihre Restaurants mit zwei separaten Eingängen ausstatten: Mit einer Tür für alleinstehende Männer sowie einer weiteren für Frauen und Familien. Auch in den Innenräumen der Gasthäuser wurden die Gruppen bislang streng voneinander getrennt. Einige liberale Gastronomen richteten in den vergangenen Jahren aber bereits gemischte Essräume ein.

In Saudi-Arabien wird traditionell eine strenge Politik der Geschlechtertrennung verfolgt. Kronprinz Mohammed bin Salman treibt mit Blick auf die Wirtschaftsfähigkeit seines Landes seit einiger Zeit aber liberale Gesellschaftsreformen in dem ultrakonservativen Königreich voran. So dürfen Frauen seit Juni Auto fahren, auch wurden sie erstmals in Sportstadien, Konzerten und Kinos zugelassen.

Von einer Gleichberechtigung der Geschlechter ist das muslimische Land noch weit entfernt. Kritiker sprechen von lediglich kosmetischen Reformen.

In den vergangenen Monaten wurden zudem zahlreiche Frauenrechts-Aktivistinnen festgenommen. Nach Angaben ihrer Familien und Menschenrechtsorganisationen befinden sich noch rund ein Dutzend Frauen im Gefängnis, einige sollen dort demnach gefoltert werden. (afp)

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