Saudis setzen britische Streubomben im Jemen ein: „Missbildungen bei Kindern durch den Krieg drastisch angestiegen“

Epoch Times25. März 2017 Aktualisiert: 25. März 2017 15:50
Saudi Arabien bombardiert den Jemen seit rund zwei Jahren. Das Königreich gestand ein, Streubomben "in eingeschränkter Art und Weise" im Jemen-Krieg zu verwenden. Die geächtete Streumunition stammt aus Großbritannien. Die Folgeschäden für Neugeborene sind enorm.

Die Kinder im Jemen leiden enorm unter den Kriegsfolgen. Ein Arzt im Al Sabeen-Krankenhaus von der Geburts- und Kinderklinik erzählt RT von einem drastischen Anstieg von Missbildungen bei Säuglingen seit Beginn des Krieges.

2016 hat „Amnesty International“ die Ergebnisse einer Untersuchung im Jemen veröffentlicht worin bestätigt wurde, dass die sunnitische Militärallianz unter saudischer Führung Streubomben aus britischer Produktion eingesetzt hat.

Später gestand auch das Königreich ein, Streubomben „in eingeschränkter Art und Weise“ im Jemen-Krieg verwendet zu haben. Seit rund zwei Jahren bombardiert Saudi Arabien das Nachbarland.

Großbritannien ist Vertragsstaat der im Jahr 2008 beschlossenen Konvention über ein Verbot von Streumunition. Vor seinem Beitritt hat Großbritannien Streumunition produziert, exportiert, importiert und eingesetzt.

Streubomben sind international geächteten. Die Streumunition verbreitet sich weitflächig und ungenau.

In der Pressemitteilung von Amnesty International hieß es damals: “Koalitionsstreitkräfte haben BL-755 Streubomben aus britischer Produktion im Jemen eingesetzt. Die BL-755 wurde von Hunting Engineering Ltd in den 1970er Jahren hergestellt. Dieser Typ von Streumunition wurde für den Einsatz aus einem Tornado-Kampfflugzeug entwickelt und enthält 147 Submunitionen, die eine 250 mm starke Panzerung durchschlagen können. Beim Aufprall zerberstet die Submunition in mehr als 2.000 Splitter, womit diese wie Anti-Personen-Waffen wirken. Es ist bekannt, dass die BL-755 sowohl in den Lagerbeständen von Saudi Arabien als auch der Vereinigten Arabischen Emiraten vorhanden ist.“

“Die humanitären Auswirkungen, die wir gerade im Jemen beobachten können – ausgelöst von 50 Jahre alter Streumunition – zeigen uns zum wiederholten Male wie wichtig die Zerstörung der Lagerbestände ist, um sichergehen zu können, dass solche unterschiedslos tötenden Waffen nicht mehr eingesetzt werden,“ so Megan Burke, Direktorin der „Cluster Munition Coalition“.

„Cluster Munition Monitor“ besorgt über künftige Handhabe von Streubomben

Wie „Cluster Munition Monitor“ berichtet hat, wurden bevor Großbritannien dem Verbot beigetreten ist Streubomben aus britischer Produktion in 21 Staaten exportiert. Zehn der importierenden Staaten verzichten seitdem durch den Beitritt zur Konvention auf diese Waffen – Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate gehören jedoch nicht dazu.

Großbritannien hat die letzten Einsätze von Streubomben (u.a. in der Ukraine, im Sudan und in Syrien) zwar verurteilt, sich jedoch bisher nicht zum Jemen geäußert. Die „Cluster Munition Coalition“ ist besorgt darüber, dass Großbritannien keinen einheitlichen Ansatz dazu verfolgt, wie die Vertragsstaaten des Streubombenverbots mit neuen Einsätzen der Waffe umgehen sollen.

Bei der ersten Revisionskonferenz des Verbotsvertrages 2015 hat Großbritannien als einer von vier Staaten nur unter Vorbehalt der „Dubrovnik Declaration“ zugestimmt. Diese verurteilt jeglichen Einsatz von Streumunition von jedem Akteur.

Großbritannien steht als Vertragsstaat der Streubombenkonvention in der Pflicht die Normen, die diese aufgestellt hat, zu unterstützen und alle Nicht-Vertragsstaaten zu entmutigen Streumunition einzusetzen“ (Artikel 21), dies zählt genauso für den Einsatz im Jemen.

Die „Cluster Munition Coalition“, deren Gründungsmitglied „Handicap International“ ist, hat wiederholt die von Saudi Arabien geführte Koalition dazu aufgerufen den Einsatz von Streumunition zu beenden. Alle Staaten der Koalition sollten stattdessen der Konvention über ein Verbot von Streumunition beitreten.

Quelle: 

Britische Streubomben im Jemen eingesetzt

Yemen: Children among civilians killed and maimed in cluster bomb ‘minefields’

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