Sea-Eye protestiert: NGO-Schiff „Alan Kurdi“ seit fünf Tagen vor Lampedusa

Epoch Times31. Oktober 2019 Aktualisiert: 31. Oktober 2019 17:58
90 Migranten und 17 Besatzungsmitglieder warten vor der Küste von Lampedusa auf dem NGO-Schiff "Alan Kurdi". Die Zustände an Bord verschlechtern sich.

Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye hat gegen die seit fünf Tagen anhaltende Blockade ihres NGO-Schiffs „Alan Kurdi“ vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa protestiert. Die Situation auf dem Schiff mit 90 Migranten und 17 Besatzungsmitgliedern an Bord verschlechtere sich zunehmend, teilte die Organisation am Donnerstag mit. Die italienische Regierung verlängerte unterdessen ein umstrittenes Abkommen mit Libyen zur Unterstützung und Ausbildung der libyschen Küstenwache.

Das deutsche Schiff „Alan Kurdi“ wartet seit fünf Tagen vor Lampedusa auf eine Anlandeerlaubnis in einem europäischen Hafen. Die Wasser- und Lebensmittelvorräte würden knapp, teilte die Organisation Sea-Eye mit. Zudem verschlechtere sich der Gesundheitszustand einiger Menschen an Bord.

Die Organisation kritisierte, das Schiff werde von den italienischen Behörden blockiert, obwohl es eine „politische Lösung“ für die Verteilung der Migranten gebe. Deutschland, Frankreich und Italien hatten sich auf die Aufnahme von insgesamt 209 Migranten geeinigt, die in den vergangenen zwei Wochen auf dem Mittelmeer an Bord gingen.

Finanzierung und Ausbildung der Küstenwache

Italiens Außenminister Luigi Di Maio kündigte am Mittwoch an, ein im Jahr 2017 unterzeichneter Vertrag über die Finanzierung und Ausbildung der libyschen Küstenwache werde ab Samstag um drei Jahre verlängert.

Ohne die Unterstützung Italiens bestehe die Gefahr, dass die libysche Küstenwache ihre Arbeit einstelle, sagte Di Maio im Parlament. Dann würden noch mehr Migranten versuchen, auf dem Seeweg nach Europa zu gelangen. Die Folge wäre eine „Verschlechterung der Zustände“ in den Aufnahmezentren für Migranten. Libyen ist Transitland für Migranten aus afrikanischen Ländern, die über das Mittelmeer in die EU gelangen wollen. (afp)

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