Sea Watch meldet vermisstes Schlauchboot im Mittelmeer – Frontex-Flugzeug setzt Suche fort

Epoch Times13. April 2020 Aktualisiert: 13. April 2020 9:56
"Wir sind sehr besorgt", sagte am Sonntag eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Das Boot sei offenbar gekentert, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk mit.

Internationale Organisationen sorgen sich um das Schicksal von Migranten, deren Schlauchboot im Mittelmeer seit dem Wochenende vermisst wird. „Wir sind sehr besorgt“, sagte am Sonntag eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Das Boot sei offenbar gekentert. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex teilte mit, sie habe bereits nach dem Boot gesucht. Ein Frontex-Flugzeug werde die Suche am Montag fortsetzen.

Nach Angaben der deutschen Seenotrettungsorganisation Sea Watch befanden sich vermutlich 85 Menschen auf dem Schlauchboot. Sea Watch sowie die ebenfalls deutsche Organisation United4Rescue hatten nach eigenen Angaben am Wochenende dieses Boot sowie drei weitere Flüchtlingsboote in Seenot vor der Südküste von Malta gesichtet.

Sea Watch International twitterte am Ostersonntag: „Heute hat @Frontex vier Schlauchboote gesichtet, die wahrscheinlich gestrigen @Alarm_Phone-Fälle. Eines davon ist gekentert, wir müssen davon ausgehen, dass es mit den Menschen an Bord gesunken ist, da keine Kenntnis über eine Rettung oder eine Überwachung vorliegt. Europa hat sie allein gelassen: um an Ostern zu sterben. Wieder einmal.“

Von den übrigen drei Booten erreichte eines laut Frontex inzwischen Italien. Die beiden anderen seien zuletzt weiterhin auf See gesichtet worden. Auf diesen drei Booten befanden sich nach Angaben von Sea Watch insgesamt 173 Menschen.

Italien hatte in der vergangenen Woche wegen der Corona-Pandemie alle seine Häfen geschlossen, auch für Schiffe mit aus Seenot geretteten Flüchtlingen. Die Entscheidung wurde von Sea Watch und anderen Seenotrettungsorganisationen heftig kritisiert.

Die unter der Corona-Krise leidenden Bürger Italiens dürften nicht der Grund dafür sein, „jenen Hilfe zu verwehren, die nicht Gefahr laufen, in einem Intensivbett zu ersticken, sondern zu ertrinken“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Seenotretter. (afp)

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