Sitzen für die Freilassung von Ai WeiWei

Von und 17. April 2011 Aktualisiert: 17. April 2011 19:59
Foto-Galerie: Aktion 1001 Stühle für Ai Weiwei

Weltweit protestierten sie heute, die Engagierten, die Mutigen, die Lebendigen und Kreativen. Und brachten ihre Stühle mit – um dem chinesischen KP-Regime zu zeigen, dass die Welt sieht, wenn Unrecht geschieht. Und dass Einschüchterung vielleicht noch eine Weile hinter der kommunistischen Internet-Mauer und Medien-Blockade funktioniert, aber die Menschen weltweit sich um die Chinesen sorgen, nicht nur um deren prominente Künstler, auch wenn ihnen wie jetzt gerade Ai Weiwei Anlass zu großer Sorge gibt.

In Berlin brachten etwa 150 Leute ihre Stühle mit, in München etwa 80. Und die Documenta-Stadt Kassel fühlt sich ganz besonders verbunden mit dem chinesischen Künstler Ai Weiwei.

Sie waren still und friedlich, aber nicht stumm. Ihre Plakate fragten: Wo ist Ai Weiwei? Ihre Augen sagten: Wir beobachten euch! Ihr könnt nicht mehr unbemerkt euer schmutziges Versteckspiel mit den chinesischen Menschen spielen. Wir haben es gesehen!

Unser Reporter vor Ort, Erik Rusch, hat Menschen vor der chinesischen Botschaft in Berlin gefragt, was sie bewegt.

Epochtimes: Herr Langelüttich, sie sind Kamera-Assistent. Was hat Sie hierher geführt?

Langlüttich: Es war die Sprachlosigkeit der Menschen in meinem Umfeld. Alle wissen, dass die kommunistische Partei Chinas (KPCh) nicht mit offenen Karten spielt. Sie haben schon so oft Menschen festgenommen und die Gründe dafür erfunden, wir vermuten, dass die wahren Gründe auch dieses Mal nicht genannt wurden.

Epochtimes: Wie sehen das, dass Kunst als Sprachrohr für politische Missstände genutzt wird?

Langlüttich: Kunst ist Sprache, es gibt viele Sprachen, um darüber zu sprechen.  Kunst sollte der Raum gelassen werden, den sie braucht, um sich zu entfalten. Wir fordern: Lasst demokratische Verhältnisse zu. Gebt den Künstlern ihren Raum.

Epochtimes: Sie erwähnten die Sprachlosigkeit in ihrem Umfeld. Was ist ihrer Meinung nach die Ursache?

Langlüttich: Viele Bekannte riefen mich an sprachen mit mir über die heutige Aktion, zeigten Betroffenheit, doch wie viele sind wirklich gekommen? Halb Schöneweide müsste doch hier sein! Auch hatte ich erwartet, viele Leute von den Universitäten hier anzutreffen, denn man hatte Ai Weiwei ja eine Professur zugesagt, wenn er nach Berlin kommt.

Gespräche und Small Talk

In weiteren Gesprächen sagte eine Dame der 50+ Generation, wie wichtig ihr doch Meinungsfreiheit sei. Für sie gehört auch das gesprochene Wort zur Wahrhaftigkeit, die auch jeder Einzelne für sich entwickeln müsse. Jeder Einzelne zählt, jeder Aufrichtige, jede Wahrhaftigkeit. Und so ist die Freude groß, dass doch so viele weltweit gekommen waren.