Skandal bei G20: Falun Gong-Praktizierende protestieren gegen Chinas Mörderregime und werden verhaftet

Von 3. Dezember 2018 Aktualisiert: 23. Mai 2019 22:24
Demonstranten, die friedlich gegen Menschenrechtsverletzungen in China im Vorfeld des G20-Gipfels in Buenos Aires protestierten, wurden verhaftet und abgeführt.

Praktizierende der spirituellen Disziplin Falun Gong versammelten sich am 29. November in der Nähe des Sheraton Hotels in Buenos Aires, wo der chinesische Führer Xi Jinping wohnte. Sie wollten dort gegen die schon 19 Jahre andauernde Verfolgung durch das kommunistische Regime in China protestieren. Etwa ein Dutzend Demonstranten standen hinter Metallbarrikaden und hielten zwei Banner, die ein Ende der Verfolgung von Falun Gong in China forderten.

Das Filmmaterial, das die Epoch Times von dem Vorfall erhalten hat, zeigt mehrere Polizisten, die die Banner beschlagnahmen, was zu einer Situation eskaliert, die einem „Tauziehen“ ähnelt. Polizisten und Demonstranten ziehen von zwei Seiten am Banner. Man hört die Demonstranten, die die Polizei anflehen, aufzuhören, während die Polizei auf die Praktizierenden einredet.

Ein an dem Vorfall beteiligter Demonstrant, Natividad Almaraz, 30, sagte, ein männlicher Polizist habe ihm gesagt, dass sie nicht dort sein dürften, weil sie gegen das chinesische Regime protestierten.

Die Praktizierenden waren von Hunderten von Unterstützern der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) umgeben, die rote Poloshirts trugen und große kommunistische Fahnen schwenkten. Solche Gruppen werden bekanntlich von lokalen chinesischen Botschaften organisiert, wenn KPCh-Führungskräfte Staatsbesuche machen.

Im Video schlägt ein Mann aus der Pro-KPCh-Gruppe seine Fahnenstange in das Gerangel, um die Demonstranten dazu zu bringen, ihr Banner loszulassen. Später sind mehrere Mitglieder der KPCh-Gruppe zu sehen, die Flyer einsammeln und wegschmeißen, die aus der Tasche eines Praktizierenden gefallen sind.

Während des Vorfalls kann man einen männlichen Polizisten sehen, der mit seinem Schlagstock die Hände der Demonstranten trifft, die das Banner halten. Der selbe Beamte kann später mit seinem Schlagstock gesehen werden, wie er einen männlichen Praktizierenden im Würgegriff hält, um ihn dazu zu bringen, das Banner loszulassen.

Das Banner wird schließlich von der Polizei beschlagnahmt, und die Falun Gong-Demonstranten werden verhaftet und in ein nahegelegenes Polizeirevier abgeführt.

Als die Polizei einen männlichen Demonstranten abführt, zeigt ein Mann im Anzug, wahrscheinlich der verantwortliche Beamte, auf die Tasche des Demonstranten und sagt: „Er hat eine Bombe da drin“. Später kann man sehen, wie die Polizei die Tasche durchsucht und an den Besitzer zurückgibt, nachdem sie nichts Verdächtiges gefunden hat.

Der verantwortliche Beamte sagte der Epoch Times, „[er oder sie] hat einen Polizisten angegriffen“, als Rechtfertigung für die Verhaftungen.

Neun Demonstranten wurden verhaftet und über Nacht auf einer örtlichen Polizeistation festgehalten. Sie wurden am Nachmittag des folgenden Tages ohne Anklage freigelassen.

Die örtliche Polizei reagierte nicht auf eine Anfrage der Epoch Times zu einer Stellungnahme.

„Befehle von oben“

Almaraz sagte nach dem Vorfall, eine Polizistin hätte ihm erzählt, dass sie den Falun Gong-Praktizierenden nicht helfen könne, da die Befehle von oben kamen, und es jede Menge Korruption innerhalb der Behörden gäbe.

„Die Polizistin sagte mir, ‘ich weiß, was [Falun-Gong-Praktizierende] tun, ist gut‘“, so Almaraz.

Fu Liwei, eine weitere argentinische Falun Gong-Praktizierende, die während des Vorfalls anwesend war, sagte, als sie ankam, folgten ihr Mitarbeiter der chinesischen Botschaft und baten die Polizei, sie zu verhaften.

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„Ich fragte einen Polizisten, ob er mich beobachtet oder beschützt“, so Fu – er sagte: „Beides“.

Sebastian Arcusin, einer der verhafteten Praktizierenden, sagte, dass die Praktizierenden nichts Illegales täten. Sie protestierten nur friedlich und forderten ein Ende der Verfolgung in China.

In China werden unsere Mitpraktizierenden verfolgt. Sie werden gefoltert. Ihre Organe werden entnommen. Es ist Völkermord! Wir sind für sie da. Wir bitten darum, diese Verfolgung zu stoppen“, so Arcusin.

Die Falun Dafa Vereinigung in Argentinien sagt in einer Erklärung am 30. November: „Es war legal für Falun Gong Praktizierende, dort friedlich zu demonstrieren. Wir werden rechtliche Schritte gegen die Täter einleiten.“

Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, besteht aus fünf Meditationsübungen und basiert auf den Prinzipien von Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht. Laut Minghui.org, einer offiziellen Falun Gong Website, wird das buddhistische Qigong von Millionen Menschen in mehr als 110 Ländern weltweit praktiziert.

1999 initiierte der ehemalige KPCh-Führer Jiang Zemin die Verfolgung von Falun Gong. Die weitreichende Unterdrückung hat in China – offiziellen Angaben zufolge – zum Tod von mehr als 4.200 Falun Gong-Praktizierenden durch Folter und Missbrauch geführt. Die Dunkelziffer dürfte um ein vielfaches höher liegen. Zudem werden die zu Unrecht Inhaftierten für ihre Organe getötet. Forscher haben diese Zwangsentnahme von Organen als Völkermord bezeichnet.

Das Original erschien in The Epoch Times (USA) (deutsche Bearbeitung von al)
Originalartikel: Prior to G-20, Falun Gong Practitioners Arrested for Protesting Chinese Regime’s Abuses