Syrien: 58 IS-Kämpfer bei Angriff auf Luftwaffenbasis getötet – Russland Engagement „Eigeninteresse“

Epoch Times9. November 2015 Aktualisiert: 9. November 2015 13:38
Die Hilfe Russlands ermöglicht es den syrischen Regierungstruppen effektiver gegen den Islamischen Staat vorzugehen. Das russische Engagement in Syrien sei aber auch aus Eigeninteressen, meinte der deutsche Außenminister Steinmeier.

Der syrischen Regierungsarmee gelang es einen Angriff der Terrormiliz Islamischer Staat auf einen wichtigen Militär-Luftwaffenstützpunkt abzuwehren. Dabei wurden laut Angaben syrischer Medien 58 Terroristen getötet. 

Die IS-Miliz griff die Stadt Deir ez-Zor an, die als wichtiges Bollwerk der Regierungsarmee in Ostsyrien gilt. Die Dschihadisten wollten den Luftwaffenstützpunkt unter ihre Kontrolle bringen, doch die Attacke konnte von der Regierungsarmee erfolgreich abgewehrt werden. Viele der Angreifer wurden getötet.

Roadmap zur Beendigung des Krieges

Mitte Oktober appellierte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) im Syrien-Konflikt an alle beteiligten Staaten: Sie sollten im Rahmen einer Konferenz gemeinsam nach einer Lösung des Konfliktes suchen. Steinmeier meinte: Es werde keinen Frieden geben, "wenn wir die Verantwortlichen der am Konflikt Beteiligten, in Syrien und aus der Region, nicht ins Boot kriegen. Das heißt, dass wir die USA und Russland, aber auch die Türkei, Saudi-Arabien und Iran mit an einen Tisch bekommen müssen, um eine Roadmap zur Beendigung des Krieges zu vereinbaren."

Direkte Kontakte mit Syriens Diktator Assad lehnte der Minister damals ab: "Das wird nicht nötig sein. Aber Realpolitik bedeutet, nicht nur nach Gut und Böse zu urteilen, sondern das Machbare zu tun und zwischen Sein und Sollen unterscheiden zu können. Assad ist ein Machtfaktor, solange er Unterstützung aus Moskau und Teheran erhält. Deshalb spricht der UNO-Sondergesandte de Mistura im Namen der Weltgemeinschaft mit Assads Regierung und auch mit ihm persönlich." 

Steinmeier räumte ein: "Das Eingreifen Russlands in Syrien hat die Situation ungleich komplizierter gemacht. Das ändert aber nichts an der Einsicht, dass eine Lösung ohne Russland nicht möglich ist – und gegen Russland schon gar nicht. Deswegen bleibt es dabei: Wir müssen weiter auch mit Moskau reden – sonst sehe ich keine Chance auf Frieden."

Russland engagiert sich seit Ende September auf Bitten Assads in Syrien. Die russische Luftwaffe flog bereits über 1000 Angriffe auf verschiedene Terrormilizen in Syrien und konnte nach eigenen Angaben bereits zahlreiche Erfolge verbuchen.

Zum Vorgehen Russlands in Syrien meinte Steinmeier auch: "Wir sind nicht naiv. Russland verfolgt eigene Interessen. Allerdings glaube ich nicht, dass dieser Kurs Moskaus auf Dauer erfolgreich sein kann. Sich die arabisch-sunnitischen Massen und Mächte zu Gegnern zu machen, sich in Syrien militärisch so zu exponieren, das alles scheint mir hochriskant."

Die von Steinmeier geforderte Roadmap zur Beendigung des Syrien-Krieges gibt es bislang nicht.  (so/dts) 

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