Terrorexperte warnt vor IS-Guerillakrieg in Westeuropa

Epoch Times20. November 2015 Aktualisiert: 20. November 2015 17:18
Ein Terrorexperte und Ex-Pentagon-Berater empfiehlt die Luftangriffe auf den Islamischen Staat zu verstärken. Man solle den IS auch nicht wie eine Terrororganisation, sondern vielmehr als feindlichen Staat betrachten.

Knapp eine Woche nach den Anschlägen von Paris, warnt der australische Terrorexperte und Ex-Pentagon-Berater David Kilcullen vor einem Guerillakrieg der Terrormiliz Islamischer Staat in Westeuropa. (Siehe: "Agenda 2020" – Islamistischer Terrorplan: 7 Phasen bis zum Kalifat)

Die Dschihadisten würden sich gerade zu einer gefährlichen "strukturierten Organisation" entwickeln, so ähnlich wie die Anfang des 20. Jahrhunderts gegründete militärische bzw. paramilitärische Organisation der irisch-republikanischen Unabhängigkeitsbewegung IRA, erklärte Kilcullen der Nachrichtenagentur AFP.

Auch die baskische Untergrundorganisation ETA, die seit 50 Jahren für ein unabhängiges Baskenland kämpft, wäre mit dem IS zu vergleichen. Der Unterschied ist aber, dass der Islamische Staat viel mächtiger ist als damals die IRA und die ETA.

IS in Westeuropa weit verbreitet

Obwohl der Islamische Staat erst gegründet wurde, gebe es bereits starke Anzeichen "der Entstehung einer weit verbreiteten paramilitärischen Untergrundorganisation in Westeuropa", warnt der Experte.

Die Anhänger des IS würden ihre Attentate auch anders planen als zum Beispiel das Terrornetzwerk Al-Kaida. Al-Kaida habe seine Anschläge mit einem Team geplant und dann die Kämpfer in das Zielgebiet geschmuggelt. Dort wären dann "alle gestorben", beschreibt der Experte, der nach seiner Zeit beim australischen Militär unter anderem den US-General David Petraeus im Irakkrieg beriet, das Vorgehen Al-Kaidas, berichtet die Kronen-Zeitung. 

Im Gegensatz dazu, habe der IS konspirative Wohnungen, Waffenverstecke und untergetauchte Attentäter, was "der klassischen Definition von städtischem Guerillakrieg schon viel näher" käme. Dieses Vorgehen beobachtete der Experte bei den Attentaten in Paris. 

"IS als feindlichen Staat behandeln"

Das Problem bei der Bekämpfung der Dschihadisten sei es, dass die US-geführte Koalition in Syrien und im Irak die Terrormiliz wie eine Organisation behandle. Es würden nur einzelne Anführer und Waffenlager angegriffen, meint Kilcullen. 

Aber man müsse den IS als einen feindlichen Staat behandeln und ihre Strom- und Wasserversorgung, sowie die Ölfelder und Raffinerien in den kontrollierten Gebieten angreifen.

Darüber hinaus empfiehlt der Experte eine massive Ausweitung der Luftangriffe in Syrien und dem Irak. Es gebe bislang nur zehn bis 15 Luftangriffe pro Tag. Das sei viel zu wenig. Zehn- bis 20-mal so viele Luftangriffe wie bisher, seien von Nöten. Die Angriffen gegen den IS seien nicht "gescheitert", sondern hätten noch gar nicht richtig begonnen, meint der Ex-Pentagon-Berater, so die "Krone".

Er sagte auch, dass ein Einsatz von Bodentruppen nicht sinnvoll sei. Es sollten zwar "ein paar Spezialkräfte und Berater mehr vor Ort" sein aber vor allem sollte es eine "drastische Ausweitung der Luftunterstützung" gegen. Dazu gebe es, laut Kilcullen, "keine Alternative". (so) 

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