„Times“: Britischer Pilot hätte Fußballer Sala nicht fliegen dürfen

Epoch Times25. Januar 2019 Aktualisiert: 25. Januar 2019 15:47
Der Pilot, der den argentinischen Fußballer Emiliano Sala aus Frankreich nach Cardiff bringen sollte, soll nur einen Pilotenschein für private Flüge gehabt haben.

Der Pilot, mit dem der argentinische Fußballer Emiliano Sala offenbar über dem Ärmelkanal abgestürzt ist, hätte den Sportler laut einem Zeitungsbericht gar nicht fliegen dürfen. Der 59-Jährige aus dem nordenglischen Crowle habe lediglich einen Pilotenschein für private Flüge gehabt, berichtete „The Times“ am Freitag. Der argentinische Fußball-Superstar Lionel Messi sowie zehntausende Unterstützer einer Online-Petition forderten derweil, die am Vorabend eingestellte Suche nach Sala wieder aufzunehmen.

Um Passagiere gegen Bezahlung mitzunehmen, hätte der britische Pilot zusätzliche Flugstunden vorweisen und ein spezielles Training absolvieren müssen, hieß es in dem „Times“-Bericht unter Berufung auf das Register der britischen Luftfahrtbehörde FAA. Diese erklärte auf Anfrage, Angaben zum Flugschein des Piloten seien derzeit nicht möglich. Dies werde Gegenstand einer Untersuchung sein.

Ein Sprecher der britischen Behörde für die Untersuchung von Luftfahrtunglücken (AAIB) erklärte, ihre Ermittler untersuchten auch den Flugschein des Piloten. Zugleich hob er hervor, das Ziel seiner Behörde bestehe nicht darin, „Fehler oder Verantwortlichkeiten festzustellen“. Vielmehr solle nach der Ursache des Unglücks gesucht werden.

Der Pilot war mit Sala am Montagabend über den Ärmelkanal geflogen, als seine Maschine vom Radar verschwand. Am Donnerstagabend wurde die Suche nach den beiden Männern eingestellt. Die Überlebenschancen seien „äußerst gering“, daher sei der Einsatz beendet worden, teilte die Polizei auf der britischen Insel Guernsey mit. Salas Vater Horacio und seine Schwester Romina appellierten an die Einsatzkräfte, die Suche fortzusetzen.

Salas Landsmann Messi stellte sich am Freitag mit einem Appell im Online-Dienst Instagram hinter Salas Angehörige: „Solange es noch Möglichkeiten gibt, einen Funken Hoffnung, fordern wir, bitte hört nicht auf nach Emiliano zu suchen.“ Zugleich sandte die Fußball-Ikone „All meine Kraft und Unterstützung an seine Angehörigen und Freunde“.

Salas früherer Verein FC Nantes und dessen Fans starteten eine Internet-Petition für die Wiederaufnahme der Suche. Sie wurde bis Freitagvormittag von knapp 40.000 Unterstützern unterzeichnet. Im Kurzbotschaftendienst Twitter schrieb der FC Nantes auf Englisch und Spanisch: „Diese Suche darf nicht aufhören.“

Sala hatte am Samstag einen Vertrag zum Wechsel vom französischen Club FC Nantes nach Cardiff unterzeichnet. Die Ablösesumme für den 28-jährigen Stürmer soll 17 Millionen Euro betragen haben. Am Montag hatte er im Trainingszentrum von Nantes seine Sachen abgeholt, bevor er sich mit einer Propellermaschine vom Typ Piper PA-46 Malibu auf den Weg nach Großbritannien machte.

Kurz vor seinem Verschwinden hatte Sala laut argentinischen Medienberichten in einer WhatsApp-Nachricht an Freunde Sorgen über den Zustand der Maschine geäußert. „Ich habe solche Angst“, sagte er demnach in der Sprachnachricht. Salas britischer Agent Mark McKay sagte im Sender Sky Sports News, er habe dem Spieler bei der Suche nach einem Flugzeug geholfen, das ihn über den Ärmelkanal fliegen sollte. (afp)

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