Maduros Militär beschießt Hilfslieferungen – Tränengas und Gummigeschosse an der Grenze Venezuelas

Epoch Times23. Februar 2019 Aktualisiert: 24. Februar 2019 3:18
In der Auseinandersetzung um Hilfslieferungen hat es an Venezuelas Grenze schwere Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Gegnern von Staatschef Nicolás Maduro gegeben. Außerdem desertierten 13 venezolanische Sicherheitskräfte.

Vier Lastwagen mit Hilfsgütern für die Bevölkerung Venezuelas haben die Absperrungen auf der Simón-Bolívar-Brücke und der Santander-Brücke nahe dem kolumbianischen Grenzort Ureña durchbrochen.

Soldaten und Polizisten von Machthaber Maduro beschossen den Konvoi mit Tränengas und Gummigeschossen. Mindestens sechs Menschen wurden verletzt. Die Lastwagen wurden später angehalten.

Abbruch aller diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien

Nicolás Maduro verkündete wegen den Hilfslieferungen den Abbruch aller diplomatischer Beziehungen zu Kolumbien. Bei einer Kundgebung in der Hauptstadt Caracas sagte Maduro am Samstag, die „faschistische Regierung von Kolumbien“ müsse all ihre diplomatischen Vertreter binnen 24 Stunden aus Venezuela abziehen.

Er reagierte damit auf die Unterstützung der kolumbianischen Regierung für Venezuelas selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó und ausländische Hilfslieferungen nach Venezuela.

Tränengas und Gummigeschosse gegen Demonstranten

Soldaten und Polizisten setzten am Samstag auch auf den zwei Brücken zwischen den venezolanischen Städten San Antonio del Táchira und Ureña und dem kolumbianischen Nachbarort Cúcuta Tränengas und Gummigeschosse gegen Demonstranten ein, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Dabei wurden mindestens sechs Menschen verletzt.

Zu Maduros wichtigsten Stützen zählt die Armee, doch sein Rückhalt bröckelt auch hier. Die kolumbianische Einwanderungsbehörde erklärte am Samstag, elf weitere venezolanische Soldaten sowie zwei Polizisten seien desertiert und über die Grenze nach Kolumbien geflohen. Die Sicherheitskräfte, zu denen auch ein Major zähle, sollten nun befragt werden, hieß es in der Mitteilung.

Maduro streitet humanitäre Krise in Venezuela ab

Der Oppositionspolitiker Juan Guaidó hatte sich zuvor bemüht, humanitäre Hilfslieferungen über die Grenze nahe der kolumbianischen Stadt Cúcuta nach Venezuela zu bringen.

Maduro will dies unbedingt verhindern, auch mit dem Einsatz der Armee. Maduro streitet eine humanitäre Krise in Venezuela ab. Guaido sei eine Marionette der USA, die ihrerseits versuchten Venezuela zu kolonisieren und Venezuelas Ölreserven auszubeuten, so Maduro.

Der frühere Studentenführer Guaidó gehört der Oppositionspartei Voluntad Popular (VP) an. Am 23. Januar hatte er sich zum Interimspräsidenten des Landes erklärt. Maduro ist seit 2013 Staatspräsident Venezuelas. Die wirtschaftliche Lage des Landes hatte sich seitdem zunehmend verschlechtert. Die Präsidentschaftswahl im vergangenen Mai erfolgte unter Ausschluss internationaler Beobachter und gilt als manipuliert.

Depots in Brasilien und auf der Karibikinsel Curaçao eingerichtet

Venezuelas inzwischen von mehr als 50 Ländern anerkannter Übergangspräsident Juan Guaidó hatte die Hilfslieferungen vorab für diesen Samstag angekündigt. Die meisten Hilfsgüter stehen in Cúcuta bereit. Andere Depots wurden in Brasilien und auf der Karibikinsel Curaçao eingerichtet.

Die Lebensmittel und Medikamente sollen von tausenden Freiwilligen an bedürftige Venezolaner verteilt werden. In dem südamerikanischen Land herrscht trotz seines Ölreichtums eine Wirtschaftskrise mit akuten Versorgungsengpässen.

Nach Angaben von Guaidó gelangte am Samstag eine erste Hilfslieferung aus Brasilien nach Venezuela. „Das ist ein großer Erfolg, Venezuela!“, schrieb der selbsternannte Interimspräsident im Kurzbotschaftendienst Twitter.

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Venezuelas umstrittener Machthaber Maduro lehnt die Hilfslieferungen strikt ab. Er prangert sie als Vorwand an, unter dem eine militärische US-Invasion vorbereitet werden solle. Am Freitag  schloss seine Regierung große Teile der Grenze zu Kolumbien. (afp)