Geheimdienstspezialist Michael Flynn wird Trumps neuer Nationaler Sicherheitsberater

Der Ex-General Michael Flynn wird neuer Nationaler Sicherheitsberater im Weißen Haus. Er ist ein Hardliner, der für eine rigorose Bekämpfung des islamistischen Extremismus eintritt.
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Michael Flynn wird neuer Nationaler Sicherheitsberater in der Regierung Trump.Foto: JEWEL SAMAD/AFP/Getty Images
Epoch Times18. November 2016

Der pensionierte Drei-Sterne-General und frühere Chef des Militärgeheimdienstes DIA Michael Flynn wird Nationaler Sicherheitsberater im Weißen Haus. In diesem Amt wird Flynn maßgeblichen Einfluss auf die Verteidigungs- und Sicherheitspolitik ausüben.

Der Ex-General ist ein Hardliner, der für eine rigorose Bekämpfung des islamistischen Extremismus eintritt. Er bezeichnete Angst vor Muslimen als „rational“.

Flynn hat außergewöhnliches Wissen in der Geheimdienstarbeit

Michael Flynn hat ein außergewöhnlich hohes Maß an Erfahrungen in der Geheimdienstarbeit. Der athletische 57-Jährige, der als eines von neun Kindern eines Bankers und Kriegsveterans im Ostküstenstaat Rhode Island aufwuchs, hat eine lange Armeekarriere hinter sich.

Nach Hochschulabschlüssen in Betriebswirtschaft, Militärwissenschaft und in Sicherheits- und Strategiestudien wurde er gleich zu Beginn seiner Offizierslaufbahn als Geheimdienstspezialist eingesetzt. Flynn war mehrfach im Irak und in Afghanistan im Einsatz.

Als Geheimdienstchef der US-Spezialkräfte steuerte er im Irak die erfolgreiche Jagd nach dem dortigen Al-Kaida-Chef Abu Mussab al-Sarkawi, der 2006 durch einen US-Luftangriff getötet wurde. Flynn stieg danach weiter in der Militärhierarchie auf, unter anderem war er Geheimdienstdirektor im Generalstab.

Als DIA-Chef agierte er glücklos. Seinen Auftrag, die Behörde zu reformieren, setzte er übereifrig um, große Unruhe unter den 20.000 Mitarbeitern war die Folge. Nach zwei Jahren wurde Flynn 2014 vorzeitig von dem Posten abberufen.

Flynn behauptet, er sei wegen seiner unbequemen Warnungen vor dem islamistischen Extremismus gefeuert worden. Über den Kampf gegen diese Extremisten veröffentlichte er in diesem Jahr auch ein Buch. Darin fordert er unter anderem, dass Staaten wie Ägypten, Jordanien, Katar und Saudi-Arabien mehr Verantwortung im Anti-Terror-Kampf übernehmen müssten.

Flynn arbeitet mit Russland zusammen – 2015 Galadiner mit Putin

Flynn ist wegen seiner Verbindungen nach Russland ins Zwielicht geraten. Der Ex-General trat wiederholt bei „Russia Today“ auf. Im vergangenen Jahr nahm er in Moskau an einem Galadiner teil, wo er neben Präsident Wladmir Putin saß.

Wie der künftige Präsident tritt Flynn dafür ein, dass durch Russlands Interventionen in der Ukraine und militärische Allianz mit dem syrischen Staatschef Baschar al-Assad schwer beschädigte Verhältnis zu Moskau wieder zu verbessern.

Der Ex-General sieht Russland vor allem als wichtigen Partner im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Flynn übt Solidarität mit Erdogan und der Entwicklung in der Türkei

Umstritten ist Flynn auch wegen seiner Solidaritätsbekundung für den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan. „Wir müssen die Welt aus der Perspektive der Türkei sehen“, schrieb er kürzlich in einer Kolumne. Darin forderte er die US-Behörden auf, den im Land lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen auszuliefern. Erdogan macht Gülen für den im Juli gescheiterten Putschversuch verantwortlich.

Flynns Parteinahme für Erdogan wirft auch die Frage nach möglichen Interessenkonflikten in seinem künftigen Regierungsamt auf. Der Ex-General hat eine Beratungsfirma, die nach US-Medienberichten für ein niederländisches Consulting-Unternehmen mit direkten Verbindungen zu Erdogan arbeitet. (afp)



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