Türkei: Empfang Haftars in Griechenland „sabotiert“ Friedensbemühungen

Epoch Times18. Januar 2020 Aktualisiert: 18. Januar 2020 21:05
Der türkische Außenminister hat der griechischen Regierung wegen des Empfangs des abtrünnigen libyschen Generals Haftar "Sabotage" der Friedensbemühungen vorgeworfen.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat der griechischen Regierung wegen des Empfangs des abtrünnigen libyschen Generals Chalifa Haftar „Sabotage“ der Friedensbemühungen vorgeworfen.

„Haftar nach Griechenland einzuladen und die nationale griechische Agenda zu betonen, sabotiert die Bemühungen, Frieden nach Libyen zu bringen“, erklärte Cavusoglu am Samstag im Online-Dienst Twitter.

An seinen griechischen Kollegen Nikos Denias gerichtet erklärte er: „Wir möchten unsere griechischen Freunde daran erinnern, dass diese sinnlosen Bemühungen vergeblich sind.“

Haftar war am Donnerstagabend, wenige Tage vor der Libyen-Konferenz in Berlin, überraschend nach Athen gereist, wo er politische Gespräche mit Außenminister Denias und Regierungschef Kyriakos Mitsotakis führte. Griechenland unterhält im Libyen-Konflikt enge Kontakte zu  Haftar, dem wichtigsten Gegenspieler der Regierung von Fajes al-Sarradsch in Tripolis, der wiederum von der Türkei unterstützt wird.

Griechenland ist empört über eine in November zu seinem Nachteil zwischen al-Sarradsch und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan getroffene Vereinbarung zu Seegrenzen im Mittelmeer. Athen droht mit einem Veto gegen EU-Beschlüsse zu einem Libyen-Friedensplan, sollte die türkisch-libysche Vereinbarung nicht zurückgenommen werden. Zu der Berliner Libyen-Konferenz wurde Griechenland nicht eingeladen.

In Berlin findet am Sonntag die internationale Libyen-Konferenz statt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfängt dazu unter anderem die Staats- und Regierungschefs Russlands, Großbritanniens, Frankreichs und der Türkei im Bundeskanzleramt. Ziele des Zusammentreffens unter UN-Schirmherrschaft sind die Festigung einer Waffenruhe sowie eine Selbstverpflichtung der Konferenzteilnehmer, nicht im Libyen-Konflikt einzugreifen.

In dem nordafrikanischen Land herrscht seit dem gewaltsamen Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 Chaos. Die von der UNO anerkannte Regierung in Tripolis wird von den Truppen des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar bekämpft, der einen Großteil des Ostens und Südens des Landes kontrolliert. (afp)

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