Ungarn will Geld für Flüchtlingscamps in Nahost statt teure Unterbringung hier

Epoch Times17. September 2015 Aktualisiert: 17. September 2015 10:30
Ungarn schlägt die Vor-Ort-Lösung der Flüchtlingskrise vor: Würde man Geld, dass Europa für teure Unterbringung ausgibt in Camps vor Ort investieren, könnte weitere Völkerwanderung vermieden werden.

Unbequem aber leider wahr – der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban spricht eine Sprache, die viele Politiker zur Zeit nicht mögen. Doch in Verantwortung in sein Land und seine Kultur stellt er sich dem Druck und handelt entsprechend seinem Gewissen und seiner Verantwortung seinem Volk gegenüber. Nach der letztendlichen Konsequenz einer Grenzschließung nach Serbien, um unkontrollierte und illegale Einreisen von Migranten zu stoppen, wurden seit Montag Nacht 60 Personen festgenommen, weil sie die Grenze illegal passierten. Jetzt soll auch an der Grenze zu Rumänien ein Zaun gebaut werden, um die Ausweichroute zu schließen.

Die Flüchtlingscamps im Nordirak

Durch den Terror der IS-Milizen sind Millionen von Menschen auf der Flucht. Sie sehen im arabischen TV die Willkommensbotschaften aus Deutschland. Gerüchte und Träume auf ein besseres Leben vermischen sich zu einer Wunschvorstellung, die bald schon die Realität verdrängt. Sie packen ihre Koffer und wollen nach Deutschland.

UNICEF hat 10 US$/Flüchtling im Monat  – NRW zahlt das Hundertfache

Derweil wird die Versorgungs-Lage in den Flüchtlings-Camps im Nordirak immer hoffnungsloser, der UN geht das Geld aus. Vor einiger Zeit standen hier noch 31 US-Dollar pro Flüchtling und Monat zur Verfügung, jetzt sind es nur noch zehn Dollar. In Jordanien und im Libanon sieht es nicht anders aus. Das ZDF zitiert: ""Wenn es keine weiteren Gelder gibt, dann hat das katastrophale Konsequenzen. Eine Auswanderungswelle trifft Europa.", erklärt Ghassan Madieh von UNICEF Nordirak. Ganz anders sieht die Kostenlage in Deutschland aus. Das Land Nordrhein-Westfalen beziffert die Kosten für Unterbringung, Betreuung und Versorgung auf 12.500 Euro pro Jahr und Flüchtling, was im Monat 1.041 Euro oder 1.170 US$ sind. Das nur mal, um einen direkten Vergleich zu haben. Doch die Kosten können derzeit nur noch geschätzt werden…

Die Ungarn-Lösung, eine Lösung vor Ort

Aus Sicht von Viktor Orban sind die meisten Flüchtlinge nicht unterwegs, "weil sie Sicherheit suchen, sondern sie wollen ein besseres Leben als in den Lagern." Dies sagte er in einem "Bild"-Interview und kompensiert: "Es gibt kein Grundrecht auf ein besseres Leben, nur ein Recht auf Sicherheit und Menschenwürde."

Der ungarische Regierungschef schlägt eine eigene Lösung der Flüchtlingskrise vor, die er beim nächsten Treffen den Regierungschefs der EU vorlegen werde. Durch massive Finanzhilfen an die syrischen Nachbarstaaten Türkei, Libanon und Jordanien und Syrien sollen die Flüchtlingsströme zum Versiegen gebracht werden.  

Gouverneur von Dohuk: Nur zehn Prozent eurer Unterbringungskosten und sie bleiben…

Der Meinung ist auch Farhad Ameen Atrushi, Gouverneur der nordirakischen Provinz Dohuk und "Beherberger" von fast einer Million Flüchtlingen. Im Interview mit dem ZDF sagte er: "Wenn wir nur zehn Prozent der Gelder hätten, die ihr für die Unterbringung der Flüchtlinge in Deutschland aufwendet, dann könnten wir die Lebensumstände hier so verbessern, dass niemand nach Europa emigrieren muss".

Vielleicht hätten wir uns in Westeuropa und den Flüchtlingen vieles ersparen können, wenn wir früher und effektiver gehandelt hätten. Doch die Krise war fern und das Elend nur in den Nachrichten zu sehen. Jetzt haben wir die Folgen unseres Nichthandelns direkt vor der Haustür, jetzt merken wir, das es real ist und nicht nur ein Film im TV. (sm)

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