US-Experte über MH17-Ermittlungen: „Es fehlt Transparenz und wirkt politisiert“

Epoch Times4. August 2015 Aktualisiert: 4. August 2015 10:39
Der Vizepräsident des Washingtoner politologischen Think Tanks Eurasia Centre meint, dass die MH17-Ermittlungen nicht transparent sind und politisiert wirken. Außerdem fehlen wichtige Daten.

Beim Absturz des Flugs MH17 am 17. Juli 2014 starben alle 298 Menschen an Bord der Maschine. Die Boeing 777 war auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur und wurde im umkämpften Gebiet der Ostukraine abgeschossen. Noch bevor die Ermittlungen begannen, beschuldigten westliche Medien Russland und die ostukrainischen Rebellen, die Passagiermaschine mit einer BUK-Rakete abgeschossen zu haben. Die Rebellen behaupteten, über keinerlei technische Mittel für ein solches Attentat verfügt zu haben. 

Russland hingegen machte Kiew für den Abschuss verantwortlich und stellte wenige Tage später Satellitenfotos und Erkenntnisse zum Abschuss-Hergang vor. Es sei ein ukrainischer SU25-Kampfjet gewesen. Aus den USA heißt es, sie besäßen Beweise für Russlands Schuld, veröffentlichten jedoch bis heute kein stichhaltiges eigenes Material.

Jetzt äußerte sich der Vizepräsident des Washingtoner politologischen Think Tanks Eurasia Centre, Earl Rasmussen, zu den Untersuchungen. Rasmussen meint, dass die amerikanischen Behörden einige, für die Ermittlungen zum MH17-Absturz notwendige Daten, nicht vorgelegt hätten. 

"Die internationalen Ermittlungen gehen zwar weiter, sie sind aber nicht transparent, nicht abgeschlossen und wirken äußerst politisiert", sagte er in einem Gespräch mit RIA Novosti, berichtet Sputniknews. "Außerdem vermissen die Ermittlungen kritisch wichtige Daten, die die USA und die Ukraine nicht bereitgestellt haben." 

Er fügte hinzu, dass Washington keine Satellitenaufnahmen vorgelegt habe und auch Kiew verschiedene wichtige Hinweise, wie die Aufnahmen der Fluglotsen-Gespräche, nicht zur Verfügung stellte. 

"Falscher Zeitpunkt für UN-Tribunal" 

Auf Initiative mehrerer Länder (Australien, Niederlande, Malaysia, Belgien und Ukraine) sollte am 29. Juli ein UN-Tribunal zur weiteren Aufklärung des Boeing-Absturzes und der Ermittlung der Schuldigen ins Leben gerufen werden. Russland machte von seinem Veto-Recht im Uno-Sicherheitsrat Gebrauch und stimmte gegen die Bildung eines internationalen Tribunals. 

"Momentan ist zweifellos nicht die richtige Zeit für die Bildung eines internationalen Tribunals, das parallel zu den jetzigen Ermittlungen stattfinden würde", sagte Rasmussen. Er fügte hinzu, dass dies sein persönlicher Standpunkt sei. 

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