US-Nahost-Plan: Arabische Liga beruft Dringlichkeitssitzung ein – Proteste in Gaza

Epoch Times28. Januar 2020 Aktualisiert: 28. Januar 2020 18:04
Wegen des Nahost-Plans von US-Präsident Trump sind in Gaza-Stadt tausende Palästinenser auf die Straße gegangen. Zudem hat die Arabische Liga eine Dringlichkeitssitzung einberufen.

Die Arabische Liga hat wegen des umstrittenen US-Nahost-Plans eine Dringlichkeitssitzung einberufen. Der Vize-Chef der Organisation, Hossam Saki, sagte am Dienstag vor Journalisten in Kairo, auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas werde an dem Treffen zur Diskussion des „sogenannten Deals des Jahrhunderts“ am Samstag in der ägyptischen Hauptstadt teilnehmen.

US-Präsident Donald Trump stellt seinen lang erwarteten Nahost-Plan an diesem Dienstag um 18.00 Uhr (MEZ) im Beisein von Israels geschäftsführendem Regierungschef Benjamin Netanjahu in Washington der Öffentlichkeit vor.

Die außerordentliche Sitzung der Arabischen Liga findet auf Antrag der Palästinenserführung statt. Die Palästinenser waren an der Ausarbeitung des US-Plans, als dessen Architekt Trump-Schwiegersohn Jared Kushner gilt, nicht beteiligt. Sie fürchten, dass der Plan einseitig Israel begünstigen wird und erteilten ihm deshalb bereits im Vorfeld eine klare Absage.

Der einflussreiche Imam der ägyptischen Al-Azhar-Moschee, Scheich Ahmed al-Tajeb, verurteilte den Plan bei einer Konferenz in Kairo als „Angriff auf die Identität der Araber und Muslime“.

Tausende demonstrieren in Gaza gegen Nahost-Plan

Unterdessen sind wegen des Nahost-Plans in Gaza-Stadt tausende Palästinenser auf die Straße gegangen. Unter den Rufen „Der Plan wird nicht durchkommen“ verbrannten die Demonstranten am Dienstag Reifen, US-Flaggen und Bilder von Trump.

Auch in der Stadt Rafah im südlichen Gazastreifen gab es Proteste gegen den US-Nahost-Plan. Auch in Nablus und Ramallah im seit 1967 von Israel besetzten Westjordanland sind Kundgebungen geplant, die bis in die Nacht hinein andauern sollen.

Palästinensischen Quellen sowie israelischen Medien zufolge könnten die US-Pläne unter anderem die von Washington vorgenommene Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels bekräftigen und im seit 1967 von Israel besetzten Westjordanland die Eingliederung der jüdischen Siedlungen in israelisches Staatsgebiet sowie die Annexion des Jordantals vorsehen. (afp/so)

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