Das System sei überlastet: US-Vizepräsident Pence spricht nach Besuch in Lager für Migranten von „Krise“

Bei einem Besuch in einem Arrestzentrum für Migranten hat US-Vizepräsident Pence eine "Krise" an der Grenze zu Mexiko eingeräumt. Das System sei überlastet, sagte er.
Titelbild
Migranten in den USA.Foto: PAUL RATJE/AFP/Getty Images
Epoch Times13. Juli 2019

Bei einem Besuch in einem überfüllten Arrestzentrum für Migranten hat US-Vizepräsident Mike Pence eine „Krise“ an der US-Grenze zu Mexiko eingeräumt.

Das System sei „überlastet“, sagte Pence nach seiner Besichtigung der McAllen-Grenzstation im Bundesstaat Texas am Freitag, wo 384 Männer bei großer Hitze in einer Art Käfig-Areal untergebracht waren. Die Migranten reisen illegal aus Mittelamerika ein.

Pence sprach bei seiner von Journalisten begleiteten Besichtigung von einer „Krise, die unser System überlastet“. Die Schuld daran trügen die Demokraten im US-Kongress, weil sie die Forderungen von US-Präsident Donald Trump zur Finanzierung von Maßnahmen an der Grenze abgelehnt hätten. Der US-Kongress müsse handeln, forderte Pence.

Illegale Migranten beklagen schlechte Zustände

In dem Käfigbereich herrschte nach Angaben der mitreisenden Journalisten Gestank. Die illegalen Migranten hatten demnach nicht genug Platz, um sich alle auf den Betonboden zu legen. Sie hatten keine Feldbetten, Matratzen oder Kissen, lediglich Polyester-Decken. Einige riefen Reportern zu, dass sie seit 40 Tagen oder länger dort festgehalten würden, hungrig seien und ihre Zähne putzen wollten.

Der Leiter der Arreststation wies die Darstellung der Männer zurück. Ihm zufolge war niemand länger als 32 Tage dort. Sie würden drei warme Mahlzeiten pro Tag erhalten und könnten jeden Tag ihre Zähne putzen. Er räumte aber ein, dass viele seit zehn bis 20 Tagen nicht hätten duschen können. Inzwischen gebe es aber zusätzliche Duschen.

„Das sind Konzentrationslager“

In mehreren US-Städten gab es am Freitag Demonstrationen gegen die Zustände in den Grenzlagern, die seit längerem öffentlich scharf kritisiert werden. Die Protestierenden forderten deren Schließung. „Das sind Konzentrationslager“, sagte die 56-jährige Mimi Rosicky in San Diego in Kalifornien. Dort demonstrierten 2000 Menschen. Auch vor dem Weißen Haus in der Hauptstadt Washington gab es Proteste.

Die UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet kritisierte die Zustände in den Auffanglagern an der US-Grenze zu Mexiko vor kurzem scharf.

US-Präsident Trump hat das Vorgehen gegen illegale Einwanderer zu einem Schwerpunkt seiner Politik gemacht. Insbesondere an der Grenze zu Mexiko versucht er daher, die Zahl illegaler Einreisen durch eine scharfe Grenzkontrollen zu senken. Die dortigen US-Behörden sind allerdings überfordert mit der Zahl der von ihnen aufgegriffenen Migranten aus Mittelamerika, die über Mexiko in die USA gelangen wollen. Die meisten Menschen fliehen in ihren Heimatländern wie El Salvador oder Honduras. (afp/so)



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