USA: Kampf um den Petro-Dollar und die globale Öl-Industrie

Epoch Times16. Mai 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 6:02
"Um die Kontrolle über das weltweite Ölgeschäft zu bekommen, nutzen die USA alle Möglichkeiten." Kalter Krieg gegen Russland, China, Chaos in Brasilien, Venezuela, Nigeria und Saudi-Arabien, der Kampf um den Petro-Dollar, die BRICS-Staaten und Fracking sind einige Themen in diesem Kontext. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der DWN.

"Um die Kontrolle über das weltweite Ölgeschäft zu bekommen, nutzen die USA alle Möglichkeiten." Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Deutschen Wirtschaftsnachrichten.

Staaten, die nicht mit den USA kooperieren, jedoch Ölstaaten sind, sind von „innerem Chaos“ bedroht – welches jedoch nur teilweise durch eigene innere Probleme hervorgerufen sind. Kalter Krieg gegen Russland, China und der Kampf um den Petro-Dollar, die BRICS-Staaten und Fracking sind nur einige Themen in diesem Kontext.

Die Länder, die derzeit akute politische und wirtschaftliche Schwierigkeiten haben, wie Brasilien, Venezuela, Nigeria oder Saudi-Arabien zeigen ein auffallendes Muster: Diese Staaten versuchen, z.B. über die BRICS-Staaten und alternative Finanzierungen wie durch die AIIB eigene Wege zu gehen. Oder sie arbeiten mit Konkurrenten der USA auf dem Ölmarkt zusammen.

Brasilien: Dilma Rousseff verweigerte US-Öl-Konzernen den Zugang zum brasilianischen Ölmarkt

"Rousseff hat in den vergangenen Jahren eine Außen- und Energiepolitik umgesetzt, die die USA als antiamerikanisch einstuften. Brasilien wollte unter der Politikerin vor allem in den Bereichen der Nuklearenergie und der Erdölförderung unabhängig von den USA agieren" schreiben die Deutschen Wirtschaftsnachrichten. 

Es wurde bekannt, dass die USA die brasilianische Opposition unterstützen, um die Präsidentin Rousseff zu stürzen. Der jetzige Staatschef Michel Temer war ein Informant der US-Regierung, die wikileaks veröffentlichte. 

Temers Politiker hatten sich erst kürzlich mit US-Senatoren getroffen, um über eine Kooperation im Erdöl-Sektor zu beraten. Brasilien ist ein wichtiges Mitglieder der BRICS-Staaten, die eigene Wege jenseits der dollarbasierten Ölwirtschaft gehen wollen.

Nigeria: China will der Hauptabnehmer nigerianischen Öls werden – Kooperation über die AIIB-Bank

Nigerias Präsident Muhammedu Buhari will die Beziehungen zwischen Nigeria und China intensivieren. Auf einem Staatsbesuch im April in China wurden mehrere Wirtschaftsverträge abgeschlossen. Darunter sind Solaranlagen, Bergbau, Autobahnbau, die Metro in Lagos und in der Freihandelszone Ogun-Guangdong soll ein High-Tech-Industriepark für rund eine Milliarde gebaut werden. Das berichtet die Premium Times (Nigeria). Die Finanzierung soll zum großen Teil über die Entwicklungsbank AIIB abgewickelt werden – im Milliardenbereich.

China hat vor, erheblich mehr Öl aus Nigeria importieren und der Hauptabnehmer werden, berichtete Voice of America (VoA) im März, China ist bereits der größte Handelspartner des afrikanischen Kontinents, so VoA.

The Sun berichtet, dass die US-Regierung gegen eine Annäherung zwischen China und Nigeria ist, die Amerikaner waren wütend über Buharis China-Reise.

In Nigeria ist das Niger-Delta entscheidend für die Ölindustrie. Dort existiert eine militante Organisation namens „Emancipation of the Niger Delta“ (MEND), die die Abspaltung des ölreichen Niger-Deltas vom Rest des Landes fordert.

Sie führt zahlreiche Angriffe auf Öl-Pipelines und Konzerne aus bzw. entführte Mitarbeiter. Bisher wurden durch MEND Förderplattformen von Royal Dutch Shell, Total, Eni SpA, Chevron und Exxon attackiert. MEND ist auch nach Aussage von Stratfor eine Bedrohung für Nigeria.

Venezuela verstaatlichte 2007 den Ölsektor und jagte US-Konzerne aus dem Land

Der venezolanische Präsident Maduro befürchtet, das die USA ihn und seine Partei stürzen wollen. Der Deutschlandfunk zitiert Maduro: „Wir haben Aktivitäten von einigen US-Amerikanern aufgedeckt und die Leute festgenommen. Präsident Obama und seine Diplomaten organisieren eine Konspiration, um meine Regierung zu stürzen. Ich habe die Beweise.“

"Das ölreiche Venezuela hatte schon Devisenprobleme, als ein Barrel Öl noch 100 Dollar gekostet hat. Mit dem Preisverfall des Rohstoffs hat sich die Lage nun deutlich verschärft. Aus Sicht von Maduro ist der Ölpreisverfall auch auf eine US-Verschwörung zurückzuführen. Die Vereinigten Staaten würden mit ihrem Fracking anderen schaden. Zumal die USA nach wie der wichtigste Abnehmer des venezolanischen Erdöls sind" schreibt der Deutschlandfunk weiter.

Venezuela verstaatlichte 2007 den gesamten Ölsektor und jagte fremde Konzerne – US-Konzerne – aus dem Land. Das Schiedsgericht der Weltbank verurteilte Venezuela zu einer Zahlung von 1,6 Milliarden Dollar Entschädigung an Exxon Mobil, die 2014 geleistet wurde.

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Seither sind die Beziehung zwischen den USA und Venezuela gestört, Präsident Maduro sagte, dass Exxon Mobil massiv daran arbeitet, Venezuela zu behindern: „Es gibt eine brutale Kampagne gegen Venezuela, die von Exxon Mobil finanziert wird“, zitiert telesurtv Maduro.

Das Bündnis der rechten Opposition Mesa de la Unidad Democrática (MUD) wird massiv von der US-Organisation National Endowment for Democracy (NED) unterstützt. Angaben der US-amerikanischen Anwältin und Publizistin Eva Golinger zufolge flossen Millionen Dollar in venezolanische Anti-Regierungs-Bündnisse.

Saudi-Arabien befürchtet einen Umsturz und die Zerschlagung der OPEC

Die OPEC unter der Führung Saudi-Arabiens fühlt sich durch die Ausweitung der US-Produktion in ihrer Marktmacht bedroht. Sie führen einen Preiskrieg gegen die Fracking-Unternehmen, und die USA tolerieren dies, um andere erdölexportierende Länder zu besiegen. 

Der ehemalige Stabschef im Pentagon, Lawrence Wilkerson, sagte der dwn: „Wir müssen uns auch im Klaren darüber sein, dass der Arabische Frühling – ich nenne es Arabischer Winter – noch nicht vorüber ist. Die Könige und Emire von Bahrain, Saudi-Arabien und Katar und andere sind alle verängstigt. Die Welt verändert sich, und diese Emire und Könige sind auf der falschen Seite der Geschichte. Ihre Tage sind gezählt.“

Das Ziel, die Macht der OPEC zu zerschlagen, könnte gelingen, wenn die arabischen Monarchien der Scheichs gestürzt werden. Doch kannn es sich Saudi-Arabien leisten, darauf zu bestehen, in Dollar abzurechnen? Die Saudis verlieren entweder die BRICS-Staaten zu einem großen Teil als Kunden – oder sie müssen sich gegen die USA stellen. 

Die dwn schreiben: Forbes berichtet, dass die USA dabei sind, den Öl-Krieg gegen die OPEC und Saudi-Arabien zu gewinnen. Nach einer Analyse von Oilprice.com kann Saudi-Arabien den Ölpreis-Krieg gegen die USA nicht gewinnen, da niedrige Ölpreise ‚ein Vorteil für die US-Wirtschaft und die US-Bürger, aber eine Katastrophe für die OPEC und Saudi-Arabien sind‘.“

Yuan gegen Petro-Dollar: Russland löste Saudis als Chinas Öl-Lieferant Nr. 1 ab

Saudi-Arabien war bisher Öl-Lieferant Nr. 1 von China, es wurde von Russland auf Platz 2 verdrängt. Zwischen Russland und China wird in Yuan abgerechnet. Damit findet ein sehr großer Teil des weltweiten Rohöl-Handels nicht mehr in Dollar statt.  

1973 hatte Saudi-Arabien eine Vereinbarung mit Amerika getroffen, dass es Öl ausschließlich in Dollar handeln wird. Zum Ausgleich erklärten sich die USA bereit, das Land zu schützen und mit Waffen zu beliefern. Das Land ist der wichtigste Angelpunkt des Petro-Dollars geworden und die USA festigten mit dem Petro-Dollar ihre Macht. Auch aus diesem Grund ziehen es Russland und China vor, andere Währungen zu benutzen. (ks)

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