Kanzlerin Merkel bei ihrem Besuch in Riad, Saudi-Arabien.Foto: HASSAN AMMAR/AFP/Getty Images)

Vera Lengsfeld: „Weltretterin“ Merkel will Saudi-Arabiens Grenzen schützen

Von 5. Mai 2017 Aktualisiert: 6. Mai 2017 10:53
Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich in Saudi-Arabien als Grenzschützerin profilieren, anstatt die Probleme im eigenen Land anzupacken, meint die ehemalige Politikerin Vera Lengsfeld. Diese findet das absurd und vergleicht Merkels "Weltretterin-Image" mit der zunehmenden Reisetätigkeit von Ex-DDR-Chef Honecker, als es mit der DDR immer mehr bergab ging.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bei ihrem Besuch in Saudi-Arabien vor wenigen Tagen unter anderem auch die militärische Ausbildung der jungen saudischen Bevölkerung  auf der Themenliste. Die junge Bevölkerung setzte auf einen Reformprozess und Deutschland wolle das unterstützen, meint Merkel nach Berichten der „Tagesschau“. Deutschland wolle dabei auch die Ausbildung von saudischen Polizistinnen und Militärangehörigen unterstützen – auch hier im Land.

„Wir haben im Zusammenhang mit dem Grenzschutz schon einige Erfahrungen in der Zusammenarbeit gemacht. Der neue Schritt ist, dass saudische Soldaten nach Deutschland kommen“, sagte Merkel. Die Details werde Verteidigungsministerin von der Leyen regeln.

Saudi-Arabien werde wegen seines Militäreinsatzes im Nachbarland Jemen kritisiert, so die Tagesschau weiter. Hier setzte Merkel, wie früher schon, auf eine politische Lösung. Saudi-Arabien könne sich diesen Konflikt auf Dauer einfach nicht leisten, meine die Kanzlerin – weder politisch noch finanziell.

Die ehemalige CDU-Politikerin Vera Lengsfeld findet das alles absurd. Während „Merkel sich als Grenzschützerin in Saudi-Arabien“ profiliere, wolle sie „von der innenpolitischen Misere ablenken“ und mit „den unter ihrer Kanzlerschaft angehäuften Problemen nichts zu tun haben“, schreibt sie in ihrem Blog.

„An Bohrungen sind die Jungs von der deutschen Industrie auch interessiert, wenn auch nach dem reichlich vorhandenen Öl.“

Lengsfeld vergleicht Merkels „Weltretterin-Image“ mit der Reisetätigkeit von Ex-DDR-Chef Erich Honecker, die umso mehr zunahm, „je mehr es mit der DDR bergab ging“. Und dabei habe die Kanzlerin „wenig Hemmungen, selbst bei üblen Tyrannen vorstellig zu werden“.

Saudi-Arabien ist eine Hochburg der Menschenrechtsverletzungen. Oppositionelle werden regelmäßig eingesperrt und gefoltert, das Land ist eines, in welchem die meisten Todesstrafen weltweit verhängt werden. Homosexuelle und Frauen werden extrem unterdrückt.

Merkel, die laut Lengsfeld schon einmal „für stabile Verhältnisse in Saudi-Arabien sorgen wollte“, erklärte, dass sie „an dem dicken Brett der Menschenrechte auch weiter bohren wolle“. Lengsfeld darauf sarkastisch: „An Bohrungen sind die Jungs von der deutschen Industrie auch interessiert, wenn auch nach dem reichlich vorhandenen Öl.“

Und nun soll „unsere Restbundeswehr, die bei den nicht zu schützenden deutschen Grenzen sowieso nicht gebraucht wird, saudiarabische Grenzschützer ausbilden“, meint die Bloggerin ironisch und resümiert: „Die Bundeswehr soll mit ihrer Expertise dafür sorgen, dass die Grenze Saudi-Arabiens zum Bürgerkriegsland Jemen dicht bleibt. Die deutsche Willkommenskultur, angeblich Exportschlager für die ganze Welt, soll definitiv nicht eingeführt werden. Merkel war wohl so sehr mit dem Bretterbohren beschäftigt, dass sie keine Kraft mehr hatte, den Saudis die Vorzüge ungeschützter Grenzen und der daraus resultierenden grenzenlosen Einwanderung zu vermitteln.“



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