Mit roter Faust gegen die Freiheit: Pekings Angst vor der Erinnerung – 30 Jahre Massaker vom Tiananmen

Von 4. Juni 2019 Aktualisiert: 4. Juni 2019 21:23
Wovor hat die linke Diktatur der Kommunisten in China am meisten Angst? Vor der Wahrheit. Beständig versucht die Partei, alle Erinnerungen an ihre grausamen Taten zu unterdrücken.

Am 30. Jahrestag der blutigen Niederschlagung der Proteste auf dem Tiananmen-Platz hat China die Sicherheitsvorkehrungen auf dem zentralen Platz in Peking stark erhöht, wie immer an sensiblen Tagen.

Polizisten überprüften am Dienstag, 4. Juni, die Ausweise aller Touristen und Pendler, die aus der U-Bahn-Station am Tiananmen-Platz kamen.

Ausländische Journalisten durften den Platz nicht betreten und keine Fotos machen. Ein Behördenvertreter warnte einen Reporter, dass „illegales Medienverhalten“ Auswirkungen auf Visa-Verlängerungen haben könne.

Bis heute lässt die Diktatur der Kommunisten in China keine Aufarbeitung der Gräueltaten zu.

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Schon vor dem Jahrestag waren mehrere Aktivisten in Gewahrsam genommen worden. Beliebte Portale für Liveübertragungen waren aus „technischen“ Gründen gesperrt. Wer im Onlinedienst Weibo nach „Tiananmen“ suchte, dem wurde das offizielle Logo für den 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China angezeigt.

Der Tiananmen-Platz selbst war am Dienstag wie immer von Touristen bevölkert. Schon im Morgengrauen warteten Hunderte Menschen, darunter auch Eltern mit kleinen Kindern, vor den Sicherheitskontrollen am Platz, um beim morgendlichen Hissen der chinesischen Flagge zuzuschauen. Die Schlange bewegte sich wegen der massiven Sicherheitsvorkehrungen aber nur sehr langsam vorwärts.

Im Video: Noch sind Erinnerungen an das Massaker in Hongkong möglich (4. Juni 2018). 

„Innere Angelegenheiten“

Als Amerikas Außenminister Pompeo angesichts des 30. Jahrestages des Tiananmen-Massakers sagte, dass sich die Hoffnungen zerschlagen hätten, dass Chinas Integration in das internationale System zu einer offeneren, toleranteren Gesellschaft führen würde, reagierte die Regierung der Volksrepublik mit Entrüstung.

Pompeos Äußerungen seien ein „bösartiger Angriff auf das politische Systems Chinas, verunglimpfe die Lage der Menschenrechte und der Religionsfreiheit“ in dem Land und stelle eine „ernste Einmischung in die inneren Angelegenheiten Chinas“ dar, sagte Genosse Geng Shuang, Sprecher des Außenministeriums.

Das Blut der 10.000

Die Zahl der Opfer unter der Bevölkerung wird je nach Quelle unterschiedlich angegeben. Der Botschafter Großbritanniens in Peking, Sir Alan Donald, nannte in einer internen Mitteilung am 5. Juni 2017 eine Opferzahl von mindestens 10.000 Menschen und berief sich dabei auf Informationen eines Mitglieds des chinesischen Staatsrates, berichtete die „BBC“. Manche fanden diese Zahl zu hoch. Offiziell wurden von China rund 200 Todesopfer bei der Niederschlagung der „Konterrevolutionäre“ angegeben.

Nur wenige Menschen wissen heute noch, dass genau dieser Jiang Zemin es auch war, der damals als Bürgermeister von Shanghai für die blutige Niederschlagung der Studenten auf dem Tiananmenplatz 1989 innerhalb der Parteiführung eintrat und zur Ausrufung des Kriegsrechts aufforderte. Er setzte sich damit gegen den ehemaligen Premierminister und damaligen Generalsekretärs des Zentralkomitees der KP, Zhao Ziyang, durch, der mit den Studenten in Dialog getreten war, um sie zur Umkehr zu bewegen, da er wusste, was kommen würde.

Die Demokratiebewegung der Studenten wurde niedergeschlagen, Zhao wurde entmachtet und unter lebenslangen Hausarrest gestellt. Jiang Zemin wurde als neuer Parteichef eingesetzt, bis er dann 1993 selbst Präsident und damit der neue Führer wurde.

Achtung: Einige Bilder im Video sind nichts für schwache Nerven.

Das nächste blutige Datum: 20. Juli

Doch in diesem Jahr dürfte sich die Kommunistische Partei vor einem weiteren unrühmlichen Jahrestag fürchten.

Am 20. Juli jährt sich die Verfolgung von Falun Gong zum 20. Mal. Die spirituelle Praxis, die in den 1990er-Jahre zu einer regelrechten Volksbewegung und einer Rückbesinnung auf die moralischen Werte der alten Traditionen in China anwuchs, wird auch heute noch von der linken Diktatur Pekings brutal unterdrückt und verfolgt – gemäß den Anweisungen von Führer Jiang im Jahr 1999: „Zerstört ihren Ruf, ruiniert sie finanziell und vernichtet sie physisch!“

Auch in diesem noch heute aktuellen Fall schlimmster Menschenrechtsverletzungen im Land der linken Diktatur versucht die Kommunistische Partei jegliche Information über die tatsächlichen Geschehnisse zu unterdrücken. Ein verteilter Flyer über die Gräueltaten kann in China mehrere Jahre Haft oder Schlimmeres bedeuten. Durch die ständige Lügen-Propaganda der Staatsmedien wurden Nachbarn aufgehetzt, ihre Nachbarn an die Polizei auszuliefern, Kollegen Kollegen zu verraten und Familienmitglieder ihre Angehörigen zu melden. Allein der Verdacht genügte, dass jemand die Falun Gong-Übungen praktiziert. So groß ist die Angst der Partei.

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Doch während viele Politiker und Persönlichkeiten des öffentlichen Interesses weltweit schweigen, um ihre eigenen Vorteile zu bewahren, die Mörder in ihre Länder auf Staatsbesuch einladen und versuchen, dem kommunistischen Regime zu gefallen, sind es manchmal die ganz kleinen Leute, die den Mut haben, die Wahrheit auszusprechen … oder, wie in dem folgenden Video zu sehen ist, davon zu singen.

Im Video: Eine slowakische Schülerband thematisiert das Tiananmen-Massaker und die Verfolgung von Falun Gong in einem Musikvideo.