Verteidigungsexperte zur Russland Krise: „Sanktionen verschaffen letztlich eine Legitimation für einen Krieg“

Epoch Times13. September 2014 Aktualisiert: 13. September 2014 9:32

Der CDU-Politiker Willy Wimmer sprach unlängst im einem Interview mit einem iranischen Nachrichtenportal über das Ziel einer Verschärfung der Sanktionen gegen Russland.

Wimmer ist ein Ex-Staatssekretär und Verteidigungsexperte und mit den außenpolitischen Ambitionen der USA durch viele diplomatische Zusammentreffen vertraut. Er sagt, dass es den USA derzeit vor allem darum gehe, ihre Macht auszudehnen und sie dafür auch Krieg in Europa in Kauf nehmen würden. Speziell die Haltung der USA gegenüber Russland in der Ukraine-Krise hält er für sehr riskant. Wimmer sieht die Einmischung in der Ukraine als Vorbereitung eines Kriegs.

Der Verteidigungsexperte meint, dass Sanktionen in den Beziehungen zwischen Nachbarstaaten nicht vorkommen sollten. Mit Sanktionen befindet man sich immer auf dem Weg zum Krieg.

Wimmer meint, dass wenn man wirklich Interesse am Frieden hätte, würde man "eine Politik der guten Nachbarschaft betreiben" und daran interessiert sein, mögliche Streitfälle über bilaterale oder internationale Verhandlungen beizulegen. 

Nachfolgend finden Sie einen Ausschnitt des Interviews mit Willi Wimmer und dem Reporter Shahrokny.

Rundfunk: Herr Wimmer, ich darf Sie ganz herzlich begrüßen zu diesem Interview!

Willy Wimmer: Guten Tag, Herr Shahrokny, guten Tag nach Teheran!

Rundfunk: Herr Wimmer, die EU-Staats- und Regierungschefs haben auf ihrem letzten Gipfel Ende August sich darauf verständigt, härtere Sanktionen gegen Russland auf den Weg zu bringen. Seit März sind harte Sanktionen gegen Russland in Kraft. Als erstes ist zu fragen, ob, wann und unter welchen Voraussetzungen  Sanktionen überhaupt nützlich sein könnten!

Willy Wimmer: Aus meiner Sicht – Herr Shahrokny- sind Sanktionen unter keinem Gesichtspunkt gerechtfertigt, und zwar gegenüber niemandem. Wenn ich wirklich daran interessiert bin, mit meinen Nachbarn in Frieden zu leben, dann muss ich eine Politik der guten Nachbarschaft betreiben und daran interessiert sein, mögliche Streitfälle über bilaterale oder internationale Verhandlungen beilegen zu können. Das ist eigentlich eine auf Frieden ausgerichtete Politik, die man erst nicht erfinden muss, sondern die wir ja über die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa(KSZE) gehabt haben. Das hat gewaltige Erfolge hervorgehoben. Wenn ich anfange, mit Sanktionen zu operieren, dann will ich im Ergebnis zwei Dinge:

Erstens, ich will lästige Mitspieler aus dem Feld schlagen, das haben wir ja im Fall des Irans gesehen. Die Vereinigten Staaten sind daran interessiert, die europäischen Handelspartner des Irans aus dem Iran zu vertreiben, um anschließend selber in diese Rolle zu kommen. Das ist das eine.

Das zweite ist, wenn ich anfange, mit Sanktionen zu operieren, will ich mir eine Basis im Rahmen der Vereinten Nationen verschaffen, um letztlich eine Legitimation für einen Krieg gegenüber einem anderen Land zu bekommen. Das kann man im Zusammenhang mit der Russischen Föderation sehr wohl sehen. Die Russen haben aus ihrer Sicht der Dinge keine Veranlassung gegeben, mit Sanktionen gegen sie zu operieren und nach der überwiegenden Ansicht der westeuropäischen Bevölkerung haben sie das auch nicht getan.

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