Wegen Liebe zu IS-Kämpfer: Aisha (18) wollte in Dschihad – nun steht sie vor Gericht

Epoch Times10. Februar 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 23:33
Tausende Mädchen aus Europa zogen schon in den Dschihad. Im Internet werden die Teenager von IS-Kämpfern umschwärmt und glauben dabei ihre große Liebe gefunden zu haben...

Im Internet gehen die Dschihadisten auf Brautschau: Schon tausende junge Mädchen sind von Europa in den Dschihad gereist um Anhänger der Terror-Miliz "Islamischer Staat" zu ehelichen. Viele von diesen Mädchen glaubten dabei die große Liebe gefunden zu haben. So auch ein Teenager aus Wien namens Aisha. Die heute 18-Jährige lernte einen mutmaßlichen IS-Kämpfer über das Internet kennen und verliebte sich in ihn. Als ihre Eltern einer Hochzeit nicht zustimmten, lief sie von zu Hause weg. Fast wäre sie in die Hände der Terroristen gefallen. Im Interview mit der österreichischen Kronen-Zeitung spricht sie über ihr Erlebtes. 

"Mir hat sein Charakter gefallen, allgemein, wie er gesprochen hat. Wie wir geredet haben. Ich war jung und verliebt. Und das hat mir genügt um… Man braucht ja nicht viel um sich zu verlieben denke ich mal – zumindest hab ich früher so gedacht," sagt Aisha deren Eltern aus Tschetschenien stammen zur "Krone".  

Sie wollte den Unbekannten heiraten, doch ihre Eltern stimmten einer Hochzeit nicht zu. Daraufhin lief sie im Juli 2015 von zu Hause weg. "Ich war so verliebt und blind. Ich wollte einfach weg", sagt sie. 

Ihr Ziel sei die Türkei und nicht Syrien gewesen, wie die heute 18-Jährige betont. Zu einem Treffen mit dem Mann aus dem Internet kam es nie: Schon an der ungarisch-rumänischen Grenze wurde Aisha im Auto eines Schleppers aufgegriffen.

Ihre damalige Freundin, die ihr zur Reise verhalf befinde sich bereits in Syrien, bei den Terroristen. 

Aisha muss vor Gericht 

Jetzt muss sich Aisha wegen Mitwirkung bei einer terroristischen Vereinigung vor Gericht verantworten. Ihr Anwalt Martin Mahrer glaubt allerdings, dass die Beweislage gegen seine Mandantin zu dünn sei: "Es stehen alle Zeichen darauf, dass sie freigesprochen wird," sagt Mahrer zur Zeitung. 

Man mache sich grundsätzlich nicht verdächtig wenn man in die Türkei reisen will, so der Anwalt weiter. Das Problem in diesem Fall sei aber, "dass der Chauffeur der meine Mandantin in die Türke bringen wollte, auch andere Personen geführt hat, deren Endziel der Reise Syrien gewesen ist."

Auf die Frage der "Krone" ob Aisha heute noch immer Kontakt zu dem IS-Anhänger habe meinte sie: "Nein, ich hab keine Ahnung was jetzt ist und seitdem habe ich auch keinen Kontakt mehr zu ihm. Eigentlich hab ich ihn schon vergessen," sagt sie. 

Nur als sie vor Gericht stand, dachte sie noch an ihn. Jetzt habe sie einen neuen Freund "und ein ganz anderes Leben." (so) 

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