Wem nützt es? Putin fragt nach den Hintermännern der Attentate von Paris

Epoch Times15. November 2015 Aktualisiert: 15. November 2015 18:19
Die Anschläge von Paris könnten der neueste Versuch sein, Europa in einen Krieg zu verwickeln. Im Kontext betrachtet sieht man: Frankreich will aus TTIP aussteigen, Obama aus dem Krieg in Syrien, Europa will mit Russland kooperieren und gewissen US-Militärs gefällt das alles gar nicht.
Wem nützt es? Wem nützen die Angriffe in Paris? Russlands Präsident stellt die richtige Frage. Putin hat den Franzosen seine volle Unterstützung bei der „Aufklärung des Verbrechens, sowohl was die Ausführenden als auch die Drahtzieher anbelangt“, angeboten, schreiben TASS und die Deutschen Wirtschaftsnachrichten.

Zwar hat der IS sich recht schnell dazu bekannt, doch Charles Winter von der Quilliam-Stiftung, die auf Syrien und den IS spezialisiert ist, kommentiert, "dass aktuell nicht beurteilt werden könne, ob die Anschläge vom IS unmittelbar organisiert oder aber von den Terroristen „inspiriert“ worden sind". (Quelle hier)

Sott.net kommentiert: "Während Augenzeugenberichte aussagten, dass die Täter weder Bärte trugen, noch vermummt waren, noch "Allah Akbar" riefen, wurden diese Terrorattacken ziemlich schnell ISIS zugeschrieben. Ob es sich hier um eine weitere übliche Schock-Strategie der westlichen Mächte handelt, weil Frankreich aus TTIP aussteigen wollte? Russland doch noch irgendwie zum Buh-Mann zu machen und aus Syrien herauszukriegen, nebst des lang ausgeheckten Plans, aus Europa eine totalitäre Festung zu machen?"

Frankreich drohte vor einem Monat aus TTIP auszusteigen: "Als erstes EU-Mitgliedsland droht Frankreich offen mit dem Abbruch der Gespräche. "Wenn sich in den Verhandlungen nicht grundlegend etwas ändert, werden wir daraus die Konsequenzen ziehen", sagte der für TTIP zuständige französische Staatssekretär, Matthias Fekl, vor Journalisten in Berlin. Heißt: "Wenn sich nichts verändert, wird Frankreich auf einen Abbruch der Gespräche drängen." 

Putin und Obama gegen die Kriegstreiber

Putin weiß, wie das Spiel läuft, er war beim KGB und selbst Geheimdienstler. Derzeit kämpft Russland im Prinzip allein gegen den IS. Ironischerweise ist er der engste Verbündete von Obama gegen die Neocons (Neokonservative in den USA) und die Generäle, die Krieg fordern. Sicherlich werden sie auf dem G20 Treffen miteinander sprechen.

Beim G20 Treffen sollte auch zur Sprache kommen, wie Erdogan in der Frage der Migranten die EU und Bundeskanzlerin Merkel erpresst.

Es ist nun entscheidend, wie und ob sich die beiden auf ein gemeinsames Vorgehen gegen die Kriegshetzer verständigen. Vor allem auf Obama wird durch die Neocons, z.B. durch John McCain Druck aufgebaut. McCain forderte am Freitag bereits die Vernichtung des IS. Außenminister John Kerry sprach hingegen nur allgemein von Terroristen.

Obama will sich aus Syrien zurückziehen – gegen den Willen seiner Generäle

Obama will sich aus Syrien zurückziehen – doch die Neocons und die Generäle legen ihm das als Schwäche aus. Siehe auch hier: Barack Obama hält US-Kriege im Nahen Osten für "Fehler" und "gescheitert".

Militär-Analyst Jerry Hendrix vom Center for a New American Century sagt im Time-Magazine: „Der Pariser Anschlag könnte ein Katalysator-Ereignis sein, welches die internationale Gemeinschaft wachrüttelt, um zu handeln.“

William Kristol schließt sich im Weekly Standard der Kritik an Obamas Syrien-Strategie gegen den IS an und fordert ebenfalls ein hartes Durchgreifen – also den Einsatz von Bodentruppen. Kori Schake vom Hoover Institution schreibt in Politico: „Obamas Strategie der Eindämmung des IS ist falsch.“ Er fordert die Vernichtung des IS, nicht bloß dessen Eindämmung. Diese wiederum ist nur mit Bodentruppen zu schaffen.

Einige Ungereimtheiten in Paris

1. Ein Attentäter hat einen syrischen Pass dabei – doch welcher Kämpfer würde seinen eigenen Pass mitnehmen? Geheimdienstler halten das für sehr unwahrscheinlich. Die gleiche Frage gab es bei Charlie Hebdo: Damals hatten die Terroristen ebenfalls zufällig ihre Reisepässe vergessen. Im Fluchtauto.

2. Griechische Behörden schreiben, einer der Attentäter sei mit den Migranten nach Europa gekommen. Damit schürt man Angst vor den Migranten und das ist im Interesse der Türkei, die von der EU finanzielle Mittel erpressen wollen. Siehe hier: Türkei fordert von Europa drei Milliarden Euro für Flüchtlinge

3. Putin agiert aus einer Position der militärischen Stärke. In ein paar Tagen stehen die von Russland und dem Iran unterstützten Syrer wenige Kilometer vor Saraqib, der entscheidenden Kreuzung der Autobahnen von Damaskus und Lattakia nach Aleppo. Damit sind die Söldner der Amerikaner eingekesselt.

Es sind einige Hundertschaften von türkischen und US-Militärberatern und von den USA finanzierte Söldner, die zum Sturm auf Damaskus und Lattakia, wo die russische Militär-Basis liegt, nördlich von Hama und 50 Kilometer vor Lattakia zusammengezogen sind.

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Die Amerikaner sind an dieser Stelle militärisch unterlegen, da ein geeigneter Flugplatz zum Ausfliegen der Kämpfer fehlt. Sie müssen dringend militärisch eingreifen, damit ihre Söldner nicht von den Syrern und den Russen aufgerieben werden.

4. Terroristen, die mit Kalaschnikows in Paris um sich schießen, haben es nicht nötig, sich in den „Flüchtlingsströmen“ zu verstecken und über die Türkei und Griechenland einzureisen. Doch nun könnte die EU gezwungen sein, einem militärischen Einsatz zuzustimmen und Erdogan als Speerspitze zu autorisieren.

Sehr schnell meldet sich die NATO, um den Bündnisfall auszurufen

Auffällig war, wie zügig die NATO sich am Samstag bereit erklärte, einzugreifen und den Bündnisfall auszurufen. Paris wird geradezu unverhohlen eingeladen. Dann müssten auch die Nato-Partner aktiv militärisch in Syrien eingreifen.

Der türkische Präsident Erdogan sagte nach den Pariser Anschlägen, nun müsse das Reden eine Ende haben, schreiben die dwn: Er fordert massive Militärschläge. Die Logik „mein Terrorist ist gut, Deiner ist schlecht“ dürfe nicht mehr gelten: „Terrorismus hat keine Religion, keine Nation, keine Rasse, kein Vaterland.“ 

Auch er kommt durch die Erfolge Russlands in Bedrängnis und benötigt Hilfe, um seine Interessen in Syrien durchsetzen zu können. Als NATO-Land kann er durch den Bündnisfall viel schneller eingreifen und mit Bodentruppen in Syrien einmarschieren als die USA. (ks)