„Wer immer hierher kommt, wird leben…“

Von 5. Januar 2010 Aktualisiert: 5. Januar 2010 21:12
Sonne, Salz, Schlamm und Schwefel sind die natürlichen Heilkräfte von Ein Gedi am Toten Meer in Israel und eine Wohltat für jeden.

„Nie habe ich mich so rundum wohl gefühlt.“ – „Das Klima  belebt den ganzen Körper.“ Begeistert klingen die Meinungen über einen Aufenthalt am Toten Meer. Seit biblischen Zeiten werden dem salzhaltigsten und mineralstoffreichsten Meer der Erde wundersame Kräfte nachgesagt.

Im Jordangraben zwischen Jericho und dem Berg Sodom erstreckt sich das Binnenmeer über 60 km Länge und 17 km Breite, das sich Israel und Jordanien teilen. Nicht nur das Klima 400 Meter unter dem Meeresspiegel, 300 Tage im Jahr wolkenloser Himmel, kaum Niederschlag, trockene Hitze, staub-, pollenfreie, sauerstoffreiche Luft – war ausschlaggebend für einen regen (Kur-)Tourismus. Auf dem israelischen Westufer treten Schwefelthermalquellen aus, über deren Heilwirkung schon der judäische Geschichtsschreiber Josephus Flavius (37-100 n. Chr.) berichtete.

Umgeben von den Bergen der Wüste Judäa, wurde 1956 an der  Stelle der biblischen Oase Ein Gedi, an der König Salomo das Hohelied gedichtet haben soll, der Kibbuz Ein Gedi gegründet. Das Kollektiv des Kibbuz machte sich die natürlichen Heilkräfte zunutze, errichtete Gästehäuser unter tropischer Vegetation und mit Blick über das Tote Meer bis zu den Bergen von Moab und in das atemberaubende Nahal Arugot-Tal, baute ein Badehaus am Meer und einen Campingplatz. Die Gäste befördert ein Pendelbus nach Ein Gedi Spa, dem balneotherapeutischen Zentrum. Hinweistafeln ersetzen den Arzt: 15 Minuten im 38 Grad warmen Schwefelbad, dann 15 Minuten Ruhe unter Dach oder im Freien. Heilerfolge sind angezeigt bei Rheuma, Arthritis, Kreislaufbeschwerden, Zellulitis, Frauenkrankheiten, Allergien, Asthma, Neurodermitis, Schuppenflechte und Stress. Allein an Psoriasis leiden etwa zwei Millionen Menschen, deren Krankheit hier wenn auch nicht geheilt, so doch gelindert werden kann.

Eine Gaudi für die Tagesausflügler, Ernst für die, die  Gesundheit suchen, ist das Einstreichen mit schwarzem  Schlamm aus dem Toten Meer, der in Containern bereitsteht. Eine Tafel erklärt die Verwendung: „Bewirkt ein Gefühl des Jungseins und der Vitalität, lindert Spannungen und Schmerz … als Schönheitsmaske und Haarkräftigungsmittel.“ Zwei große Spiegel zeigen die schwarze Verwandlung, und ein Fotograf bannt das neue Aussehen auf eine Postkarte. Abgespült wird der Schlamm unter der (Schwefel-)Dusche oder im Meer. Da darf sich jeder so lange aufhalten, wie er will. Das Gefühl, schwerelos auf dem Wasser zu schweben, ist einzigartig. Durch eine Quellenanalyse weiß man auch vom Bromgehalt des Wassers, was heißt, dass man hier gut entspannt.

Dazu trägt auch die familiäre Atmosphäre des Kibbuz bei. Die Zimmer sind sogar mit Wasserkocher, Tee, Kaffee und Keksen ausstaffiert, weil man in diesem Klima täglich bis zu sechs Liter trinken sollte. Der Speisesaal serviert koscheres Essen. Die Geschäftsführer Joske und Gabi sind rührend besorgt um ihre Gäste. Tennis, Reiten, Segeln gehören zum Angebot. Täglich veranstalten sie Ausflüge in die Naturschutzgebiete, etwa das Wadi Arugot und David. Entlang des Flussbetts führt der Weg durch eine Schlucht zum David-Wasserfall. Steinböcke und Klippschliefer leisten einem Gesellschaft.

Begehrt sind Wanderungen in die judäische Wüste bei Vollmond, wenn Licht, Schatten und Phantasie die kahlen Felsen zu Schlössern und Burgen formen. Besucht werden können Eilat am Roten Meer, der See Genezareth und Nazareth, der Beduinenmarkt in Beersheva, die Höhlen von Qumran, Jerusalem und natürlich Jordanien. Auch die 450 Meter hoch gelegene Bergfestung Massada aus der Zeit von Herodes, eindrucksvoll restauriert, lohnt eine Besichtigung.

Das nahe Feriendorf Metzoke Dragot spezialisiert sich auf  Wüstentourismus – 60 Prozent Israels sind Wüste – und bietet Touren mit Abseilkursen durch schwindelerregend enge und tiefe Schluchten. Abenteuerlich genug kam mir eine Jeeptour durch den Teil vor, in dem „Rambo III“ mit Sylvester Stallone gedreht wurde. Fast senkrecht ging`s auf und ab.

Eine Urkunde zum Abschied von Ein Gedi bestätigt, dass man den „tiefsten Punkt der Erde“ besucht habe, „wo die Einöde von Sodom zu einer blühenden Wohltat für die Menschheit wurde“. Und: „… wer immer hierher kommt, wird leben“, zitiert die Urkunde Ezechiel 47, Vers 9. 

Info:
www.ein-gedi.co.il und Staatliches Israelisches Verkehrsbüro in 10117 Berlin, Tel. (030)2039970, [email protected], www.goisrael.de

Foto: Elke Backert
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