Westliche Ostertradition vs afrikanische Kindersklaverei: Woher kommt der Kakao im Schoko-Osterhasen?

Epoch Times4. April 2015 Aktualisiert: 4. April 2015 22:50

Ein Osterfest ohne den berühmten Schokolade-Osterhasen? Für viele undenkbar. In einem Osternest darf doch der Schoko-Hase nicht fehlen! Aber unter welchen Bedingungen und von wem wurde der Kakao für die traditionellen Schoko-Osterhasen, die unsere Kinder so glücklich machen, eigentlich geerntet? 

In 2010 sorgte der Dokumentarfilm "Schmutzige Schokolade" für Aufsehen. In der ARD-Doku – gedreht vom dänischen Filmemacher Miki Mistrati – geht es um Kinder, die auf den Kakaoplantagen in Afrika unter schlimmsten Bedingungen bis zu 14 Stunden täglich und teils ohne Bezahlung, arbeiten müssen. Es geht auch um skrupellose Menschenhändler, die genau diese Kinder aus Mali und anderen afrikanischen Nachbarstaaten entführen, zur Elfenbeinküste bringen und sie dann als Sklavenarbeiter weiter verkaufen. 

Es ist ein lukratives Geschäft, das die afrikanischen Menschenhändler mit diesen Kindern machen. 230 Euro kostet ein Kind. 

Ein Kakaobauer auf der Elfenbeinküste sagte im Film: "Wenn ihr meinem Bruder sagt, wie viele ihr braucht, dann besorgt er sie euch." Mit dieser Aussage bezog er sich auf Kindersklaven im Alter zwischen 10 und 14 Jahren.

Die Schokoladenindustrie profitiert von den Kindersklaven

42 Prozent der weltweiten Kakaoproduktion kommen von der Elfenbeinküste. Hilfsorganisationen berichten schon seit Jahren, dass die Schokoladenindustrie vom Sklavenhandel und der Kinderarbeit in dem westafrikanischen Land profitiert.

Großkonzerne wie Mars, Nestlé, Ferrero, Ritter Sport oder die US-Firma Cargill, die alle ihren Kakao von den betroffenen Plantagen beziehen, versprachen, den Menschen vor Ort zu helfen. 

Es wurde über den Bau von Schulen und Krankenhäusern gesprochen, sowie über eine bessere Wasserversorgung und eine angemessene Bezahlung der Kakaobauern. Drei Jahre nach der Veröffentlichung seines Films reiste Mistrati noch einmal nach Afrika um sich die Veränderungen im Land anzusehen. Zu seinem Erstaunen ist nur wenig von den Versprechungen der Großkonzerne in die Tat umgesetzt worden.  

134 Milliarden Euro Einnahem vs 388.000 Euro Ausgaben für Hilfsprojekte  

"Die Schokoladenindustrie erwirtschaftete im Jahr 2012 134 Milliarden Euro", sagte Mistrati im Interview mit "Spiegel-Online". Nach Angaben der Unternehmen, haben diese insgesamt jedoch nur 388.000 Euro für Kinderschutzprojekte auf der Elfenbeinküste ausgegeben. 

Aber selbst dieses Geld scheint keine Verbesserungen im Land geschaffen zu haben.

Mistrati berichtete dem "Spiegel" von verfallenen Schulgebäuden, nicht fertiggestellten Neubauten – für die sogar die Dorfbewohner selbst noch Geld gesammelt und gespendet hatten – und Kinder, die auf dem Schulgelände noch ihr Arbeitsgerät, scharfe Macheten mit sich herumtragen. 

Auch in den vergangenen zwei Jahren gab es keine wesentlichen Veränderungen im Kakaogeschäft. Wie die Webseite "Netzfrauen" berichtet, wurden im 2014 weltweit – von den etwa vier Millionen Tonnen produzierten Kakao – weniger als fünf Prozent nachhaltig produziert. 

"Die Konzerne müssen für die Kinderarbeit verantwortlich gemacht werden", sagte Mistrati dem "Spiegel", betonte jedoch auch, dass sowohl die Verbraucher als auch die Politiker gemeinsam aktiv werden müssen um die Bedingungen im Kakaohandel zu ändern.

Für uns Verbraucher gibt es gerade jetzt zu Ostern die Möglichkeit, ein Zeichen gegen die Kindersklaverei zu setzen und unsere Osternester mit als fair und nachhaltig zertifizierter Schokolade aufzufüllen. Eine andere Möglichkeit ist auch, sich die Schokolade selber zu machen. Hier ein einfaches Rezept: Schokolade selber machen – Das vermutlich kürzeste Schokoladenrezept der Welt. (so)  

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