Whistleblowerin gegen Bill Clinton: Linda Tripp im Alter von 70 Jahren verstorben

Von 9. April 2020 Aktualisiert: 9. April 2020 15:36
Vor knapp einer Woche wurde bei der früheren Mitarbeiterin des Weißen Hauses, Linda Tripp, Bauchspeicheldrüsenkrebs festgestellt. Am Mittwochmorgen verstarb sie im Alter von 70 Jahren. Tripp wurde als Whistleblowerin in der Lewinsky-Affäre um Bill Clinton bekannt.

Am Mittwochmorgen (8.4.) ist die frühere Mitarbeiterin der Pressestelle des Weißen Hauses, Linda Tripp, im Alter von 70 Jahren verstorben. Dies berichtet die „New York Post“. Sie wurde für ihre Rolle als Whistleblowerin in der sogenannten Lewinsky-Affäre bekannt, die 1998 zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton führte.

Bereits am Dienstagabend hatte ihre Tochter Allison Tripp Foley auf Facebook mitgeteilt, dass ihre wenige Tage zuvor nach Bauchschmerzen ins Krankenhaus eingelieferte Mutter im Sterben liege und zu Gebeten für ein Ende ohne Schmerzen aufrief. Am darauffolgenden Tage informierte Schwiegersohn Thomas Foley die Presse über das Ableben seiner Schwiegermutter.

Versöhnliche Worte von Lewinsky

Unmittelbar nach ihrer Einlieferung war bei Linda Tripp in der Vorwoche Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert worden. Aufgrund der Bestimmungen über Kontakte in Zeiten der Corona-Krise war es nur Ehemann Dieter Rausch und Allison Foley erlaubt, der in der Intensivstation betreuten Tripp Gesellschaft zu leisten. Diane Spreadbury, eine langjährige Freundin Linda Tripps, sprach gegenüber der „Daily Mail“ davon, dass diese „mit einem Lächeln auf den Lippen gestorben“ sei.

Unter dem Eindruck der schweren Erkrankung der früheren Whistleblowerin hatte auch Monika Lewinsky selbst, die seit der Clinton-Affäre als mit Tripp verfeindet galt, auf Twitter versöhnliche Worte gefunden: „Was immer auch in der Vergangenheit war, jetzt, wo ich von der schweren Krankheit von Linda Tripp erfahren habe, hoffe ich auf ihre Genesung. Ich kann mir nicht vorstellen, wie schwer das jetzt für ihre Familie sein muss.“

Whistleblowerin ließ sich Straffreiheit zusichern

Tripp hatte durch nicht genehmigte Gesprächsaufzeichnungen zwischen ihr und der damals 22-jährigen Lewinsky, mit der sie in der Pressestelle zusammengearbeitet hatte, das Amtsenthebungsverfahren gegen Bill Clinton ins Rollen gebracht.

In persönlichen Gesprächen hatte Lewinsky sie in ihre körperliche Beziehung zu Clinton eingeweiht, die sie zuvor als Praktikantin mit dem Präsidenten unterhalten hatte. Tripp hatte Lewinsky dazu geraten, diese zu dokumentieren, und selbst heimlich ihre Gespräche mit Lewinsky mitgeschnitten. Gegen die Zusicherung von Straffreiheit für die illegalen Aufnahmen übergab sie diese dem damaligen Sonderermittler Kenneth Starr.

„Es ging mir nie um Politik“

Zudem unterrichtete sie Starr über ein Beweismittel – ein Kleid mit dem Sperma von Bill Clinton, das Lewinsky während einer Zusammenkunft mit dem Präsidenten trug. Lewinsky habe ihr dieses gezeigt und Tripp habe ihr dazu geraten, es nicht zur Reinigung zu bringen.

„Es ging mir immer um richtig oder falsch, nie links oder rechts“, erklärte Tripp 2018 in einem Interview mit der Washington Post. „Es ging mir um das Enthüllen von Unwahrheiten und der Behinderung der Justiz. Es ging nie um Politik.“

Auch bezüglich der Vorwürfe sexueller Belästigung gegen Clinton durch Paula Jones, ebenfalls eine frühere Mitarbeiterin im Weißen Haus, hatte Tripp den Sonderermittlern Aufnahmen von Gesprächen übergeben.

Clinton für Tripp „sexueller Belästiger“ mit „Sucht“

Tripp erklärte auch 2017 gegenüber DailyMail TV, sie habe sich „genötigt“ gefühlt, zu handeln, „auch wenn das bedeutete, Monicas Träume zu zerstören“. Sie hielt Clinton für einen „sexuellen Belästiger“ mit einer „Sucht“. Frauen seien für ihn nur „Mittel zum Zweck“ gewesen. Lewinsky habe jedoch gedacht, es gehe dem Präsidenten um eine reale Liebesaffäre und seine Frau Hillary würde „irgendwie verschwinden“. Zu dem „Machtmissbrauch“ durch den Präsidenten habe sie „nicht länger schweigen können“.

Bill Clinton hatte angegeben, nie eine sexuelle Beziehung zu Lewinsky unterhalten zu haben. Starr und die damalige republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus stützten ihr im Oktober 1998 eingeleitetes Impeachment-Verfahren gegen Clinton auf die Vorwürfe der „Falschaussage unter Eid“ und „Behinderung der Justiz“. Der Senat schlug das Verfahren jedoch im Jahr 1999 nieder.

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